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Der Israelit · 1891-12-10 · Heft 96 (10.12.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 96 (10.12.1891)
Date
1891-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. J 96» Israelit... Aschara». Ikttstzüst M JFStHetaHi D. Geistes Md jSü. Kedess ill AMS. Semlidt Md Zlhiik. Aentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. WM" Fcrnsprechansthluß unser Nr. 315 nach Darmstadt, Frankfurt (Main), Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, ‘TH Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Donnerfttag, den IO. Dezember 5652 (1891)« Da mit dem 1. Januar 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitende Artikel. Zum dreiunddreißigsten Jahrgang. Mainz, 8. Dezember. In wenigen Tagen wird der „Israelit und Jeschurun" in das 33. Jahr seines Bestehens eintreten. Wehmuth und Freude durchwogen uns an der Schwelle dieses neuen Abschnitts und ringen um die Herrschaft über unser Denken und Fühlen. Aus dieser Fluth von Gedanken und Empfindungen, erhebt sich das Wort unseres Gottes, wie ein Fels im Meer, der uns Halt und Ruhe gegen die anstürmenden Wogen bietet. Unsere dieswöchentliche Sidrah leitet die Erzählung von Jakobs Wanderung aus dem Vaterhause mit den Worten ein: tav indo npy1 wn np»i »twn 82 '2 Dty fw oipon jjjb'i njin .Ninn DIpDD 3210’* VntPNIÖ D2>"> DlpOH 'MND „Fort zog Jakob von Beer Scheba und ging nach Charan. Da traf er den Ort und übernachtete dort, denn die Sonne war untergegangen, er nahm von den Steinen des Orts, setzte sie zu seinen Häupten und legte sich nieder an demselben Ort." (I. B. M. Cap. 28. V. 10. 11.) Der Nachdruck, der hier auf den Wegzug Jakobs gelegt und trotz seiner Selbstverständlichkeit zuerst betont wird, veranlaßt die Weisen zu Bemerkungen über den Eindruck, den der Weggang eines Mannes wie es Jakob war auf die nun verlassene Heimstätte macht und wie sich derselbe Eindruck überall wiederhole, wo ein pflichttreuer Mann aus dem Kreise seiner Wirksamkeit scheidet. lnN’sr T3in nt^i nnn ainaS -px rrn |Dnv om rwiy mpan p pnx nn'S'ty t:id db>d Ny mn wn nv? sin min wn tjd pnxnip .rrnn rufe nw nae rrnn n:e Es hätte nur gesagt zu werden brauchen, daß Jakob nach Charan ging. Daß aber sein Weggang besonders erwähnt wird, das sagt, welchen Eindruck das Scheiden eines Gerechten aus einem Orte macht. Solange ein Gerechter in der Stadt ist, so ist er ihr Ansehen, er ihr Glanz, er ihre Herrlichkeit, geht er von da fort, so wendet sich ihr Ansehen, wendet sich ihr Glanz, wendet sich ihre Herrlichkeit. Wie könnten diese Blätter auch einen neuen Zeitabschnitt betreten, ohne ihres Begründers, ohne des edlen Gerechten zu gedenken, der dahingegangen ist und mit ihm all das Große, Schöne, Herrliche, das von seiner ganzen Persönlichkeit unzertrennlich war! Wohl waren viele Edle mit sichtlichem Erfolg bemüht, den Unvergeßlichen zu ersetzen, wohl ist es ihnen gelungen, aber dieses überraschende Gelingen ist ein unverkennbares Zeichen der Spuren des Geistes, die der Heimgegangene zurückgelassen. Er hat nicht umsonst gelebt, nicht umsonst gerungen und gekämpft für die heilige Sache, der diese Blätter gelten. Sein Beispiel hat Schule gemacht. Ein großer Kreis gleichgesinnter, gleichbegetfterter Meister des Worts und derjFeder, den sein zündendes Beispiel geweckt, steht vereint mit uns als Zeugniß dafür da, daß Dm ntrvy oipon p pny nwy, daß wenn der Meister seinen Posten auch verlassen mußte, seine Spuren sind zurückgeblieben. — Das Wort der Weisen sagt nicht, daß mit dem Weggang des Gerechten auch seine Bedeutung — -dn — verloren gehe, sondern sie wendet sich nur, und zwar nach verschiedenen Seiten hin — wie das dreimal wiederholte nas vielleicht andeuten will — den Zurückgebliebenen zu, damit sie mit vereinten Kräften die geistige Hinterlassenschaft weitertragen, die eine einzige Kraft während ihres Daseins in so mustergiltiger Weise allein getragen hat.

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