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Der Israelit · 1891-11-23 · Heft 91 (23.11.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 91 (23.11.1891)
Date
1891-11-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1705 Fleiße und beispielhafter Ordnung und Pünktlichkeit. Die letzten Jahre seines Lebens waren seit Aufgabe seines Geschäftes ausschließlich den '222 gewidmet, und versah er noch an den jüngstverflossenen heil. D’tmr, o»d» das Amt eines ^2 mit Aufgebot seiner letzten Kräfte. Eine Deputation der hiesigen n^np hatte sich zu seinem Begräbniß in Dieburg eingefunden, um ihm die wohlverdiente letzte Ehrenbezeugung zu erweisen. Am Grabe brachte Herr Lehrer Freudenberger aus Heidingsfeld und Herr Lehrer Kaufmann aus Dieburg in tiefempfundenen Worten die allgemeine Trauer um den edlen Dahingeschiedenen zum Ausdruck. .'121 mon )&i Oefterr. Ungar. Monarchie. Lemberg, 3. November. Vorigen Donnerstag erkrankte ein I7jähriges isr. Mädchen, das im Dienste eines hiesigen Schneidermeisters stand, welcher dasselbe — da im israelitischen Spitale Fremde nicht ausgenommen werden können, ins christliche allgemeine Krankenhaus überführte, von wo aus es, weil die Krankheit (Typhus) ansteckend, nach dem Spital der Barmherzigen - Schwester (Nonnen-Spital) gebracht wurde, woselbst es am Samstag gestorben ist. Als der hiesige Verein ri'1^2 die Beerdigung desselben veranstalten wollte, machte man dem Vorstände die Mitthetlung, daß das verstorbene Mädchen vor dem Tode getauft worden sei . . . Die Nachricht verbreitete sich rasch in der Stadt und erregte die größte Sensation. Vergebens bemühten sich Rabbiner Dr. Caro und CultuspräsesHorow itz darum, daß man die Verblichene auf dem jüdischen Friedhofe beerdige, da doch die Taufe an einem Typhus-Kranken, welcher sich fortwährend in Delirium befand, nicht gültig sein könne. Die Verstorbene wurde unter Polizeibewachung auf dem christlichen Friedhofe beerdigt. — Es ist Pflicht der Repräsentanz der Lemberger Gemeinde die nöthigcn Schritte einzuleiten, um zu bewirken, daß diese Taufe für ungültig erklärt und die Verblichene nach jüdischem Ritus 22p zurückgebracht werde. Aus Myslowitz, 8. November, wird der „Köln. Ztg." berichtet: Aus Krakau sind 26 jüdische russische Auswanderer hier eingetroffen, die nach Afrika gehen wollen und an der nubischen Grenze zum Schutze gegen das Raubgesindel angesiedelt werden sollen. Bet denselben befinden sich auch sechs Frauen mit Säuglingen. Die Leute sind durch drei Sergeanten, von denen zwei in der Wißmann'schen Schutztruppe in Ostafrika gedient haben, militärisch ausgebildet worden; sie tragen gleiche Uniformen, Lederanzüge mit blanken Knöpfen, gleiche Kopfbedeckungen und lange Stiefel. Außerdem sind sie mit Leibwäsche, wollenen Decken und Schuhwerk reich versehen. Die militärische Ausbildung und Verpflegung erhielten die Auswanderer aus Mitteln des Ländereibesitzers Friedmann in Krakau. Heute werden dieselben nach Bremerhaven befördert, von wo sie am 11. mit dem Dampfer „Stuttgart" nach Afrika reisen. (Wir halten die Notiz in dieser Fassung für eine Ente.) Aus Ungarn, im Marcheschwan. Unter den hierländischen nr>2n, die sich zur Aufgabe gestellt, unter der Heranwachsenden Jugend das Thorastudium zu fördern, ist die nvx min niv' man in Mattersdorf, welche nach dieser Richtung eine große Thätigkeii entfaltet, rühmend zu nennen. In der von ihr errichteten, unter der Leitung des Oberrabbiners S. B. Ehrenfeld "j stehenden Talmudschule werden 40 Zöglinge gründlich in pn und iotsu unterrichtet und weist die Schule glänzende Resultate auf. Weniger befriedigend sind die pekuniären Verhältnisse derselben; -die Gemeinde ist nicht im Stande, die nöthigen Mittel aufzubringen, und wäre es daher ein verdienstvolles Werk, wenn Freunde der Thora und des Thorastudiums diese Anstalt kräftig unterstützen würden. Frankreich. Marseille, 12. Nov. Mit dem französischen Dampfer Galatz trafen gestern 800 russische Juden hier ein, die sich in Konstantinopel eingeschifft hatten und über Bordeaux nach der Argentinischen Republik reisen wollen. Die Auswanderer haben eine entsetzliche Ueberfahrt gehabt, gewaltige Sturzseen gingen häufig über Deck. Durch die heftigen Schwankungen des Schiffes entglitt ein Kind den Armen seiner Mutter und fiel in den untern Schiffsraum, wo es todt aufgefunden wurde. Mehrere Erwachsene trugen schwere Verletzungen davon und wurden nach der Landung in das hiesige Krankenhaus ausgenommen. Rumänien. Dr. C. Bukarest, 10. November. Unsere „Assimilisten", d. h. jüdischen Antisemiten und mit ihnen die christlichen, haben im Sommer vorigen Jahres gegen die Errichtung geordneter israelitischer Gemeinden in einem sogenannten „Appel an die Jugend" protestirt, indem sie unter Anderem behaupteten , daß so wie den Israeliten angeblich die christlichen Schulen und andere Einrichtungen freiständen, sie auch in den städtischen und Regierungs-Krankenhäusern ausgenommen würden. Ich hatte aber oft vorher und nachher Gelegenheit,

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