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Der Israelit · 1891-12-21 · Heft 99 (21.12.1891) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 99 (21.12.1891)
Date
1891-12-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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»Bevölkerung der Schweiz Mitte 1891 auf »2,965,303 Seelen, darunter 8386 ansässige JSrae- Iliten. Von denselben kommen auf die Kantonen .IZürich 1416, Bern 1247, Baselstadt 1078, Aar- Jflatt 1064, Neuenburg 774, Gens 723, St. Gallen 1575, Luzern 215, Baselland 165, Solothurn 154, IFretburg 127, Thurgau 61, Graubünden 43, Schaff- . Ihausen und Appenzell A. Rh. je 26, Zug 28, .1 Glarus 15, Tessin 13, Uri und Wallis je 3, j.1 Schwyz 2, Ob.- u. Nidwalden u. Appenzell I. Rh. ^1 haben keine israelitischen Einwohner. I > vermischtes. 4 I Mainz. Aus Kolonien (Galizien) erhielten wir 51 bic Probenummer einer hebr. Wochenschrift „Haam" lll betitelt. 81 Eberstadt bei Darmftadt. Am 2"? ov ver- I starb unser ältestes iz->2nMitglied und langjähriger )I Vereinsrechner, Herr Salomon Löw Joseph in Eber- I stadt bei Darmstadt im Alter von 73 Jahren. I Der Verstorbene war im Sinne des Wortes ein "I "nii' tf'N, er war auch langjähriger Vorstand seiner "I Israel. Gewinde und gehörte etwa 31 Jahre der poli- 'I tischen Gemeinde Eberstadt als Gemeinderaths-Mit- J glied an. I Er war nicht nur in seiner Gemeinde, sondern auch -I in der ganzen Umgebung bei allen Eonfessionen als J eine hochgeachtete Persönlichkeit geliebt. ),| Nachdem bereits vor 5 Jahren seine edle Gattin das Zeitliche segnete — müssen nunmehr auch seine d beklagenswerthen Kinder, den liebevollen und sorgsamen!| Vater betrauern. j Jeder ohne Unterschied des Glaubens, konnte sich I Rath und auch Trost bei ihm holen. Die Art nnd NI Weise, wie er stets Wohlthaten übte gegen Arme und ff Bedürftigen war allgemein bekannt; auch in dieser Zeitung hat man öfters seinen Namen bei Leistungen von rtl Unterstützungen lesen können. » Vor seiner Beerdigung waren in nnd an dem j] Trnuerhause fast alle 7i->2li-Mitglieder, die ganze jüdische ij Gemeinde — sowie der ganze Ortsvorstand mit dem J Bürgermeister cm der Spitze und viele andere Burger und Freunde versammelt, um dem verstorbenen Freunde iß die letzte Ehre erweisen zu können. II Herr Rabbinr Dr. Marx aus Darmstadt und H Herr Instituts-Vorsteher Dr. Barnaß aus Pfungstadt » schilderten in schwungvollen Neden am Trauerhaus das t| Bild des edlen Mitbruders die uns den Verlust erst J recht nahe legten. II Gebe '"ttfn den Hinterbliebenen Trost l J Möchte ihnen das ro des theuern Heimgegan- I genen beistehen und der Gedanke an ihren Vater, seine I Kinder und Enkel aneifern, ihm ähnlich zu werden, daß j I er iu ihnen fortlebe und wirke. Z. M. j I Elbing. Herr Sanitätsrath Dr. Cohn beging ■ I am 13. d. Mts. sein sechzigjähriges Ehrenbiirger-Jnbi- ' 1 läum. Bald nach Absolvirnng seiner medizinischen 1 Studien ließ sich derselbe im Jahre 1830 hier als Arzt I nieder, wo er trotz seiner Jugend in Kurzem wegen seiner ärztlichen Geschicklichkeit und Humanität allgemein geschätzt wurde. Während der großen Cholera-Epidemie des Jahres 1831 entfaltete er eine ebenso rastlose wie wirksame Thätigkeit, indem er mit Hintenansetzung aller persönlichen Rücksichten Tag und Nacht bemüht war, helfend einzugreisen, Noth zu lindern und dem Wüthen dieser furchtbaren Krankheit Einhalt zu thun. Die Anerkennung hierfür seitens der Behörden und Bürgerschaft blieb nicht aus. Unter Ueberreichung eines kostbaren Pokals wurde dem 26jährigen jungen Arzte am 13. Dezember 1831 das Ehrenbürgerrecht verliehen. Zahlreiche Auszeichnungen, der rothe Adler- und Kronenorden dritter Klasse, das akademische Ehrendoktordiplom der Universität Königsberg u. a. m., welche dem Jubilar während seiner mehr als 60jährigen Berufsthätigkeit zu Theil wurden, legen von den Verdiensten des Jubilars Zeugniß ab. Auch wissenschaftlich ist C. erfolgreich thätig gewesen. Regisheim, (Elsaß). Am 26, v. Mts. schied nach längerem Leiden Frau Victorine Meyer aus dem Leben. Sie war eine jener würdigen, echt frommen Frauen, wie sie heut zu Tage immer seltener werden. Mit aufrichtiger Hingebung hing sie an unserer heiligen Religion, namentlich war es ihr ein wahres Herzensbedürfniß NOin ru^'vtr zu üben, Kranke zu pflegen rc. so oft sie Gelegenheit dazu finden konnte. Ihr besonderes Augenmerk war aber auf die Armen des heiligen Landes gerichtet; seit vielen Jahren besorgte sie die betreffenden Sammlungen, um dieselben durch p"nm binv 'tan Herrn Jacques Meyer in Mülhausen ihrer Bestimmung zuzuführen. Die Verewigte spendete selbst reichlich zu diesem heiligen Zwecke und ließ cs sich angelegen sein, Andere hierzu zu veranlassen. Paris. Wie alljährlich haben auch heuer die Herren Gebrüder Rothschild den Betrag von 100,000 Francs zur Vertheünng in den verschiedenen Bezirken von Paris gewendet. Die Spende ist vornehmlich zur UnterslüLuug würdiger Personen bestimmt, welchen die Zahlung der Micthziiise schwer füllt. Paris. Der Oberrabbiner von Frankreich, Zadoc- Kahn, har ein Ruudschrciben an alle Glaubensgenossen erlassen, in welchem derselbe in beredten Worten zu Sammlungen für die unglücklichen russischen Juden auffordert. Dieses Rundschreiben wurde am Samstag in sämmtlichen Synagogen von Frankreich und Algier von der Kanzel herab verlesen. Taganrog. Der Staatsrath und Präsident des hiesigen Handels- und Industrie-Vereins, Herr Jaques Po link off wurde vom Ezaren in Anerkennung seiner Verdienste um den Handel und der Industrie unseres Landes mit dem Großcordon des Stanislaus-Ordens 1. Elasse decorirt. Rom. Die Zahl der jüdischen Parlamentsmitglieder ist nunmehr auf 10 angewachsen durch die Wahl des Cavaliere Jppvlito Lnzzati, welcher Cafale vertritt. Er ist der erste, welcher zur Vertretung einer alten Provinz gewählt wurde. London. Herr Claude de Montcsiore hat sich erboten, das Lectorar für Talmud an der Universität von Cambridge, welches gegemvärtig von.HerrnS. Schächter versehen wird, in eine Professur umzuwandeln nnd

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