Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 90 (19.11.1891)
- Date
- 1891-11-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1683 auf offener Straße in den Städten übernachteten, um die allgemeine Aufmerksamkeit dieser Mizwa wieder zuzuwenden. Die Umgebung war davon betroffen und die Leute fragten sie, wohin zieht Ihr? Wir ziehen, erwiederte Elkana, hinauf ins Gotteshaus nach Schtlo, denn von dort gehen Thoro und Mizwah aus. Warum geht Ihr nicht? Kommt, lasset uns zusammenreisen. — Da entströmten Thränen ihren Augen und sie sprachen: Wohl, wir ziehen mit euch. — Bis zum nächsten Jahr betheiligten sich fünf Häuser, das folgende Jahr zehn Häuser, bis dann allmählich alle htnaufzogen. Den Weg, auf dem er dieses Jahr hinaufgezogen war, schlug er das andere Jahr nicht wieder ein, so kam es, daß dann alle hinaufzogen. — Der Helige, gelobt sei er, aber sprach zu ihm: Elkana, Du hast Israel wieder verdienstlicher Handlung zugewandt, hast alle für die Mizwah wiedergewonnen und die große Menge ist durch dich zu solchem Verdienst gelangt, ich werde dir einen Sohn erstehen lassen, der Israel verdienstlichem Wirken zuführen und sie wieder für die Gebote Gottes gewinnen wird. Das lehrt, wie der Lohn für Elkana's Wirken, Samuel war. Das hat ein Einzelner vermocht, das vermag noch heute jeder Einzelne. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 16. Nov. Von einem Consul Argentiniens wird uns auf unsere Anfrage mitgethetlt, daß ihm Herr Zahnarzt EugenioSonnenfeld, der Schreiber jenes von uns bereits erwähnten Briefes persönlich bekannt sei, und daß nichts Nachtheiliges über denselben laut geworden. Zu jenem Nothschrci sei indessen «ach Meinung des Consuls insofern nur eine Berechtigung vorhanden, als die Leute mit den weitgehendsten Illusionen und größten Ansprüchen nach Argentinien kommen, während es dort einer harten und angestrengten Arbeit bedürfe, um sich das tägliche Brod zu verdienen. Leute mit einigem Vermögen, die nicht an schwere Arbeit gewöhnt wären, würden besser thun, Gegenden aufzusuchen, in welchen sie nicht lediglich auf den Ackerbau angewiesen sind. Den Herrn Dr. Löwenthal, der ein Rumäne von Geburt, kenne er als einen sowohl ehrenwerthen, wie auch energischen Mann, indeß sei er von Hause aus Hygieniker und praktischer Arzt, nicht aber Verwaltungsbeamter oder Jurist. Vom finanziellen Standpunkt aus sei seine Lage sehr beneidenswerth, aber auch nur von diesem. Wir haben noch weitere Schritte zur Erhellung dieser Angelegenheit gethan und werden demnächst Weiteres berichten. Berlin. Bezüglich Ihrer Korrespondenz auS Rom in Nr. 88 Ihres geschätzten Organs vom 1. November, in welcher der „Osservatore Romano" das offizielleOrgan desPapstesLeoXIII. genannt wird, wiederhole ich hiermit aus meinem Bericht im September d. I. die bündige Erklärung des hiesigen k a t ho lisch en Organs „Germania", welche im Namen der Centrumspartei versicherte, daß der Osservatore Romano weder Organ des Papstes noch offizielles Organ der vatikanischen Regierung sei. „Osservatore Romano" schrieb s. Z. einen wüthigen Artikel gegen den „Dreibund", welchen die päpstliche Regierung desavouirte. Wozu also einem judenfeindlichen Redacteur diese Bedeutung beilegen, die ihm seine Regierung und seine eigenen Parteigenossen versagen. N. Berlin, 6. November. Den Expeditionen der Tageszeitungen ist eine merkwürdige Verfügung, Seitens des kais. Postzeitungsamtes, gez. D i d d t n zugegangen, die wörtlich folgendermaßen lautet: „Infolge mißbräuchlicher Ausnutzung der Bestimmungen über die Zulassung von Freiexemplaren zur Versendung im Wege des UeberweisungSversahrens sind die Postanstalten angewiesen worden, Anträge auf Ueberweisung mehrerer Freiexemplare derselben Zeitung an einen Empfänger in Zukunst abzulehnen, wovon die Expedition zur ges. Beachtung bei Anmeldung von Zeitungsfreiexemplaren erg. benachrichtigt werden." Man konnte zunächst im Zweifel sein, gegen wen dieser schwere, von einer Reichsbehörde erhobene Vorwurf der „mißbräuchlichen Ausnutzung" einer staatlichen Einrichtung, die im weitesten Sinne dem Interesse des Publikums dient, gerichtet ist. Daß die anständige Presse aller Parteien sich eines derartigen „Mißbrauches" schuldig gemacht haben könnte, lag für den Einsichtigen so weit außerhalb jeder Annahme, daß dieselbe sich nicht einmal veranlaßt sah, das Cirkular an die Oeffentlichkeit zu bringen und von demselben mehr als einfache Notiz zu nehmen. Das böse Gewissen hat aber die Schuldigen nicht ruhen lassen, und gestern erklärt der hiesige Moniteur des Antisemitismus mit der ganzen brutalen Offenheit, die ihn auszeichnet, daß die Verfügung sich gegen keinen anderen, als gegen die antisemitische Presse wende, die in der durch das amtliche Cirkular geschilderten „mißbräuchlichen" Weise Freiexemplare in größerer Zahl in die Kreise der Postangestellten eingeschmuggelt und dieselben dadurch zu Oomwis vo^axeurs ihres Geschäftsunternehmens herabzuwürdigen versucht hat. Daß das bezeichnet Blatt es noch wagt, dieses Geständniß mit Ausfällen gegen die Postbehörde zu verbrämen, ist für seine — Kaltblütigkeit bezeichnend genug;