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Der Israelit · 1891-12-10 · Heft 96 (10.12.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 96 (10.12.1891)
Date
1891-12-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1794 Das hat sich auch an dieser Zeitschrift und ihrem Begründer bewährt. Es war ihm noch zu schauen vergönnt, wie seine Schöpfung aus kleinen, unscheinbaren Anfängen von Jahr zu Jahr sich immer in vollendeterer Weise entwickelte. Jeder Fortschritt dieser Blätter war ein Gradmesser für den Fortschritt des Judenthums, des orthodoxen Judenthums. Geringschätzig und verächtlich sprach man zur Zeit der Gründung des „Israeli t" von dem orthodoxen Judenthum und seinen Bekennern. Dr. Lehmanns war der erste und bis aus den heutigen Tag der Einzige, der sich und sein Blatt nicht nur zum orthodoxen Judenthum bekannte, sondern sich auch danach benannte, der den verfehmten Namen aufgriff und ihn mit Gottes Hilfe zu Ehren brachte. Das hat der Heimgegangene noch erlebt und dieses beglückende Bewußtsein hat er mit in die Ewigkeit genommen. Aber was ihm zu schauen nicht vergönnt sein konnte, das sind die tiefen und unauslöschlichen Spuren, die sein Leben und Wirken zurückgelassen hat, wie sie sich in den jüngsten Jahren seit seinem Heimgang in so imposanter Weise geltend gemacht haben. Wir haben es an uns erfahren und erfahren es täglich aufs Nene: 'inrvca o’pns irrnao w. „Die Gerechten stehen nach ihrern Tode noch größer, als in ihrem Leben da." Bon Tag zu Tag dehnt sich der Leserkreis dieser Blätter aus und von Nummer zu Nummer wächst die Zahl unserer Mitarbeiter, so daß wir trotz des zweimaligen Erscheinens in der Woche, für die Fülle des Anregenden, Belehrenden und Interessanten von Jahr zu Jahr auf Erweiterung und Vergrößerung des „Israelit und Jeschurun" bedacht sein müssen. So werden die Beilagen des „Israelit und Jeschnrun" mit dem Beginn des neuen Jahrgangs um eine wissenschaftliche vermehrt werden. In dem oben erwähnten zweiten Verse unseres Wochenabschnittes ist das Wort mpv dreimal genannt. Indem es nicht heißt C1P? sondern eipös lehrt die Ueberlieferung, daß es nicht ein zufälliger, sondern ein markirter und bekannter Ort war, an welchem Jakob sich zur Ruhe niederlegte. Es war die Moriah-Höhe, auf welcher der Vater bereits das Leben für Gott hinzugeben bereit war. Vielleicht waren die Steine, die Jakob dort vorfand, die Steine des Altars, auf welchem der Vater und Großvater die höchste Hingebung vollzogen, die sterbliche Menschen je dem himmlischen Vater entgegenbrachten. Der Enkel trifft diesen Ort, nimmt von den Steinen des Altarortes eine Anzahl heraus und bettet sich von den noch zurückgebliebenen Altarsteinen schützend umgeben auf dem Orte, dem bloßen Boden des Landes, das seine Nachkommen einst als Volk besitzen sollen. Als Jakob von seinem wunderbaren Traum erwacht, der ihm das Band veranschaulicht, das den Himmel mit der Erde, Gott mit den zu ihm emporblickenden Menschen verbindet, ruft er betroffen aus: Tiyr nrn cipoa 'n vr pn „Wahrlich Gott ist an diesem Orte und ich wußte es nicht/' — Der Verfasser des r,"bv erinnert daran, daß das Wort rnn, die Anfangsbuchstaben von ,nT.n min ,nr; darstcllt, und will uns damit vielleicht sagen: Wo Kinder in die Fußtapfen wackerer Eltern treten, wo Kinder die Lebensaufgabe aufgreifen und weiter tragen, die der sterbenden Elternhand entsunken ist, wo Kinder Ruhe und Zuversicht auf demselben Boden finden, auf dem die Väter ihr ganzes Leben Gott geweiht haben, da bekundet sich Gottes Gegenwart, da machen sich die „Anfänge" von irr,;-! ,nv* wieder geltend, welche wir mit dem großen Heimgegangenen zu verlieren fürchteten. So wollen wir denn auch zum neuen Jahrgang die Kraft und die Einsicht erbitten den theueren Spuren wie bisher weiter zu folgen, die der unvergeßliche Begründer des „Israelit und Jeschurun" zurückgelassen. Dieses Bestreben verbindet und verbrüdert uns mit unseren zahlreichen Lesern und Leserinnen, die über alle Theile der Erde zerstreut sind. Daß dieses Band immer inniger werde, daß der Geist des wahren, unverfälschten Judenthums in immer größere Kreise getragen werde, dafür erhoffen wir von Gott den Segen und von den Freunden des „Israelit und Jeschurun" wie bisher so auch für die Zukunft ihren thatkräftigen Beistand. Wir wollen in dieser schweren, ernsten Zeit fester als je zusammenstehen und uns um unser von allen Seiten bedrohtes Heiligthum schaaren, es gilt unserem Volke und seinen höchsten, h eiligsten Anliegen! uoy njn p'kirm p;n Karaiten. (Mit Abbildung.- Petersburg, 7. Dezember. Ihr geschätztes Blatt enthält in Nr. 90 eine die Karaiten in der Krim betreffende Notiz aus Odessa, welche mich zu folgenden Bemerkungen veranlaßt. Es wird in jener Notiz gesagt, der Chacham der Karaitengemeinde von Dschufut Kaleh in der Krim habe Angesichts der traurigen Verfolgungen in Rußland seiner Gemeinde ans Herz gelegt, daß Karaiten und Rabbaniten nur eine einzigen Stammvater haben, und auf Grund desse

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