Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1891-12-10 · Heft 96 (10.12.1891) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 96 (10.12.1891)
Date
1891-12-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448122-2448211--33258-2481142
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXn. Jahrgang. @ V ft t Beilage?u M 96 ors «Israelit & Iefchimm- Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 4. Dezember. Gestern wurde hier eine aus den Herren Wolf, Pappenheim, Bettelheim und Gestettner bestehende Deputation der Preßburger orthodox, israelit. Gemeinde von Sr. Maj. dem Kaiser empfangen. Budapest. Die regelmäßigen Vorträge an der Preßburger haben am 29. v. Mts. begonnen. Der erste Vortrag ist seit uralter Zeit stets mit einer gewissen Feierlichkeit verbunden, da bei dieser Gelegenheit der Ober r abbin er die sogenannte nn*nc hält. Diesmal hatte die Eröffnung ein ganz besonders solennes Gepräge, sowohl infolge der außerordentlich großen Anzahl der Hörer, als wie auch durch die bedeutungsvolle Rede, die Herr Oberrabbiner Schreiber bei diesem Anlässe gehalten. „Ihr seid hierher gekommen an diese Stätte, wo meine Voreltern das heilige Wort verkündet" — sagte der gelehrte Rabbiner — „damit Ihr lernt, damit Ihr schöpfet aus dem heiligen Born der reinen Wasser. Durch Lernen der min Gott zu dienen ist unser Zweck und zu kämpfen für das hehre Ideal, uneigennützig! Laut aufpochen vor Freude muß das Herz eines jeden wahren »tiiv bei dem Anblick einer solch stattlichen Zahl wissensdurstiger Jünglinge, wenn er sieht, daß sich diese um die Fahne der min schaaren. Ich begrüße Euch, meine Lieben, aus der Tiefe meiner Seele. Dornenvoll ist die Bahn, die Ihr betreten, aber sicher ist das Ziel, denn Eure Bestrebungen sind selbstlose! Sammelt die Schätze, sammelt die Kraft, die Ihr dereinst benöthigen werdet, um dem Sturm der Irreligiosität, — dieses einzigen Feindes, der Israel zu besiegen im Stande sein könnte — mit Mannesmuth entgegentreten zu können. . . ." Diese mit rrni rnjNi hdiö nm geistreich gewürzte nnns war auf die Anwesenden von gewaltiger Wirkung, — es begann nachher der erste Vortrag und somit ist der Kurs an der Preßburger na-E” eröffnet. Es ist dies nun aberauch der Anfang jenes namenlos großen Elendes, welchen die braven, selbstlosen Kämpfer der Gotteslehre ausgesetzt sind. Die Entbehrungen jener 400 Bachurim in Preßburg spotten wahrlich jederBeschreibung. Wenn jeder glaubenstreue 'r.r,wenn jede jüdische Körperschaft dieses Landes auch nur eine Kleinigkeit opfern würde, für die 400 Talmudjünger in Preßburg (die, wie der Preßburger in seiner nn’nö sehr richtig ^bemerkte, für ein heiliges, hehres Ideal kämpfen), dann müßten diese armen omro nicht so viel leiden, nicht so viel hungern. Die Preßburger jüd.- orthodoxe Gemeinde und die daselbst bestehenden heiligen Vereine thun das ihrige, ja leisten mehr als sie können. Es gibt in Preßburg Familien, wo täglich 3—4, ja manchmal noch mehr cnipo die sogenannten „Kosttage" bekommen. Eben jetzt wurde auch eine jüdisch-orthodoxe Volksküche errichtet und dieser Tage dem Verkehr übergeben. Man darf jedoch die ganze Last nicht allein auf die Schultern Preßburg's legen. Infolge eines Appels im „Zsido Hirado" haben bereits Mehrere, z. B. die p"n in Miskolz Spenden nach Preßburg geschickt. Wenn jede p"n (diese sind in der Regel besser situirt als die Gemeinden) auch nur mit einer Kleinigkeit an dem Ltebeswerke sich betheiligt, dann würde für die onma in Preßburg bald einigermaßen gesorgt sein. Die Preßburger hat in der ganzen großen Welt nicht ihresgleichen. Es ist dies eine Institution, auf die jeder wahre ni.r, insbesondere wir in Ungarn mit Recht stolz sein können. Diese Institution und die Frequentanten daselbst verdienen, daß wir sie unterstützen.! mm Nxn mm d’mj; »jan mn Dr. Veßi Daniel. Schweiz. Bern, 9. Dez. Nationalrath. Soeben begann die Debatte über die Schächtfrage. Grieshaber (Schaffhausen), Referent der Kommissionsmehrheit vertheidigt den Standpunkt des Bundesrathes, welcher nach dem Vorgang deutscher Städte die Maßregeln betreffend die vorbereitenden Handlungen treffen, sonst aber die Schächtuna gestatten will. Von den sehr zahlreichen Gutachten citirte der Referent Grieshaber besonders die von Zangger und Meyer (Thierarzneischule Zürich). Soeben kam noch ein Brief von Karl Vogt an den Genfer Großrabbiner Wertheimer, welcher sagt, das Schächten sei nicht grausamer als andere Methoden und habe hygienische Vortheile. Referent bemerkt, berechtigter als das Verbot der Schächtung wäre eine Bekämpfung der Mißhandlung der Thiere durch die Jagd. Fortsetzung Morgen. -£• Vermischtes. < Berlin, 2. Dezember. An Stelle des ansgeschicdenen Herrn Dr. Heinrich Meyer Cohn ist Herr Magiftralssecrätär Tr. Magnus in den geschäftsführenden Ausschuß des „Deutschen Central-Comit« siir die russischen^Jnden" eooptirt worden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.