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Der Israelit · 1891-11-19 · Heft 90 (19.11.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 90 (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1682 auf die Wanderung, daß er der Vater eines großen Volkes werde wm, daß er ohne Boden, ohne Heimath doch an seine Nachkommen seinen Geist derart vererben werde, daß sie nach Jahrtausenden noch, über das ganze Erdenrund zerstreut, als Kinder Abrahams sich zusammcnfinden, daß auch der materielle Segen an irdischen Gütern ihm in reicher Fülle zu Theil werde *pnaw, und daß ein Nachruhm seiner wartet, dessen unverwelkliche, ewige Frische alle Erwartungen der seßhaft Eingebürgerten um Htmmelsfernen überragt ipv nx nVuM. — Vielleicht liegt das ganze Geheimniß der unerreichten Größe Abrahams in der treuen Erfüllung des göttlichen Rufes der sich in den Worten ausspricht: 'a vb« am atpxa max Abram ging wie es ihm der Ewige gesagt hatte. Daß Abram ging, daß Abram den Fuß rührte für das was ihm in der Brust glühte, daß er alle Bedenken niederschlug. die sich seinem Gehen entgegen stellten, das hat Abraham zum Gotteskämpfer, zum Vater seines Volkes gemacht. Was der Einzelne vermag? Abraham gleich sich loszureißen, von allem was ihnfesselpL. zurückhatten könnte den Willen Gottes zu erfüllen, das kann Jeder, der es will, und wer es nicht kann, der hat es eben nicht recht gewollt. Unsere Zeit fühlt und schwärmt, sie klagt und seufzt, Angesichts des Abfalls und der Gottlosigkeit, die ein Haus nach dem andern, eine Gemeinde nach der anderen ergreifen. Hätte Abraham nur seufzen und klagen, fühlen und schwärmen wollen, er wäre nimmermehr der Vater eines großen Volkes geworden. Abraham ging. — Nicht umsonst wird die Erfüllung der gottgebotenen Pflichten durch mh 'a 'pina, durch Gehen in den Gesetzen und für die Gesetze Gottes in unserer heiligen Sprache ausgedrückt. 'i nnma ö^nn aaa aron naw Glücklich sind die hinsichtlich dieses Weges Vollkommenen, welche gehen in der Lehre des Ewigen. (Ps. 119. 1.) '2^ 2Tnn '3 priN a*nisD yn. Den Weg Deiner Gebote will ich eilends gehen, denn das macht mir das Herz weit. (idiä. V. 32.) Die Engherzigkeit, die nicht eintritt für das als wahr Erkannte, die keinen Schritt, die nicht einmal ein freisinniges Wort wagt, vermag nichts. Wenn jeder Einzelne für die höchsten, jüdischen göttlichen Anliegen nur mit der Umsicht und Thatkraft eintreten wollte, mit welcher er für die Erlangung und Sicherung irdischer Güter thätig ist, was wäre das doch für ein unendlicher Gewinn für Gottes Sache in unserem jüdischen Kreise. Wenn der Einzelne sein Brod verdienen, die Wege suchen und finden will, welche zur Beschaffung der Mittel zum Leben führen, so kennt er keine Rücksicht. Er setzt sich allen Gefahren, allem Hohn und Spott aus, er schreckt vor keinem Wagniß zurück, und nur auf diese Weise gelingt es aus dem Kampfe ums Dasein sich den Beutethetl zu sichern, der ihm und seiner Familie das Dasein fristet. Und für das Leben, für das jüdische, in den Bahnen des göttlichen Gesetzes sich vollziehende Leben, sollten wir fragen dürfen, was der Einzelne vermag, wo uns die Antwort doch so geläufig ist, sobald es sich um die bloßen Mittel zum Leben handelt? 'n mr van ist ni^enn n'ivvvai rpaa nazrpan dx .Nson 'x nyai „Wenn D l sie suchen wirst, wie man nach Geld und Schätzen spürt, dann wirst Du die Gottesfurcht begreifen und das Verständniß Gottes finden" (Spr. Sal. II. 4. 5.) Nur wer seinem Geschäfte wirklich n a ch g e ht. darf den Segen Gottes dafür erwarten. Wer sich aber darauf beschränken wollte, über die schlechten Zeiten zu klagen, der würde sie damit nur noch schlechter machen, ohne daß ihm geholfen wäre. Was der Einzelne vermag? Je dreister der Abfall das Haupt erhebt, je lmehr sich in seiner Umgebung die Reihen der Erprobten und Wackeren lichten, um so lauterund entschiedener es sich vor Gott zu geloben: 'a nx aayj ’jni „Ich und mein Haus, wir wollen dem Ewigen dienen." (Josua24.15.) Und wenn die Vereinzelten mit diesem Entschluß und seiner thatkräftigen Ausführung auch allein stünden, auch allein blieben, diese Jsolirung ist doch nur eine scheinbare, denn Gott steht auf der Seite dieser Vereinzelten. Wie tief auch die Finsterniß, wie schwach auch der Lichtfunke sein möge, der sie beseitigen soll, aus seiner unmittelbaren Nähe muß doch das Dunkel weichen. Jedes Kind unseres Hauses, das von diesem Geiste erfüllt, heranwächst, wird doch ein Streiter für die Sache Gottes werden, deffen Bedeutsamkeit für alle Zukunft sich jeder menschlichen Schätzung entzieht. Von Elkana, dem Vater Samuels, dessen Begeisterung allein Israel aus seiner Zerfahrenheit in einer Weise gerissen hat, daß er Moses und Aron ebenbürtig zur Seite steht, erzählen die Weisen (Midrasch Jalkut zum I. B. Samuel Cap. 1), daß er sein Weib, seine Kinder und seine Geschwister alljährlich mit zu den Festwanderuugen nach Schilo nahm, zu einer Zeit als die zum Heiltgthum führenden Wege verlassen waren, weil es Niemand mehr aussuchte. Elkana aber übte diese Mizwa mit ostentativcr Oeffentlichkeit, indem sie reisten und

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