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Der Israelit · 1891-11-09 · Heft 87 (9.11.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 87 (9.11.1891)
Date
1891-11-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1634 Jahres, als er die Nachricht erhielt, daß die Handelskammer in Cork sich in beleidigenden Ausdrücken gegen die Israeliten ergangen hätte. Flugs telegraphirte er an die Bürgermeisterei dieser Stadt, und siehe da — schon wenige Tage später erschien in der „Times" ein Schreiben des Bürgermeisters von Cork, worin jede feindselige Regung gegen die irischen Juden auss Entschiedeste bestritten wurde. Rußland. Walter K emster, einer der Auswanderungs-Kommissäre der Vereinigten Staaten von Amerika, welche im Aufträge °des Kongresses die europäischen Staaten besucht haben, erklärt einem Berichterstatter in New-Dork Folgendes: „Das Publikum wird warten müssen, bis wir unseren Bericht dem Congreß vorgelegt haben, aber wenn die Thatsachen bekannt sind, werden sie die Welt überraschen. Die hier veröffentlichten Geschichten theilen nicht zur Halste das Elend mit, welches in Rußland herrscht. Die Verfolgung ist nicht auf die Juden beschränkt. Wir hören von den Leiden derselben mehr, weil ihre Zahl größer ist, allein in Wirklichkeit wird ein religiöser Krieg geführt gegen Alle, welche nicht zur Staatskirche gehören." abbatai Gewi. Hi st arische Erzählung Trust Schwan?. (Fortsetzung.) „Gestatte Deinem Diener, o Herr," für der Großvezier fort, „Dich aufmerksam zu machen, daß es mit diesem Verschwörer eine ganz besondere eigenthümliche Bewandtntß hat. — Er behauptet, der vor Jahrtausenden den Juden verheißene Messias zu sein. —" „Ich erinnere mich," fiel der Sultan ein, „das hat er bereits in Smyrna behauptet, und durch diese Behauptung die jüdische Bevölkerung dort aufgewiegelt. Wir haben uns allzu langmüthig gezeigt — er hätte gleich dort aufgeknüpft werden sollen." „Das ist auch Dir, o Herr, nach all' den Berichten, die uns damals zugekommen sind, nicht räthlich erschienen. Man erzählt von unerhörten Wundern, die der Verschwörer vollbringt, nicht nur die große Masse der Juden, sondern auch viele Muselmannen glauben an ihn." „Wenn er hingerichtet sein wird, so werden sie aufhören, an ihn zu glauben." Der Großvezicr zuckte die Achseln. „Auch das wäre noch sehr, sehr zweifelhaft — sicher wäre nur, daß, wenn wir ihn tödten ließen, wir uns sämmtliche Juden zu erbitterten Feinden gemacht hätten. — Und überdkeß — wenn er derjenige ist, der zu sein er behauptet, so können wir ihm nichts anhaben — so steht er unter dem Schutze eines Höhern." Der Sultan blickte den Großvezier betroffen an. „Was sagst Du? — unter dem Schutze eines Höhern? — Wer ist höher als der Großherr?" „Allah", sagte Muhamed Kuprili mit tiefem Ernst. „Wie? — Du glaubst? —" „Daß all' Deine Macht, o Herr, gegen den wahren Messias nichts ausrichten wird." Muhamed IV. zog die jugendliche Herrscherstirn in Falten und blickte finster sinnend vor sich nieder. „Du sagst," begann er nach längerer Pause, „daß meine Macht gegen den wahren Messias der Juden nichts ausrichten würde. — Du betonst den Zusatz wahren — demnach bist Du doch nicht sicher, daß der Verschwörer in Abydos der wahre Messias ist?" Der Großvezier zuckte die Achseln. „Die große Mehrheit der Juden scheint ihn für ihren Messias zu halten — auch Muselmannen glauben an ihn und auch Christen. — Dennoch darf ich Dir nicht verhehlen, daß es ein Jude war, der die Pläne des Verschwörers mir verrathen, und daß dieser Jude den angeblichen Messias einen Betrüger genannt hat, der in gewissenloser Weise sein Volk in's Unglück stürzen wird." Sultan Muhammed athmete erleichtert aus. „So wird es auch sein," sagte er, „der Verschwörer im Dardanellenschloß wird ein Betrüger sein, jener Jude aber ist ein Ehrenmann, den ich reich belohnen werde." „Er hat im Vorhinein jede Belohnung für sich abgelehnt. Nur für die Mißleiteten, für die Verführten, die, seiner Versicherung nach, vollkommen unschuldig sind, hat er um Gnade gebeten." „Sie soll ihnen werden," versetzte der Sultan, „nur den Schuldigen treffe die Strafe. — Doch in Betreff dieses Schuldigen — was ist Dein Rath?" „Vor allem andern hat zu geschehen, was mein Herr bereits befohlen — der bisher nur nominell Gefangene muß in sichere, feste Haft gebracht werden. Dann aber bliebe zu erforschen, ob er in Wirklichkeit, der den Juden längst verheißene Messias ist oder nicht." „Wie aber können wir das erfahren?" fragte der Sultan, „oder sind Dir vielleicht die Kennzeichen des Messias bekannt? — oder weißt Du einen Zuverlässigen, dem sie bekannt sind?" Der Großvezier schüttelte den Kopf. „Mir ist nichts davon bekannt; trotzdem ließe sich die Sache vielleicht mit Bestimmtheit sicherstellen. Es käme

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