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Der Israelit · 1891-11-19 · Heft 90 (19.11.1891) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 90 (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1690 öfW’3 fwi# nJ'Dff ntrü rpmyi dürste die Gegenwart Gottes in erster Reihe jener höchsten Vollendung des Studiums der Thora zugesagt sein, wie sie eben im Leben einermrar zur Verwirklichung gelangt. Nicht jede Anzahl Lernbefltssener, die sich um einen Lehrer schaart und einen Theil ihrer Zeit der Thora widmet, repräsentirt damit schon eine Jeschiba. Ihre Kriterien sind eben die Erfüllung der Anforderung: ntna pioj&i aff£. Ruhe und Thätigkeit in der Thora und durch die Thora zu finden. Mitten in einer Welt, welche ruhe- und rastlos ihren selbstgesteckten Zielen und Plänen nachbastet, in der Kenntniß der Thora und ihrer Erfüllung, den ausschließlichen Zweck des ganzen Lebens und allen Strebens zu suchen und zu finden, diesem Ziele die ganze Jugend, Tag und Nacht, Geist und Körper, alles Walten und Streben jederzeit hinzugeben und in dieser fortwährenden Hingebung die Ruhe zu gewinnen, die überall sonst vergeblich gesucht wird, und andernfalls aus dieser Ruhe den Sporn und die Kraft zu immer neuer Thätigkeit zu empfangen, das ist das Ideal, dessen Verwirklichung der rw, ihrem Meister und ihren Jüngern vorschwebt. Es wird nur schwer und selten erreicht dieses Ideal. Aber alle, die in diesem Sinne, zu den ntn D’pDiyi rarv zählen, dürfen auf die .-uw om’3 .triff, auf die Gegenwart Gottes rechnen, welche hilft und stützt, wo die redlich eingesetzte Menschenkrast nicht ausreicht. Vor allem aber dürfen die Edlen auf den Segen des Himmels zählen, die mitten im Kampfe der Erde und ihrer Güter stehen, und trotzdem sich die Begeisterung für dieses Ideal nicht rauben ließen. Möge er ihnen in reichster Fülle zu Theil werden, möge es ihnen vergönnt sein, die Saat wachsen und reifen zu sehen, die ihre edle Hand in so hochherziger Weise streut! Aus Norddeutschland. „fotP Ein lieblicher Gruß, der in ganz Israel heimisch geworden und in uns die himmlische Seligkeit wachruft, die wir in glücklicheren Zeiten im traulichen Familtenzirkel genossen. Mit diesem freundlichen Gruß fielen die Leiden der Außenwelt von dem schwer bedrängten Herzen; dieser Gruß schlang das Band der Eintracht um die Gemeindegenossen, welche im Laufe der Woche iu dem Kämpfen ums nackte Dasein durch so manche kleinliche Fehde getrennt waren. Dieser Wunsch erfreut selbst den „aufgeklärte" Inden; auch er betheuert uns, er würde — wenn die Umstände es gestatten würden, — recht gern den Sabbatfreuden sich hingeben. — Ganz anders glaubt ein jüdischer Institutsleiter denken zu müssen, der von den Stiftungsgeldern streng gottesfürchtiger Israeliten besoldet wird.*) Ihm will dieser Grnß nicht behagen, darum untersagt er aufs strengste seinen Schülern, sich durch diesen Zuruf als Sabbatjaner zu kennzeichnen. Wir hätten gegen diesen Ukas gar nichts weiter zu erinnern, wenn es — nicht um der lieben Kleinen geschähe, die gegen der Willen des gestrengen Herrn in sündhafter Vermessenheit dennoch einander zuflüstern „gut Schabbos!" und „gut Jahr!" und also den Keim des Ungehorsams in ihren schuldlosen Herzen großztehen. Dem Herrn Director aber wollen wir etwas mehr Toleranz empfehlen. So was schickt sich nicht in einem Lande, in welchem der toleranteste deutsche Dichter gelebt. Befangene Beurtheiler vermuthen in dieser Maßregel, Gehässigkeit gegen eine dem Herrn Director nicht genehme Richtung im Judenthume. Darum mögen solche eines gewissenhaften Schulmannes unwürdige Nörgeleien unterbleiben. Um nicht unnöthiger Weise die Kritik herauszufordern, lehrten unsere Weisen H nonn pi npn p pmn. Königsberg i. P. Es ist allerdings ein geringer Trost, der uns zu Theil wird, wenn anderen Menschen dasselbe Leid zugefügt wird, das wir zu erdulden haben, aber wir fühlen doch mit einer gewissen Genuqthuung, daß^das Schicksal uns nicht allein als die Opfer seines Zornes auserkoren. Es grollt den sündigen Menschen und findet keinen Grund uns zu verschonen. — Unsere verstoßenen russischen Brüder haben jetzt in den Deutschen Leidensgefährten gefunden, die sich keiner bessern Behandlung erfreuen. Die „Königsb. Hartung. Ztg." schildert die Qualen einer deutschen Familie, die plötzlich einen Ausweisungsbefehl erhalten. Dieselbe war seit 8 Jahren in einem Grenzorte seßhaft und sollte wenige Stunden nach Einhändigung des Ukas das russische Gebiet verlassen. Der Poltzeibeamte erbot sich gegen Zahlung von 25 Rubeln die Frist zu verlängern. Die Rubel wurden gegeben und selbstverständlich auch genommen. Nachdem das Geld den Weg aller Bestechungsgelder gegangen war, gab der Wächter des Rechtes und Gesetzes nicht einmal so lange Frist, daß die Mobilien veräußert werden konnten. Dieselben mußten bet einer verwandten Familie untergebracht werden und die Familie schleunigst den Wanderstab ergreifen. Larrpheim. Es ist nicht richtig, daß — wie Ihnen von Augsburg geschrieben wird — von den Israeliten Württembergs nur 15,000 Mk. für die russischen Brüder beigesteuert worden sind. Das Stuttgarter (interconfessionelle) Comltö hat 15,000 *) Die allerdings schon längst im Grabe schlummern und eine bessere Verwendung ihrer frommen Legate erhofft hatten.

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