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Der Israelit · 1892-01-04 · Heft 1 (4.1.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 1 (4.1.1892)
Date
1892-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 18 Monate während des Bürgerkrieges im Dienst gewesen sei, „aber nie einen Inden in Uniform gesehen oder auch nur von einem jüdischen Soldaten gehört habe." Wer die Verhältnisse nur einigermaßen kennt, weiß, daß diese Behauptung des Herrn Rogers mit den Thatsachen in völligem Widerspruche steht. Zum Ueberfluß hat sich nun aber Herr Simon Wolf in Washington der Mühe unterzogen, in einem langen Schreiben an die „Washington Post" vom 10. Dez. auf Grund amtlichen Materials die völlige Haltlosigkeit der Behauptung des Herrn Rogers nachzuweisen. Es ist allerdings erstaunlich, daß letzterer nicht von dem General Edward S. S a l o m on gehört haben will, welcher als Oberstlieutenant in das 82. Jllinoisregiment eintrat, dessen Oberst Friedrich Hecker vor und nach dessen Rücktritt Salomon die Führung des Regiments übergab. Derselbe wurde später von Grant zum Gouverneur des Territoriums Washington ernannt und gilt für einen der tapfersten Offiziere. In demselben Regtemente dienten mehr als 100 Soldaten und Unteroffiziere jüdischen Glaubens. Herr Rogers hat offenbar auch nichts gehört vom General L. E. Newman in New-Uork, welcher seinen Wunden erlag und an dessen Sterbebett Präsident Lincoln persönlich die Ernennung zum Brigadegeneral brachte; vom General Leopold Blumenberg von Baltimore, welcher in der Schlacht bei Antietam zum Krüppel geschossen wurde und vom Obersten M.M. Spiegel, welcher auf einem Schlachfel.de in Louisiana seinen Tod fand. Außer diesen führt Herr Wolf noch 63 Namen von Juden an, welche als Lieutenants, Hauptleute und Majore in der Unionsarmee gekämpft haben. Dabei gab es damals im Ganzen kaum mehr als 150,000 Juden in den Ver. Staaten. Zum mindesten 6000 bis 8000 Soldaten jüdischen Glaubens haben in der Unionsarmee gedient und an dem Gräberschmückungstage machen die überlebenden Kameraden keinen Unterschied zwischen Nationalität und Konfession. „Es scheint mir höchste Zeit für die Amerikaner aller Konfessionen zu sein," so schließt Herr Wolf seinen interessanten Artikel „Versuche zu verurtheilen, deren Zweck ist, irgend eine Klasse der Bürger herabzuziehen oder zu demüthigen." Australien. Sydney, 17. November. Man wird sich dessen noch erinnern, daß gleich nach dem ersten Auftauchen von Gerüchten, denen zufolge Baron Hirsch die Absicht haben sollte, einen Theil der aus Rußland vertriebenen Juden nach Australien zn senden, von den Gewerkvereinsräthen in Sydney und Melbourne in den wüthendsten Ausdrücken gegen diesen „Anschlag", die „freien" Arbeiter Australiens auf das Niveau jener geknechteten Menschenrasse herabzudrücken, prorestirt worden ist. Die '.in dieser Hinsicht gefaßten „Beschlüsse" sind alsdann den Kolonialregierungen übermittelt und von diesen selbstverständlich auch mit dem Versprechen beantwortet worden, daß alles geschehen solle, um die angekündigte „Bedrohung" des fünften Kontinents abzuwenden. Wie sich nunmehr herausstellt, ist Seitens der Melbourner Regierung in der That auch der Londoner Generalagent für Victoria, Sir Graham Berry, angewiesen worden, Baron Hirsch zu eröffnen, daß die Einwanderung der vertriebenen Juden nicht gewünscht werde, zudem auch den eigenen Interessen der Letztern nicht entsprechen würde, weil sie (die Juden) sich den Lebensverhältnissen Victorias nicht „anpassen" und dementsprechend schwerlich ihren Unterhalt fristen könnten. (?) Auf dieses Schreiben ist nunmehr eine Antwort von Baron Hirsch eingetroffen, in welchem derselbe erklärt, seine Gesellschaft werde sich hüten, auch nur einen einzigen russischen Juden nach Victoria zu schicken, wo dieselben nicht mit dem Wohlwollen ausgenommen werden würden, das erforderlich sei, um ihre Zukunft sicher zu stellen. Es sei ihre Absicht gewesen, bona. Me Kolonisten zu schicken, die, anstatt eine Last, eine Qnelle des Reichthums für das Land geworden wären. Länder mit geringer Bevölkerung sollten solche Einwanderer mit offenen Armen aufnehmen, wie denn thatsächlich schon eine ganze Anzahl Anerbieten Seitens anderer Regierungen vorlägen, in deren Ländern die russischen Juden in anderem Lichte, als in dem einer Last angesehen würden. Ob Seitens der Regierung von Neu-Süd- Wales ähnliche Schritte bei Baron Hirsch gethan worden sind, ist mir nicht bekannt. Im Uebrtgeu ist jedoch der Londoner Generalagent für Neu-Süd- Wales, Sir Saul Samuel, selbst Israelit, und da er sich auch sonst, durch Bildung nnd Erziehung, vor seinem bisherigen Kollegen aus Victoria sehr vorteilhaft auszeichnet, dürfte die Annahme naheliegen, daß er schwerlich ohne Weiteres zu einem analogen Vorgehen, das sich thatsächlich doch nur als ein abermaliges Jmstaubekriechen vor den Diktatoren der Trades Untons kennzeichnet, die Hand zu bieten gesonnen ist. vermischtes. Da die Antisemiten den Versuch machen, in Baden Boden zu gewinnen, so dürfte es nicht uninteressant sein, ans der Kriminalstatistik für das deutsche Reich, welche für das Berichtsjahr 1889 im Verlage von Puttkammer und Mühlbrecht in Berlin erschienen ist, Nachstehendes festzunageln: Unter der badischen Gesammtbevölkerung von 1,650,000 befinden sich 27,000 Juden. Von den badischen Gerichten wurden 1889 wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen 5311 Personen abge-

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