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Der Israelit · 1891-11-16 · Heft 89 (16.11.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 89 (16.11.1891)
Date
1891-11-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1670 bemerkt dazu die „Eichsfeldia" in Heiligenstadt, wenn man diese Maßregel mit dem Duell S chneiderwirth- Ziegel in Verbindung bringt. Die Justizbehörden sind mit Recht der Ansicht gewesen, daß ein Mann, der um einer Lappalie willen ein Duell herbeisührt und sich des Todes eines Nebenmenschen und Amtsgenossen schuldig macht, nicht geeignet ist, im Dienste der Gerechtigkeit verwendet zu werden. Stuttgart, 6. Nov. Die antisemitische „Ulmer Schnellpost" ist an den Führer der hiesigen Antisemiten, Herrn Welcker, für 60,000 M. verkauft worden. Der frühere Besitzer des Blattes hatte für dieses s. Z. M. 170,000 verlangt, es scheint also nicht, daß der Judenhetzsport das Blatt in die Höhe gebracht hat. Paris. 11 Nov. Eine Mittheilung der „Agence Havas" besagt: Baron Alphons Rothschild und Christophle hatten heute Vormittag eine lange Unterredung über die finanzielle Krise, die seit einigen Tagen den Pariser Platz bewegt. Die Unterredung wird besonders die Folge haben, daß den verleumderischen Gerüchten, welche das Haus Rothschild als der letzten Emission russischer Fonds feindlich hinstellten und als im Gegensatz zum Credit Foncier und anderen Instituten befindlich, unter deren Patronage die Anleihe zu Stande kam, ein Ende gemacht werden wird. Diese Verleumdung haben niemals eine andere Existenzberechtigung gehabt, als das Interesse der Baissespeculanten. Niemals und zu keiner Zeit zeigte sich das Hans Rothschild einer Operation entgegen, welche eine Regierung interessirte, mit der dasselbe stets die besten Beziehungen unterhalten hat, und niemals hat sich aus diesem Grunde zwischen dem Hause Rothschild und andern Finanzinftituten des Pariser Platzes ein Gegensatz gebildet. Pom. Oberst B arattieri, Civil- und Militärgouvernenr der afrikanischen Colonien hat mittels Tagesbefehles unserem Glaubensgenossen, dem Corporal Fubini Pacifico, einen gebürtigen Tnriner, in solenner Weise für einen Act der Tapferkeit öffentliches Lob gespendet. Der Tagesbefehl hat folgenden Wortlaut: „Zur öffentlichen Belobung für die Kaltblütigkeit und den Muth, welchen Corporal Fubini Pacifico von der Train-Compagnie bewiesen hat und zur Nacheiferung für Alle bringe ich zur Kenntniß der Colonialtruppe die That, welche der genannte Corporal ausgeführt hat. An Nachmittage des 26. August, in der Nähe von Dogali, wurde eine Karawane'von Eingeborenen von einer Gruppe von Räubern verfolgt und floh erschreckt durch Gewehrschüsse und aus Furcht beraubt zu werden. Corporal Fubini, welcher aus Gründen des Dienstes dort vorbeiritt, hielt die Flüchtenden an, bewaffnete sich mit einer Lanze, griff die Räuber an und zersprengte sie, so daß die Karavane ihre Reise wieder aufnehmen konnte, und ein Verwundeter, welcher sich in derselben befand, konnte zum Posten der Carabinieri in Dogali gebracht werden". Mailand, 22. Oktober. Unser Glaubensgenosse Herr Moses Pace-Loria hat der Stadt Mailand 100,000 Lire gespendet mit der Bestimmung, die Zinsen dieser Summe zur Begründung einer Gesellschaft zu verwenden, die es sich zur Aufgabe macht, „Allen Arbeit zu verschaffen, die zu arbeiten begehren." Der Stadtrath hat die Schenkung angenommen. i l leion. abbatai Aewi. hi st arische Erzählung von Urnst Schwär?. (Fortsetzung.) Voll Interesse beobachtete der Sultan die Wandlung, die sich da vor seinen Augen vollzog. War das derselbe elende Feigling, der sich vor wenigen Minuten wie ein Wurm auf dem Fußboden gekrümmt hatte? — Er vermochte es kaum zu glauben. — Und dieses wunderbar harmonische Organ, dessen seltener Wohlklang sich wie Musik in das Ohr einschmeichelt. „Warum hast Du so lange gezögert, den einzig wahren Glauben zu bekennen?" fragte der Sultan endlich. „Dein Deiner wollte sich zuvor des Einflusses über seine Stammesgenossen sichern und nur unter dem unmittelbaren Schutze des allmächtigen Herrschers der Gläubigen glaubt er es wagen zu dürfen, die lügenhafte Religion, in der er geboren, abzuschwören." Der Sultan war vollauf befriedigt und überhäufte den Renegaten mit Beweisen seiner allerhöchsten Huld. * * * Die See ging hoch, schäumend brachen sich die Wogen an dem Ufer des Bosporus. Schon feit mehreren Stunden kämpfte ein Schiff, wenige Kilometer nur entfernt von dem lang ersehnten Ziele, gegen widrige Winde, und es war zweifelhaft, ob es das Ziel noch vor Einbruch der Nacht erreichen werde, obgleich die Sonne noch hoch am Himmel stand. Wirkliche Gefahr war allerdings nicht vorhanden, doch die Passagiere sehnten sich nach dem Ende der langen Seefahrt, allen voran jener bleiche, schmächtige, gluthäugige Jüngling, der in schwärmerischer Sehnsucht nach jener Richtung hin starrte, wo er das Heil der Welt verkörpert wähnte. Es war Baruch Toledo, den wir verlassen haben, als er von Amsterdam abreiste. Viele Monate waren vergangen, seit er die Heimath verlassen. Er hatte sich auf einem Kauffahrtheischiff eingeschifft, das direkt nach Konstantinopel bestimmt war. Aber das Schiff konnte seinen Cours nur langsam fortsetzen, es hatte gegen die ihm ungünstigen Elemente zu kämpfen. Und als

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