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Der Israelit · 1891-10-28 · Heft 83-84 (28.10.1891) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 83-84 (28.10.1891)
Date
1891-10-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1566 „Schlag' zu!" rief er, „der Messias muß leiden." „Du sollst leiden!" schrie der Beamte und verdoppelte seine Streiche. Diese Art Leiden, obgleich Sabbalai dieselben mit seiner Würde als angeblicher Messias sehr wohl in Einklang zu bringen vermochte, seine Behaglichkeit störten sie doch ganz entschieden, und er beschloß, derartigem wo möglich aus dem Wege zu gehen. Von dem Schiffe aus wurde er zu dem stellvertretenden Mustapha Pascha geführt. Dieser blickte ihn strenge an, dann fragte er barsch: „Wie ist Dein Name?" „Sabbatai Zewi ist der Name Deines Dieners," erwiederte dieser, sich ehrfurchtsvoll verneigend. „Du stammst aus Smyrna „Mein Herr hat es errathen", versetzte Sabbatai, sich abermals verneigend. „Ich habe es nicht errathen," entgegnete Mustafa Pascha ärgerlich, „aber die Kunde von den Unruhen in Smyrna, von dem tollen Treiben Deiner Anhänger, ist zu Ohren Sr. Majestät des Sultans gedrungen, vor dessen Behörden Du Dich zu verantworten haben wirst." „Ich bin mir keiner Schuld bewußt — möge mein Herr doch den Worten seines Dieners Glanben schenken," entgegnete der Gefangene demnthig, „denn es ist nicht meine Schuld, daß meine Glaubensgenossen nur solch' übergroße Anhänglichkeit schenken." Mustavha Pascha betraehtete ihn mit drohenden Blicken. „Das ist nicht Deine Schuld? — wessen Schuld wäre es denn 2" Sabbatai zuckte die Achseln, ohne den Blick vom Boden zu heben. „Mein Herr, verzeihe! —" murmelte er, „aber ich bin kein Angeber." Mustapha Pascka lachte. „Hast recht", sagte er. „Aber der Kadi in Smyrna ist nicht so edel gesinnt, er hat sich nicht gescheut, uns Namen anzugeben." Sabbatai wechselte die Farbe. „Ich halte mich überzeugt, mein Herr wird den Namen seines Dieners nicht unter jenen gefunden haben, die die Ordnung gestört." Mustapha Pascha blickte ihn durchbohrend au. „Du stellst es demnach in Abrede, daß Du Dich Deinen Glaubensgenossen gegenüber als den laugverheißenen Messias, als den Erlöser Deines Volkes ausgegeben hast? — Der Kadi in Smyrna hat also hierher berichtet." Sabbatai schien nicht im Stande, den Blick zu dem ihm gegenüber Sitzenden zu heben. „Möge mein Herr doch den Worten seines Dieners Glauben schenken," sprach er mit fester, jedoch leicht bewegter Stimme, „mein Herr weiß, daß die Verhältnisse meiner Glaubensgenossen in dem Lande, das einst unfern Vätern gehört hat, unsäglich traurige sind, außer den wenigen Vermögenden dort finden sich überaus viele Arme, so daß die Vermögenden außer Stande sind, die Masse der Unbemittelten zu unterhalten; kaum sind sie im Stande, die Stenern zu erschwingen, die sie der hohen Regierung schulden. Aus diesem Grunde, damit nämlich die Armen und Dürftigen im heiligen Lande nicht vollständig nntergehen, senden alle größeren Gemeinden alljährlich Boten in alle Länder der Erde, wo Juden wohnen, um Almosen zu sammeln für die Darbenden im Lande unserer Väter. — Deinen Diener tjat die jüdische Gemeinde in Jerusalem hierher gesandt, um in der Hauptstadt des türkischen Reiches Almosen für die dortigen Armen zu sammeln." Mustapha warf ihm einen verächtlichen Blick zu und befahl, ihn in ein Gefängniß zu bringen, wo zahlungsunfähige, jüdische Schuldner ihre Haft verbüßten. (Fortsetzung folgt.) und „Jeschurun* erscheint wöchentlich zweimal, MontagSund Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel bestehe« bei E. F. Kteinacker, Leipzig, Doszpiatz 16. — Inserate 25 Pfennige die dreigefpaltene Petitzeile oder deren Ran«. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Franeozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland «ch Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, a« die Expedition franco «inznstnde«. Jnbalt (Hauprölatk); leitender Artikel: Nach der FesttSzcit. Bon Isaak Hirsch. — Zeitungsnachrichten und Corr-spondenzen: Deutschland: Wiesbaden. Berlin. Mannheim. München. -- Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Belgien: Brüssel. — Rußland. — Türkei: Konstantinopel. — Vermischtes. — IenNleton: Sabbatai Zemi. Hist. Crzäblnng von Ernst Schwarz. (Forts.s Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten u. Korrelvendenzen: Deutschland: Berlin. Breslau. Memel. Mannheim. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — England: London. — Vermischtes k, Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Hamburg. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Aus Ungarn. Lemberg. — Belgien: Antwerpen. — Rußland: Odessa. — Rumänien: Bukarest. Jassy. — Türkei. — Palästina: Jerusalem. — Vermischtes. Inhalt der dritten Beilage: Zeilungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Rheinhessen. Posen. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Lemberg. — Amerika: New-Aork. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: OscarLehmaun in Mainz. — Expedition des „Israelit" n. „Jeschurun", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Drink und Verlag der Ioh. Wirt h'schen Hofbuchdrnckerei-Actien-Clesellschaft in Mainz. drei Vrilasen.

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