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Der Israelit · 1891-12-21 · Heft 99 (21.12.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 99 (21.12.1891)
Date
1891-12-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1858 Tanger zustieß, war der Israelit eingekerkert worden. Herr Mathems, Generalkonsul für Amerika, Herr Figuera, spanischer Minister-Resident, und Herr Gentile, in Abwesenheit des Herrn Eantagalli, Geschäftsführer der italienischen Gesandschaft, haben Schritte für die Freilassung des Israeliten gethau und es ist ihnen geglückt, denselben am Vorabend des Jom-Kippur-Festes aus dem Gefänguiß zu befreien. Vermischtes. < Am 16. November starb hochbclagl Frl. Alverrine Lachs, eine Schwester des seligen :)iabbiner Dr. Nt i ch a e l « a ch s in Berlin. Sie war durch den Adel ihres (sharaktcrs und durch Wohlthätigkeitssinn in weiten Kreisen beliebt und grehrt. Zu wohlthätigen Zwecken ist der Stadr Berlin vom Rentier Siegfried Lessing ein Legat von 10,000 Mark hinterlassen worden. Volkrnarscn «.dessen Nassau), l.V Nov. He nie wurde das 2',jährige Dienstjubiläum unseres hochverehrten Lehrers Zofe pH Wertheim durch die Schäler und die Gemeinde festlich begangen, welche denselben außerdem reichlich beschenkten. Das Tvcft begann mit einem feierlichen Schnlakt. Während des ganzen Tages erschienen die Gemeiudemitglieder, ehemalige Schäler und Schälerinnen des Srtes, fellfft zahlreiche christl. Bürger, namentlich die Spitzen der^tadt sowie mehrere Lehrer, Schäler und Fremde ans der Umgegend. Abends fand im Schullokale eine gemeinsame Gemeiudeseier statt: Vorträge humoristischen und ernsten Inhaltes wechselten hier ad. Möge es dem im kräftigsten Manncsalter stehenden Jubilar vergönnt sein, auch dereinst im .streife seiner lieben Familie und unserer Gemeinde sein .öOjähriges Jubiläum in derselben Geistesfrische und .Oörperkraft zu feiern. Urspringen. Am prrpe p-tre starb hier Frau Lärche Schlov geb. Wcigersheimer aus .Meßdorf. Aus einem für alles Jüdische begeisterten .Hanse stammend, ausgerüstet mit einem bei Frauen seltenen Wissen aus unserer heiligen Litteralnr, erfahren in allen Zweigen der wichtigsten Religionsvorschristen, getragen von einer seltenen Begeisterung sär die heilige Thora war sie das Muster eines echt jüdischen Weibes, einer tüchtigen Gattin und einer zärtlichen Mutter. Gastfreundschaft zu üben, Thorabcslissene zn beehren und deren Bcstrebnngcn zn unterstützen, der Besuch des Gottesdienstes an Werk- und Feiertagen, die peinlichste Gewissenhaftigkeit in den Pflichten ihres Wirkungskreises waren Eigenschaften, die sic in hohem Maße auszeichueteu. Aus Kiew wird gemeldet: Zn Tempez, Gouvernement Kiew, wurde der jüdische Schänker Liszenko Nachts von Bauern ermordet und beraubt. Der Gendarmerie gelang es die Raubmörder und Anstifter zu ergreifen In der Lifte der von dem Könige von Italien ernannten neuen Senatoren befindet sich auch unser Glaubensgenosse ftommandatore Salvatore Ottvlenghi in Mailand. Au der Subskription in England sär die russischen Inden haben sich nach Ausweis der Sammelliste auch Christen bcthciligt; außer nicht namentlich anfgesährten christlichen Freunden, begegnen wir dem Earl Roseb er rp, dem Freunde des Grafen Bismark, mit 300 L. <6000 Mark, und dein .Herzog von W e st m i u i st e r mit ^00 L. (4000 Mark». Es sind weniger die reichen Gaben, die erfreuen, als die Geber. Der Khedive hat das jüdische Hospital in Alerandricn, welches fein Entstehen der Mnnisizenz des Baron Behörde Menasee verdankt, mit seinem Besuche beehrt. Seine .Hoheit sprach seine Beivuuderuug über die treffliche Einrichtung dieser Anstalt in den auerkenueudsteu Worten aus. Feuilleton. Die Schindmähre. Ein Allegorie. Bearbeitet und ins Deutsche übertragen von S. H o r o w itz. (Fortsetzung.) Da betrat Breindel, die Vorleserin/) welche meine Mutter auf den „guten Ort" geschickt hatte, damit sie auf den Gräbern weine und das Feld ausmesse/i das Zimmer. Sie berührte dreimal die Mesusoh, kam weinend und schluchzend auf die Mutter zu und berichtete: „Ich habe die Großmutter Jente, die Tante Seide (die im Paradies ruhen) gebeten, Fürsprech zu sein; beide'waren rechtschaffene Jüdinnen. Ferner den Vater, den Großvater und die ganze Familie; zum Schluffe auch die alte Rabbinerin, eine tugendhafte und rcchtliebende Frau, ihre Verdienste und guten Thaten mögen uns beiftehen! Der Ewige wird ihre Gebete erhören. Srulchen wird mit Gottes Hilfe genesen. Man sollte nur noch versuchen, ihn auf Eiern3) hinauszukollern und mit Wachs zu begießen. Das ist ihm vom Schrecken gekommen; vor einem Jahre war dasselbe mit dem Sohne des Bordger Lehrers der Fall. Er wurde auf Eiern hinausgekollert und die Krankheit verschwand sofort wie weggewischt. Wie 1) Da in den russisch-polnischen Provinzen die Frauen der unteren Stände nur wenig des hebräischen Lesens mächtig si"d, eine Uebersctzung in der Landessprache aber nicht zulässig, lassen sie sich während der hoben Feiertage die Gebetstücke in der Synagoge laut vorlesen, das Gehörte leise wiederholend. 2) Eilt aller Aberglaube, der darin besteht, daß man in Krankheitssälleit den Friedhoi init einem langen Faden aus-- mitzt, derselbe wird dann zu einem Dochte in einem Wachslichte verarbeitet, und bei diesem Lichte werden Gebete für die Genesung des Kranken ve>richtet. 3) Der Aberglaube schreibt den Henneeiern eine Heilkraft zu, besonders in solchen Fällen, wo die Krankheit durch einen Schreck veranlaßt wurde.

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