Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 88 (12.11.1891)
- Date
- 1891-11-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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nachsagen lassen will, daß sie Menschen ihren Reichthum verdanken, während draußen Eigennutz, Habsucht und Ländergter den Krieg entfesselt und blühende Städte von dem Erdboden tilgt. Draußen die Entartung und Gemeinheit und in dem Kreise Abrahams und Saras die Sittenstrenge und der Edelsinn. Jeder Schritt, den sie aus ihrem Zelte thaten, zeigte ihnen ihre Jsolirung und den Gegensatz zwischen ihrer Lebensauffassung und derjenigen ihrer Umgebung so grell, daß er Abraham den Namen Ebräer (von Eber, Seite) eintrug. 4»3 inx isy mm inx -ny H13 n^iyn Die ganze Welt bildete die eine Seite und er die andere. Und dennoch! Was ist dieses erste jüdische Elternpaar geworden, trotz der ganzen Welt, die ihm gegenüber stand! Wo knüpfen sich an irgend einen Menschen, der vor fast 4000 Jahren im fernen Asien lebte, mehr die ganze Menschheit umfassende, lebendigere Erinnerungen, ein so ewig frisches, unverwelkliches Gedächniß als an die Ahnengestalten des D7H3N Dy, des Volkes des Gottes Abraham? Wahrlich, wir wären wenig würdige Enkel unseres großen Ahns, wenn uns die Vereinzelung schrecken, und das Bewußtsein der Jsolirung an unsere heilige Sache verzweifeln lassen könnte. Ist unsere Sache, Gottes Sache, dann sind wir und unsere heiligen Anliegen nicht verlassen, auch wenn wir mutterseelenallein für sie einstünden, und wenn eine ganze Welt uns den Kampf entbieten würde. Dann steht Gott und sein Bündniß auf unserer Seite, und uns gilt noch heute das Gotteswort, das dem Ahn nach dem Kampf mit den Königen Muth zusprach: .ind roin "p3» i? pv ojn disn xmn bt* Fürchte dich nicht Abram, ich bin dein Schutz, dein Lohn wird sehr groß sein. (1. B. M., 15. 1.) Allen denjenigen, die verkannt und verfehmt, unbeirrt dem Tugend-Ideal, das uns Gott gesteckt, entgegenstreben, ruft das Prophetenwort das Bild Abrahams und Saras mit den Worten in die Seele: □nian na ba iD'sn 'n nppsD’pis *011 'ba lyow m» i)Nl D3'3X O.T13N ^X ID’3,1 OmpJ 113 n3pD ^>N1 .iroixi 1.1313X1 l'nxip hin '3 D3^inn „Hört auf mich, die ihr der Tugend nachstrebet, die ihr Gott sucht, schaut auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf den Grubenhammer, der euch gehöhlt. Schaut auf Abraham euren Vater, und auf Sara eure Erzeugerin, denn einzig habe ich ihn berufen und habe ihn dennoch gesegnet und groß hingestellt." (Jesajas 51. 1. 2.) Wem dieses Bild lebendig im Bewußtsein lebt, kann wegen seiner Vereinzelung nicht nur nicht verzweifeln, er wird aus dieser Vereinzelung vielmehr frische Hoffnung und neuen Sporn für seine Thatkraft schöpfen. —! Waren es doch niemals die Massen, waren es ' immer Einzelne, die Großes und Edles angestrebt und durch ihr ermuthigendes Beispiel erst die Menge gewonnen und mit sich fortgeriffen haben. Das war in der jüdischen Geschichte und in dergesammten Weltgeschichte so, von ihren ersten Anfängen bis aus unsere Tage. px3 hin ’ij ^>xit£r> “pyi ’Di hin "jöttn in« nnx „Du o Gott bist einzig, Dein Name ist einzig, und wer steht wie Dein Volk Israel so einzig da auf Erden." Wenn daher die jüdischen Hoffnungen für die Zukunft in unserer Gegenwart je erschüttert werden könnten, ein Blick auf unsere, aus kleinen, unscheinbaren Anfängen sich entwickelnde Vergangenheit, müßte unseren Muth neu beleben. Wenn der Prophet, das Bild Abrahams und Saras schaut, dann schaut sein Auge auch die schönste Verwirklichung aller uns winkenden Ideale. Mag die Welt unsere an Zion sich knüpfenden theueren Hoffnungen immer belächeln oder gar verdächtigen, der Prophet schaut im Lichte dieser beleuchtenden Ahnengestalten die fernste Zukunft so klar, so sicher, als sei sie bereits Gegenwart oder gar Vergangenheit und fährt daher fort: pys ni3ic ttm rvnmn ^3 oru pa 'n on: rs .mci ^ipi nnn .13 natr nnotcn ptcw '1 vo nnaiyi „Denn Gott hat bereits Zion getröstet, getröstet alle seine Trümmer, und feine Wüste in ein Eden und seine Steppe in einen Gottesgarten verwandelt, Wonne und Freude findet sich darin, Huldigung und Liebcsftimmc." (Jesajas ibiä. V. 3). Je weniger somit die Vereinzelung der Einzelnen einen Grund zur Hoffnungslosigkeit enthält, je mehr sie uns den Beistand dessen sichert, von dem wir wissen, ay&2 ix 313 ymi^ nsyo ‘ib px ’3, „daß ihn nichts zurückhält zu helfen, mit vielen oder wenigen." (Samuel 1, 14, 6), um so dringender erscheint Klarheit über das geboten, was der Einzelne denn vermag, um den Beistand und Segen Gottes in den Kreis seiner Bestrebungen ziehen, und so mit heiterer Zuversicht aller Zukunft entgegen zu sehen. Auch in diesem Sinne und für diesen Zweck, wollen wir der Mahnung des Propheten entsprechend, auf unseren Vater Abraham und aus unsere Mutter Sara schauen. Was sie in ihrer Jsolirung für Gottes Sache zu thun und zu lassen für geboten erachteten, mag auch für uns, ihre Nachkommen, die Richtschnur unseres Handelns bilden. — Denn auch jin diesem Sinne dürfte das Wort der Weisen seine tiefe Wahrheit bekunden: nv b d\33^ iv'D ni3*6 ymxip Alles, was die Väter traf, ist ein Merkzeichen für deren Kinder. (Fortsetzung folgt.)