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Der Israelit · 1891-12-21 · Heft 99 (21.12.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 99 (21.12.1891)
Date
1891-12-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1857 Holland. Amsterdam. Dieser Tage ist das offizielle Ergebniß der neuesten, im Vorjahre vorgenommenen Volkszählung veröffentlicht worden. Nach diesen Mittheilungen zählt Holland 4,511,415 Einwohner. Nach ihrem Glaubensbekenntnisse wurden gezählt 2,500,000 Protestanten verschiedener Richtung, 1,600,OO0 Katholiken und 97,000 Juden. Dänemark. Kopenhagen. Die Beerdigung unseres Oberrabbiners Professor Dr. A. A. Wolfs gestaltete sich zu einer imposanten und zugleich von Herzen kommenden Trauerkundgebung. Lange vor der um 12 Uhr angesetzten Stunde, füllte eine repräsentative Juden wie Nichtjuden umfassende Versammlung die große Halle des neuen Begräbnißplatzes. Der König ließ sich durch seinen Kabinetssekretär, Geheimen Staatsrath Rosenstand vertreten, ferner waren erschienen der Kultusminister Goos, der fungirende Oberpräsident, Bürgermeister Hansen, die Professoren Dr. von Mehren und Brandes, die Gemeinde-Repräsentanten und Synagogenvorsteber, die Direktionen und das Lehrpersonal der jüdischen Schulen und die Vorsteher sämmtlicher religiöser und wohlthätiger Anstalten der Gemeinde, Vertreter der vornehmsten Gemeinden Dänemarks 2c. rc. Neben der Bahre lag ein Kissen, worauf die zahlreichen Orden des Verblichenen sich befanden. Nachdem Oberkantor Simon das tpw in weihevoller tiefergreifender Weise unter Begleitung des Synagogenchors intonirt hatte, betrat Herr Rabbiner Simonsen die Kanzel und schilderte in beredten und bewegten Worten Prof. Wolff's Bedeutung für seine Gemeinde, mit welcher er stets innig verknüpft gewesen, wie die Seele mit dem Körper, und deren Besten er seine große Fähigkeiten, seine ganze Lebenskraft geweiht, wie er auch stets jede ihm zu Theil gewordene Ehre als eine seiner Gemeinde erwiesene Ehre hinnahm. — Nachdem der Chor hierauf abermals einen Psalm gesungen, recitirte Oberkantor Simon in feierlicher herzergreifender Weise das von dem verewigten Oberrabbiner selbst verfaßte, ergreifende □»am nVö das er mit dem Wunsche, es möge an seiner Bahre vorgetragen werden, hinterlassen hatte. Nun wurde der Sarg von den Gemeinde- Repräsentanten und dem Synagogenvorstände zum Leichenwagen getragen, worauf sich alle anwesenden Gemeindemitglieder, demselben folgend, zu Fuß und zu Wagen, nach dem alten Friedhofe begaben, wo die sterblichen Ueberreste des Verewigten unter den rituellen Gebräuchen und Gebeten an der Seite seiner früher dahtngeschiedenen Ehegattin zur letzten Ruhe gebettet wurden, rraiun. England. London, 16. Dezember. Der Abgeordnete Samuel Montagu hat 20 Arces Landes, welche ihm in Edmonton, einer Vorstadt Londons, gehören, auf 7 Jahre unentgeltlich zur Verfügung gestellt, damit dort jüdische Colonisten die Landwirthschaft praktisch erlernen können. Afrika. Maroeeo. Man meldet dem Central-Comttt der „All-Jsr." neue Gewaltthaten gegen die Israeliten des Binnenlandes. Seit einigen Monaten vermehrten sich die Gewaltthaten dieser Art; die Beunruhigungen in den israelitischen Gemeinden ist groß. Demselben wird aus Mogador gemeldet: „Zu meinem lebhaftesten Bedauern muß ich Ihnen die Ermordung zweier Glaubensgenoffen mittheilen, zweier Brüder, die in Mogador ansässig waren, und von denen der ältere, 26 Jahre alt, seit einigen Monaten verheirathet war. Sie sind die vorige Woche in der Provinz Haha, in der Umgegend von Mogador, einem vom Said Mohamed Umbaret abhängigen Bezirk, verschwunden. Ihre Lastthiere sind herrenlos wiedergefunden worden, aber die Waaren und das Geld, das ste bei stch hatten, fehlen. Raubsucht war also der Beweggrund zu diesem doppelten Verbrechen. Der ältere hieß Selam Abuhseira, der jüngere Bakhluf Abuhseira. Es ist uns geglückt, ihre Körper aufzufinden, als der Said des Distriktes von Jldaich, in dem das Verbrechen begangen worden ist, im Begriffe war, sie verschwinden zu lassen. Nur der Unterstützung durch die SaldS der beiden Nachbarprovinzen von Jntuga und Jda Ubugia, auf deren Gebiet diese Leichname durch die Araber von Jblaach geworfen wurden, um den Verdacht von sich abzuwenden, ist es zu danken, daß man der schrecklich verstümmelten irdischen Reste der beiden Brüder hat habhaft werden können. Mit vieler Mühe und unter den größten Gefahren konnten einige Israeliten in Begleitung von bewaffneten Soldaten, welche von den beiden erwähnten Salds beigegeben worden waren, jene Leichen auffinden und sie Freitag Abend nach Mogador schaffen. Der verantwortliche Said, Mohamed Umbarek wurde, in der sichern Annahme, daß die Israeliten den Sabbat nicht verletzen würden, durch die Schnelligkeit dieser Entführung überrascht, sonst würde er sich dieser wahrscheinlich widersetzt haben; erwürbe von der Entführung erst unterrichtet, als unsere Leute schon an den Thoren von Mogador waren. Die Erregung war sehr groß; die Beerdigung hat am zweiten Tage von Rosch Haschana ftattgefunden. Wir haben ein trauriges Fest verlebt. Infolge eines Unfalles, der einem Araber in I dem Laden eines israelitischen Waffenhändlers zu

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