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Der Israelit · 1891-11-12 · Heft 88 (12.11.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 88 (12.11.1891)
Date
1891-11-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1650 Zeit bettlägerig war, ist nun zur Freude seiner Gemeinde wieder vollkommen hergestellt und hat er auch seine Vorlesungen als Professor am hiesigen Rabbiner-Seminar zur Freude seiner Schüler wieder aufnehmen können. — König Humbert hat dem Sccretär des Königs Carol von Rumänien, General Robescu, der, wie allgemein verlautet, ein Israelit sei, den Maurizins- und Lazarus-Orden verliehen. Vermischtes. -H- Men. Vor Kurzem ist hier der ehemalige Leibarzt des Schah Nasr Eddin von Persien, Dr. Jakob Polak, im Alter von 71 Jahren gestorben. Polak war im Jahre 1851 von Wien aus nach Persien gegangen, um an der neu errichteten Militärschule zu Teheran'die Stelle eines Lehrers der Kricgschirurgie zu übernehmen. Dort eignete er sich so rasch die persische Sprache an, daß er nicht nur im Stande war, seine Vorträge schon im zweiten Jahre in dieser Sprache zu halten, 'sondern auch in derselben zwei Lehrbücher der Anatomie und Physiologie und ein medizinisches Wörterbuch für seine Schüler schrieb. Auf seinen Vorschlag errichtete die persische Regierung auch eine chirurgische Klinik in Teheran, an der Dr. Polak öffentliche Ordination hielt. Zugleich unternahm er ausgedehnte Reisen zur geographischen Erforschung Persiens und kam dabei in Gegenden, die vor ihm kein europäischer Reisender betreten'hatte. Dr. Polak genoß in hohen; Grade die Gunst und das Vertrauen des Schah Nasr-Eddin, der ihn gegen die Jntriguen der Hofwiirdenträger schützte und 'ihn im Jahre 1855 zu seinem Leibärzte ernannte. In dieser Stellung blieb Dr. Polak bis zum Jahre 1860 in Therean, worauf er nach Wien znrückkehrte, um hier die Ergebnisse seiner Studien zu verwerthen. Im Jahre 1865 'begann er die Herausgabe eines großen Werkes über Persien, worin er viel Neues über die Flora und die geologischen Verhältnisse sowie über die alten Kulturdenkmäler des Landes veröffentlichte. Auch wirkte er längere Zeit an der Wiener Universität als Lehrer der serbischen Sprache. Für seinen Grabstein hat er folgende Verse des persischen Dichters Hafis bestimmt: Der Gütige schließt kein Thor, Er öffnet denn ein anderes zuvor. In der Prager Ausstellung, Abtheilung für Erdwachs, Naptha und verwandte Materialien, sah ich, so erzählt Porzo im „Pester Lloyd", mit Betroffenheit eine Photographie. Sie stellt russisch-jüdische Arbeiter vor. So schmierig, wie sie aus den in die Erde gegrabenen Schachten Petroleum schöpften, hatten sie sich vor die Lichtbildmaschine gesetzt. Stämmige Männer sammt und sonders, Typen der Kraft. Bisher arbeiteten sie in Basiysbay. Seither nlesscn sie die lange russische Landstraße, ausgeplündert herabgckommen, mit ihren greisen Eltern, weinenden Weibern und hungernden Kindern. Bis eine rettende Hand sich ihnen entgegenstreckt, geht wohl die Hälfte zu Grunde. Der ausgezeichnete Maler David Bleß, der im Haag sein Atelier ansgeschlagen hat, feierte am 29. September seinen 70. Geburtstag. Um diesen Tag würdig zu begehen, trat ein Comit« zusammen, welches den Beschluß faßte, Herrn Bleß mit seiner eigenen Büste ans Marmor, von einem der berühmtesten holländischen Bildhauer angescrtigt, zu beschenken. Es ist ein besonderes crrvähncnswerther Umstand, daß unter den Mitgliedern des EomiEs sich auch die Kb'nigin-Regentin von Holland, die Großhcrzogin von Sachsen-Weimar, Hchwester des aerstorbenen Köe;gs, und die Prinzessin Marie von Holland befanden. Das israelitische Konsistorium zu Bordeaux hat von der französischen Regirnng die Ermächtigung erhalten, die Schenkung des bekannten hilanthropen Herrn Daniel Osiris, welche in einer Synagoge und Annexen in Arcachon besteht, anznnehmen. Der Spender hat die Bedingung gestellt, daß alle Ueberschüsse, welche sich bei der Verwaltung der Synagoge ergeben, an Arme der Gemeinde Arcachon ohne Unterschied vertheilt werden sollen. Einer der amerikanischen Ausstellungskommissare hat, der „Allg. Korr." zufolge, ein charakteristisches Abenteuer in Außland erlebt. Der Herr ist Major M o s e s P. Gand y. Die Kommissäre benachrichtigten, als sie von Moskau abreisen wollten, wie es sich gehörte, die Behörden und baten um ihre Pässe. Eine Stunde verrann nach der anderen, die Pässe kamen nicht. Die Dinge nahmen ein ernstes Aussehen an, und man mußte zu nachdrücklichen Maßnahmen greisen. Endlich stellte es sich heraus, daß ein übereifriger russischer Polizeiinguisitor Anstoß an dem ersten Vornamen des Majors Handy, Moses, genommen hatte und ihn für einen Inden hielt. Die Polizei beschloß daraus, keinem der Kommissare seinen Paß auszuhändigen, bis die Angelegenheit untersucht Ware. Es dauerte mehrere Stunden, bis der Major der Polizei bewiesen hatte, daß er Ehrist sei. Herr. Aron Abensnr, eines der ältesten und geachtelten Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Tanger, starb am 15. September im hohen Alter. Er war seit vielen Jahren Dolmetsch bei der brstischcn Gesandschaft in der genannten Stadt. — Nach einer Depesche des „Newyork Herald" ans Valpariso verkaufte die argentinische Regierung an Baron Hirsch 1000 Qudratmeilen Land in der Provinz Ehaco zu 1000 Pesos für die Meile. Das Terrain wird zur Gründung einer jüdischen Kolonie verwandt werden. ^abbcrtai Aewi. H i st o r i s ch e Erzählung von Vvnst Schwarz. (Fortsetzung.) „Friede sei mit Dir, Sabbatai Zewi", sprach der Türke in hebräischer Mundart.

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