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Der Israelit · 1892-01-14 · Heft 4 (14.1.1892) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 4 (14.1.1892)
Date
1892-01-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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sein, der auf Gottes unmittelbares Geheiß sein einziges Kind selbst dem Lode weiht. Auch ein ganz gewöhnlicher Mensch würde dem Herrn über Leben und Tod, nicht dasjenige versagen, was er doch allezeit nehmen kann, wenn es ihm nicht gegeben wird. Nicht, daß Abraham sein Kind zu opfern bereit ist, sondern wie er sich dazu anschickt, es zu thun, daS ist eS, was in dieser That »ls unerreichtes Ideal in alle Zeiten hineinleuchtet. Andere hätten eine solche That,ltrübseltg, gezwungen, zögernd und zaudernd erfüllt; Abraham, der 137jähr. Greis steht früh am Morgen auf Daten -paa om:m, um sein Kind in den Tod zu führen! Das ist wax omarn m, der rüstige, freudige Eifer, der noch am dritten Tage nicht erkaltet, sondern ihn den Blick suchend nach dem Ort erheben lä t, an dem sein K'nd das Leben aushauchen soll, und dieser Ort, deffen Nähe jeder andere in gleicher Lage gefürchtet hätte, dünkt ihm fern! ava pmo Dipon nx xti vyy dn Dmax xten 'trbvn — Wenn daher unsere Weisen, diese würdigen Fortträger des abrahamitischen Geistes, uns zu gleichrüstigem, freudigen Eifer für die Erfüllung unserer Pflichten anspornen, wenn sie uns die Wahrheit nrncb vonpö pm zu Herzen reden wollen, so verweisen sie nur auf die Thatsache apaa omax Daten, Abraham stand früh auf am Morgen, und durften für diesen Hinweis das Verständniß ihres Volkes voraussttzcn. *) Und wenn sie zu den Worten: 'J'D IN Vx -»pan NVI2 Daten „Moscheh stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai" diese Thatsache n!?y noa^m nten noch besonders betonen, so haben sie uns darauf hingewiesen, wie derjenige, der uns das Gesetz Gottes gebracht, auch die rüstige, energicvolle Hingebung für dasselbe sofort durch die That gelehrt habe.3) Wie ein ganzes Volk diese Beispiele seiner großen Vorbilder aufgegriffen und mit all ihren segensreichen Folgen sich angeeignet hat. dem gaben die Worte Ausdruck, welche die Weisen des Midrasch zudem AusrufBileanisanmerken: N’a!?a Dp p Dip’ „Siehe ein Volk, wie ein Leu steht es auf, und Löwen gleich erhebt es sich. (IV. B. M. 23. 24).4) pi rmnn p d'w» p nn nna wsrra o^ya hdin px pa^DDi pDN nxnp pri^m mnxa peten piD'yi rosten dn po^i px *p"6 pjp^Böi nvaxa ppysi rrapn^ po nnxa yjr^ pxa pVano dx in obiaa one nrw bpru .rrapna ■ptao „Es gibt kein Volk in der Welt, das ihnen gleicht. — Sie schlafen ein mit Thora und Mizwah, sie stehen von ihrem Schlafe wie die Löwen auf, rasch lesen sie ihr ycw und vollziehen damit die 2) Pesachirn 4» itrtfe Tosephot zur Stelle. 3) Sabbat 36». 4) Midrasch Bainidbar Rabba Cap. 20. Königshuldigung des Heiligen gesegnet sei er, das macht sie in Wirklichkeit zu Löwen, die sich in den Weltverkehr und ihren Handel und Wandel stürzen. Trifft einen von ihnen ein Schaden oder wollen Feinde einen von ihnen angreifen, so vollzieht er damit die Königshuldigung des Heiligen gesegnet sei er." Hier haben wir die Quelle für die Löwenmacht, welche der Schulchan Aruch für den Kampf mit dem Schlaf in die Schranken fordert, und in großen Zügen die bedeutsamen Folgen, welche dieser erste Sieg über die eigene Trägheit für das Leben und Streben des ganzen Tages und aller Tage nach sich zieht. 5 6 7 8) Wir finden aber hier auch die Wahrheit ausgesprochen, daß diese Macht über sich selbst nur gewonnen wird, wenn das ganze Leben unter dem Regime des fesien, unbeugsamen Willens steht, der hiermit jeden Morgen seinen ersten Triumph feiert. Der erste Paragraph des Schulchan Aruch fordert nämlich ein zweifaches: erstens, sich mit Löwenmacht zu ermannen, daß man Morgens zum Dienste seines Schöpfers aufsteht und zweitens, daß man schon vor Tagesanbruch aufstehe, damit nicht erst der Morgen uns wecke, sondern daß gleichsam wir den Morgen wecken. Elfteres verlangt sofort nach dem Erwachen aufzustehen, das zweite fordert frühzeitig zu erwachen. Das erste vermögen wir, wenn wir mit Löwenmacht, dem Reiz des Morgenschlafs, dem warmen Lager und unserer Lebensgemächlichkeit mit Entschiedenheit entgegen treten. Das andere liegt aber scheinbar gar nicht in unserer Hand, denn so lange man eben schläft, ist ein Ermannen über sich selbst wohl nicht denkbar. Indem aber diese Anforderung dennoch gestellt wird, verlangt sie die Herrschaft über den Schlaf, selbst während der Schlafenszeit). Diese wird nach Angabe der Glossatorert) zur Stelle dadurch erreicht, daß man Bedacht auf die Speisen nehme, die man des Abends zu sich nimmt. Das Essen an und für sich befördert den Schlafs), durch mäßigen Genuß leicht verdaulicher Speisen, hätten wir schon von vorherein das unsrige zu thun, da- 5) Vergl. nj^HD N"1 mrun zu Sch. A. I. — Ter Midrasch scheint den doppelten Ausdruck xteorv nxai Dip’ N’ato erklären zu wollen: Dadurch daß dieses Volk wie ein Leu vom Schlafe aufsteht, gewinnt es die majestätische Erhebung des Löwen. — In Hirsch's Pentateuch Commentar (I. 49. 9) wird N’ab als von an? abstammend verrnuthet, und als entflammter Leu wiedergegeben; während rmx die Achtung gebietende Größe des Löwen zum Ausdruck bringt. — In der Pentateuch- Uebersetzung zu IV. 23. wird jedoch auffälliger Weise N’3^ als Leopard wiedergegeben. 6) siet' p ay p T?oa p Junten p onya ayn Dax 0 'a nop xaa rieten). 7) natp ’tnan 'a p"D.n"v. 8) (n"’ növ) fw N’ao aaxQn.

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