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Der Israelit · 1892-01-04 · Heft 1 (4.1.1892) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 1 (4.1.1892)
Date
1892-01-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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thätig sind, bilden unsere besten Arsenale für den Kampf gegen unsere inneren und äußeren Feinde. Zu dem Prophetenwort pp mdd „das Joch wird durch das Oel gelockert," (Jesaja X.27.) bemerken die Weisen: Das Oel, mit dem Ehiskijahu die Bot6 Midraschim erleuchten ließ, hat das Joch überwunden, welches Sanherib Israel auferlegt hatte. In unserer Sidra wird uns berichtet, daß Josef seinem Vater zehn Lastthiere beladen mit dem Besten Mizrajims gesandt habe. Dieses „Beste Mizrajims" erläutert Raschi mit folgenden Worten : U!2'n nn’j D^p* njnv p1 s" nbvv eooja wao. „Wir finden in der Gemora, daß er ihm alten Wein geschickt hat, denn dieser gewährt dem Geiste der Alten Befriedigung." — Der Geist der Alten ward nicht erst seit heute und gestern von der jüngeren Generation als etwas veraltetes, abgestorbenes angesehen, von dem sie sich emancipiren möchte. So machen viele leichtlebige Weltlinge noch heute dem Judenthum einen Vorwurf aus seinem höchsten Vorzug, aus seinem höchsten Adel, aus dem Umstand, daß es so alt ist. Daß das Alter aber nicht schlecht, schwach und abgestanden machen muß, das bezeugt am besten der alte Wein, der um so vorzüglicher ist, je älter er wird. Deshalb befriedigt und rechtfertigt der alte Wein den Geist der Alten und deshalb dürfte Josef mit diesem Geschenk den symbolischen Ausdruck der unwandelbaren Treue verbinden, die ihn mit dem alten Vater und seinen Lebensanschauungen auch in der fernen Fremde vereinigte. Diese Blätter stehen im Dienste jener D\jp: pjn, dieser Gesinnung und Anschauung unserer großen Aitvorderen. Jeder „Rückblick" begegnet ihrem milden, geistigen Auge und giebt uns Muth und Hoffnung mit Gottes Hilfe auch für die Folge dem Ziele entgegen zu streben, das ihnen unwandelbar voranschwebte. Dafür erbitten wir die Hilfe des Himmels und die thätige Mitwirkung der zahlreichen Freunde dieser Blätter auch für den hiermit beginnenden 33. Jahrgang. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. Mainz, 1. Januar. Mit dem heutigen Tage erscheint unsere Zeitung wieder unter dem Titel: „Der Israelit", da Herr Isaak Hirsch, der Verleger des „Jeschurun" aus unserer Redaction ausgeschieden ist. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Herrn Isaak Hirsch und der Chefredaktion dieses Blattes erleiden selbstredend durch die uur durch äußere Umstände herbeigeführte Lösung des bisherigen Vertrags keinerlei Einbuße. Darmstadt, 31. Dez. Das hiesige antisemitische Organ, die „Hessische Volks-Zeitung" hat heute ihr Erscheinen eingestellt. Berlin, im Dezember. Die Einfügung der früheren Hochschule, jetzt „Lehranstalt für Wissenschaft des Judenthums" in den Organismus der Berliner Hauptgemeinde bildete den einzigen Berathungsgegenstand der Repräsentantenversammlung am Sonntag den 6. Dezember. Der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, Herr Justirath Mako wer. sowie Herr Professor Lazarus traten für unbedingte Einverleibung der Lehranstalt ein, für deren Lehrkörper in absehbarer Zeit neue Berufungen nothwendig sein würden. Herr Makower wies darauf hin, daß bei anderen Eonfessionen Kirche und Geistlichkeit mit Zuwendungen überschüttet würden, während der Zinsertrag des der Lehranstalt zur Verfügung stehenden eisernen Fonds sich nur auf 5000 Mark belaufe. 10 000 Mark würden durch freiwillige Beiträge alljährlich aufgebracht, die Miethsräume, in denen die Vorlesungen abgehalten werden, seien geradezu von kläglicher Beschaffenheit. Während der Bau der neuen Synagoge in derLindeustraße eine halbe Million Mark gekostet hatte, thue die Gemeinde für den Geist des Judenthums sehr wenig. Herr Direktor Hermann trat Namens des Gemeinde- Vorstandes für die Bewilligung einer Jahressubvention von 3000 Mark ein, nach seinen Informationen wolle das Institut gar nicht in den Gemcindeorganismus einverleibt werden, sondern selbstständig bleiben. Auch aus der Mitte der Repräsentatenversammlung wurden Stimmen laut, welche betonten, daß durch die Uebernahme der Lehranstalt auf die Hauptgemeinde die „Richtung" des Instituts noch weiter nach links verschoben werden würde. Namentlich wandte sich Herr Sanitätsrath Dr. Blumenthal gegen den Antrag Makower, der ein vollständig neues Institut mit großen Lasten der Gemeinde aufbürden würde, während bereits unter Leitung des Herrn Dr. I. Hildesheimer in Berlin ein Rabbinerseminar bestände, dessen Rechenschaftsbericht der Redner vorlegt. Durch Vergleiche aus den Berichten noch anderer Seminare weist Dr. Blumenthal nach, daß die Hochschule bisher sehr wenig Rabbiner ausgebildet habe. Redner weift noch darauf hin, daß für Verbreitung talmudischen Wissens in Berlin noch durch ein vorzügliches Bethhamidrasch und das Beitel Ephraim'sche Institut gesorgt würde, will indeß auf ein Jahr der Hochschule 3000 Mk. aus Gemeindefonds bewilligen, wenn eine Motivirung erfolge, wozu das Geld gebraucht würde. ' In längerer Rede sucht Herr Professor Lazarus die Einwendungen des

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