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Der Israelit · 1891-11-02 · Heft 85 (2.11.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 85 (2.11.1891)
Date
1891-11-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1592 ron Hirsch erklärt, daß er in Argentinien sieben Millionen Acres Land zur Ansiedelung russischer Juden angekauft habe. Aus einigen Versuchen in kleinem Maßstabe habe er erkannt, wie leicht bei den Juden die Lust am Wderbau erweckt werden könne. Eine jede Familie erhalte in Argentinien 160 Acres Land und werde für zwölf Monate versorgt. Im zweiten Jahre müffe die Familie für sich selbst sorgen und vom dritten Jahre an müsse sie eine kleine Pacht zahlen. Denjenigen, welche das Land ankaufen wollten, würden besondere Erleichterungen gewährt, allein, damit keine Landspekulation versucht werde, müßten alle Käufe von der Auswandernttgsgesellschaft gebilligt werden. Augenblicklich stünden die Kolonien fast ganz unter der Leitung von Engländern und nur wenige Juden befänden sich unter den Verwaltern. Sehr strenge Aufsicht sei ausgeübt worden, damit die Kolonisten nicht die Absichten der Gesellschaft vereiteln und sich dem Handel zuwenden. Jeder Ansiedler müsse hart arbeiten, und wer sein Land vernachlässige, werde ausgewiescn. Zur Beguemlichkeit dienliche Dinge seien für den Kostenpreis in den Waarenlagern der Gesellschaft zu haben. Holland. Amsterdam. Im „Allgemeinen Handclsblatt" vom Freitag, 9. October lesen wir: Gestern Abend war das Waterlooplein gedrängt voll von Neugierigen, welche gekommen waren, um der Serenade zu Ehren des Jubiläums des Pastors I. I. B u r g m c y e r beizuwohnen. Vor der Kirche und dem Pastorate war ein' großer Raum durch die Polizei abgesperrt, während der ganze Platz durch Fackellichtcr phantastisch beleuchtet war. Kein Fenster war unbesetzt: jede Haustreppe glich einer Tribüne und war mit Bewohnern dieses volkreichen Stadtviertels dicht besetzt. Gerade vor dem Hause des Jubilars hatten einige Liedertafeln n. A. „Onderlinge Oefenig" nnd „Sanglnst" sich unter dem Dirigentenstab des Herrn I. A. Preß bürg vereinigt. Herr Burgmeyer befand sich während dieser eigenartigen nnd gelungenen Feier ans dem Platze, auch bemerkte man die Anwesenheit Sr. Ehrwürden des Bischofs von Haarlem, Herrn E. Bottemanno. Nachdem die letzten Töne verklungen waren, bestieg Herr Pastor- Falk das von Herrn Preßburg verlassene Podium und richtete mit lauter Stimme eine Ansprache an die Bewohner dieser Gegend. In seiner Rede hob er die Theilnahme hervor, welche Pastor Burgmeyer an dem Leiden der russischen Juden an den Tag legte. Pater Falk dankte den vielen Anwesenden und speziell bem Festcomite mit dessen Vorsitzenden, Herrn Al. de Hond und Herrn Preßburg mit seinen Sängern für die vielen Beweise von Sympathie, welche die Israeliten dem Jubilar neuerdings in so reichlichem Maße dargebracht hatten, und schloß mit einem dreimaligen „Es lebe Vater Burgmeyer." Etwa um 9 Uhr zog sich Herr Burgmeyer mit seinen Freunden in das Postorat zurück, woselbst das Comitö, welches die Leitung der Serenade übernommen hatte, gastlich empfangen wurde. Im Laufe dieser Woche hatte in den Nachbarstraßen der Moses und Aron Kirche ein Rundschreiben circulirt, in welchem es heißt: „Am 8. October dieses Jahres werden es 50 Jahre sein, daß Sr. Wohlehrwürden Herr Jacobus Joanna Burgmeyer das Amt eines Pastors an der Mozes en Aronskerk bekleidet. Dieser verehrungswürdige Diener der Kirche hat sich auch in jeder Hinsicht die Hochachtung und Liebe aller derjenigen Israeliten erworben, welchen es vergönnt ist, Sr. Wohlehrwürden zu kennen. Durch Wort und That hat Sr. Wohlerwürden stets gezeigt, daß es zwischen Mensch und Mensch keinen Unterschied gibt; daß er von dem Gefühle religiöser Toleranz durchdrungen ist; daß er für seine jüdischen Mitbürger stets eine herzliche Gesinnung hegt. Schließlich wird ersucht, für eine Ehrengabe Beiträge zu spenden." — Auch die Gemeinde des Greises, welche mit großer Liebe an ihm hängt, hatte dafür Sorge getragen, daß die Feier des Tages in würdiger Weise erfolgte. Aber auch in dem Judenviertel weht fast auf jedem Hause die Flagge, und eine große Anzahl Israeliten brachte dem ehrwürdigen Herrn ihre Glückwünsche dar. Die Mitglieder des Comite's übergaben einen schönen Lehnsessel m't Inschrift, bei welcher Gelegenheit der Polizei-Eommissär Dr. E. W. Van Raulte an den Jubilar eine Ansprache hielt. Auch die Geistlichkeit der beiden israelitischen Gemeinden gab Sr. Wohlehrwürden Beweise ihrer Theilnahme. Heute Abend erfolgte im „Allgemcen Handelsblad" nachstehende Dankannonce: „Der Unterzeichnete bringt Allen seinen innigsten nnd aufrichtigsten Dank für ihre Glückwünsche und für die Beweise der Theilnahme, die er zu Ehren seines Jubiläums den 7. nnd 8. October empfangen hat, doch besonderen Dank den Israeliten für ihr wirklich schönes Festgcschcnk, für die Verzierung der Pfarrei und prachtvollen Serenade. A ni st e r d a m 20. October l 891. I. I. Bürgin eher, Pastor." R ll ß l a ll d. Petersburg, 26. October. Ueber die russischen Wucherer schreibt ein in Ssamara erscheinendes Lokalblatt: „Glaubt nur, alle Inden in Polen zusammcngenommen sind Engel verglichen mit den Knlaki (Dorfwncherern), welche nicht einmal den Beschränkungen unterliegen, welchen die Juden unterworfen sind, sondern unter dem Schutze des Gesetzes nach Belieben dem Volke das Fell über die Ohren ziehen können. Sie nehmen den Bauern zuerst das Vieh und seine Geräthe und dann sein Land, woraus derselbe vollständig in den Zustand eines Sklaven versinkt." Italien. Rom, 26. October. Oberst Guiseppe Laltes, der einer höchst achtbaren jüdischen Familie angehört, die unseren Glaubensbrüdern in Italien schon manchen

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