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Der Israelit · 1891-12-17 · Heft 98 (17.12.1891) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 98 (17.12.1891)
Date
1891-12-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1842 Mohn benennen, und köstlich zu schauen sind die mit goldenen Kugeln und grünlichen Walzen bestreuten Kürbis-, Melonen- und Gurkenbeete. Die meisten Aecker Egyptens geben zwei, viele drei Ernten im Jahre und die Ziegel aus geknetetem und gebranntem Nilschlamme liefern den Uferbewohnern herrliche Paläste. Da hören wir gleichsam den Freudenruf der Flüsse, denn es freuen sich die Gotteswerke ihrer Bestimmung, Segen und Heil der Erde und den Menschen zu bringen. Wteaber wenn unter dem Neid und der Ehrsucht der Völker auch die Ströme zu leiden haben, wenn Gewalt im Vereine mit Eifersucht sich ihrer bemächtigt, wenn der Besitz der Ströme, der natürlichen Grenzen, welche die verschiedenen Länder - und Völkergebiete von einander scheiden, bestritten wird, oder wenn die Ströme in ihrer unbesiegbaren Gewalt sich zeigen, wenn sie mit mächtigem Unestüm, die sie einengenden Grenzen und Dämme urchbrechen, Alles, was ihnen hindernd in den Weg tritt, zerstörend niederwerfen und Länderstrecken veröden, blühende Fluren und Ackerfelder verwüsten, rufen sie auch da uns jauchzend zu -p wno> nnru, uns mit ihnen zu freuen, mit ihnen zu jauchzen ob jener herrlichen, geahnten Zukunft? Ja, auch dann, wie aus folgender Erwägung erhellt. Die Ströme vergegenwärtigen uns die schärfsten Gegensätze, und das Wort des gelehrten R. Josua b. Lewi (nana 56. b.) deutet sie in folgendem Ausspruche an: „Wer im Traume einen Strom steht, dem kann dieser Anblick ein gutes Omen bedeuten, ihm Friede verkündigen; denn so heißt eS oiw nrua rsau »«n (Jef. 56, 12.) „Ich führe ihr wie ein Strom den Frieden zu", aber auch eine unheilvolle Bedeutung kann ein solcher Traum in sich bergen; heißt es doch: xia' w irr in» (Jes. 59, 19.) „Wie ein Strom kommt der Bedräuger." Gewiß auch der durch den Strom dargestellte bedrängende Feind, auch das unbändige Ungestüm und die zerstörende Wuth der Ströme, auch sie rufen unS in diesem Stadium der Verheerung und Verwüstung zu urp tann -jit *p imid' nnm. Der Ströme ungestüme Gewalt soll uns ebenso zum Heile erziehen, wie der Ströme liebliche Frieden uns den Segen bereitet. Fassen wir die Geschichte der Ströme näher ins Auge, erwägen wir die Entstehung, Namen und Eigenschaften der ersten Ströme und wir werden unserem Verständnisse näher bringen, was die nnna uns zuflüstern. Vier Hauptflüffe, lehrt die min, entstanden aus jenem Strome, der den Garten Eden tränkend und bewässernd durchfloß und dann in die Erde versiegt ist. Bier Hauptflüsse nach vier Richtungen, entsprechend den verschiedenen vier Strömungen, auf denen die Menschen ihren Lebenszweck erreichen wollen. Was ist unser Streben und Ziel auf Erden? Wir wollen uns ein Paradies auf Erden schaffen, uns wieder ein neues gründen, uns des Paradieses bemächtigen, aus dem Adam, der erste Mensch, vertrieben wurde. Was das Paradies Herrliches und Erftrebenswerthes darbietet, so daß auf seinen Erwerb alle unsere Veftrebungeu gerichtet sind, lehrt uns das erhabene Gotteswort im zweiten Capitel des ersten seiner Bücher. Dort wuchsen alle Bäume, auch der Baum, dessen Fruchtgenuß das wahre Leben (D”nn py) gewährt, dieser aber steht pn -yina versteckt, mitten im Garten, vielleicht deshalb, weil die Wenigsten ihn zu erreichen suchen. In erster Reihe stehen py b, die große Menge der Bäume, n*nöb ivm deren Anblick dem Auge wohlthmnd und lieblich ist, daneben jene, welche bDHob mv gut zum Genüsse sind, und endlich ym aio nyin py, ein Baum der Erkenntniß vom Guten und Bösen. Nur ein Fluß begrenzt den Boden des heiligen Landes, es ist der rns und dieser ist der zuletzt genannte, nur der Weg über einen heiligen Boden führt nach dem □'Tin py. Jene Menschen, welche die Bäume, nt-nob loro, die dem Auge schmeicheln, erreichen wollen, folgen dem ersten Strome iwb, der das Land n‘?’in umfließt, wo sich das Gold befindet. Wer sich mit dem bmcb aiö befriedigen will, der befahre den Strom pn’j, und wer begierig ist, vom nyin py zu genießen, der wage sich auf die Wogen des dritten Stromes, des bpm. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Barmen, 13. Dez. Eine große Anzahl hiesiger angesehener Bürger, verschiedenen politischen Richtungen und religiösen Bekenntnissen angehörend, erlassen in den bedeutendsten Zeitungen des Wupperthales folgende Erklärung: „Gegen unsere israelitischen Mitbürger wird durch einen in Elberfeld und Barmen gegründeten sozialen Verein, insbesondere in einem Blatte „Die Wacht", eine verwerfliche Agitation in Scene gesetzt, welche der Natur unseres Volkes, seiner geschichtlichen Entwickelung uud seiner Stellung unter den civilistrten Nationen zuwider ist. Diese Agitation geht zumeist von Personen aus, die erst kurze Zeit am Platze und mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraut sind, sie entbehrt jeder Berechtigung. In dem Blatte „Die Wacht" werden die Juden, denen die Gesetze des Reiches volle staatsbürgerliche Gleich-

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