Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 90 (19.11.1891)
- Date
- 1891-11-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XHRV. Jahrgang. M 90« Israelit... Icschuru». Mschrift M $mtm D. Gelkrs «Id jilü. Zeder« ir Ar«. «Mkirdk «d Z-Ilr. Hentrat-Hrgan für das orthodoxe Judenthum. Begründet von Dr. Lehman» in Mainz. VA" Fernsprechaufchluß unter Nr. 315 nach Darmstadt, Frankfurt (Main)', Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Donnerftag, de« IS. November 5652 (1891). Leitender Artikel. Mas der Einzelne vermag. Mainz, 17. November. (Fortsetzung und Schluß.) Wir leben im Jahrhundert der Vereine. Wo sich heutzutage ein Hand voll Menschen findet, die einen gleichen Weg einschlagen und daffelbe Ziel verfolgen, so treten sie zusammen und streben gemeinschaftlich an, was dem Einzelnen zu erlangen nur schwer möglich gewesen wäre. Vereinigungen, Associationen, Parteien, Trust's und-Ringe beherrschen das sociale, geschäftliche, politische und religiöse Leben. Die in die Augen springenden, groben Vortheile derartiger Verbindungen tragen viel dazu bei, Bedeutung und Einfluß dessen, was der Einzelne vermag zu unterschätzen. Da bewährt sich nun unsere heilige Thora mit ihren Belehrungen, um uns einen unwandelbaren Maßstab zu bieten, für das was der Einzelne vermag, selbst Erscheinungen gegenüber, wie sie sich heutzutage so imponirend geltend machen. Sie führt uns in Abraham den ersten Juden vor, der im Vertrauen auf Gott allein steht, allein seinen Weg geht, allein bleibt trotz des Widerspruchs, den seine Lebensanschauung von der ganzen Welt erfährt. In die Jugendzeit Abrahams fällt die erste Gruppirung der menschlichen Gesellschaft, das erste Bestreben aller Einzelnen sich zu einem großen Ganzen zu verbinden, das mit einer Kraftentfaltung angestrebt wurde, daß die noch heute vorhandenen Trümmer ihres himmelstürmenden Riesenbaues davon Zeugniß ablegen. nryji o'öbo nwni bnivi *vy uh ruaj narr nwn .p«n ^3 ’JB yiBJ Dff «Sie sprachen: Wohlan, wir wollen eine Stadt bauen und einen Thurm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht, und wir wollen uns einen Namen machen, damit wir nicht zerstreut werden, über die Fläche der ganzen Erde." (1. B. M. ii. 4.) Wir sehen hier drei Momente in dem Bestreben der damaligen Menschheit hervortreten, nw ,^ud ,yv, es handelt sich um Anlage einer Stadt, eines Thurmes und um Schaffung eines Namens. So lange die Menschen nomadenhaft von Ort zu Ort streiften, war eine Consolidtrung aller menschlichen Verhältnisse erschwert und fast gänzlich in Frage gestellt. Die Begriffe Vaterhaus, Vaterstadt, Vaterland mußten fehlen und mit ihnen all die edlen Impulse, zu welchen sie anregen, und welche vor allen die Jugend begeistern und ertüchtigen fortzufahren und weiterzubaueu an den Errungenschaften, welche die Bäter hinterließen. Es fehlte buchstäblich der Boden dafür, und dieser war erst durch Gründung des ersten Städtewesens gegeben. Aber nicht nur die idealen, auch die materiellen Güter waren bei dem rastlosen Wanderleben nicht gesichert, ihrer Bergung galt der himmelhohe Thurm, wie dies ja heute noch der Fall ist, — wir erinnern z. B. an den Juliusthurm in Spandau — wenn es sich um Sicherstellung großer Schätze handelt. Das alles wäre an und für sich nichts Unrechtes, wenn diese Maßnahmen, höheren, edleren Zielen gegolten hätten. Das war aber bet der ersten Verbindung der Menschen nicht der Fall. Ihr schwebte nur das eine Ziel vor Augen, sich einen Namen zu machen, deshalb fürchtete man die Zerstreuung und Vereinsamung, weil sie die Möglichkeit Ruhm zu erlangen von vornherein ausgeschlossen hätte. Und in einer solchen Zeitstömung ergeht an Abraham der Ruf, sich von seiner Umgebung loszureißen, den Wanderstab mit Weib und Haus zu ergreifen und ein fernes, fremdes unbekanntes Land aufzusuchen! nöyoDi n'311 ms noyco ,ona*i ruj6tß6 ncnu ynn .□ffn dm nayooi iioon na Gerade auf die drei Dinge, welche seine Zeitgenossen mit Aufgebot aller Kraft gemeinsam anstrebten, mußte er durch seine Wanderung Verzicht leisten. Aber er nimmt den Segen Gottes mit