Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 83-84 (28.10.1891)
- Date
- 1891-10-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1560 lich in der Thora. Sie ist der d»ti yy, der Baum unseres Lebens, der nimmer altert, nimmer anfhört Früchte zu zeitigen. '3 o«n obd? v"n yy nun D^n lipo *]öy. Sie ist ein Baum des Lebens, der Allen Leben bringt, freudiges, glückliches Leben, denn Gott ist ihr Urquell, Er der Born jeglichen Lebens. Israel ist der Gott begnadete Boden, in welchen dieser Lebensbaum seine Wurzeln gesenkt hat. weit hinaus über den engen Kreis Israels will er aber seine Aeste breiten und die Fruchte darbieten, die an seinem Wipfel prangen. Und schon sind sie aus allen Kreisen der Menschengesellschaft genaht und haben Schutz gesucht und gefunden unter seinem Schatten und haben sich erlabt an seinen Früchten. T,D2 ’d bttnv' *p»K lautet der letzte Scheidegruß unseres großen Lehrers Moschch: Heil Dir, Israel, Dein ist aller Fortschritt! „In Israel findet das einzige Prinzip Verwirklichung, dem ein ewiges Fortschreiten gewiß ist", erläutert Samson Raphael Hirsch dieses Mosiswort: „Es ist die menschengesellschaftliche Gestaltung auf Erden, welcher Gott, der Gott aller Zukunft, das Heilesdasein gewährleistet, Er steht ihr schirmend gegen alles Gefährdende bei, und er lst's, der ihr das Schwert ihrer Hoheit verleiht, d. h. Er verleiht ihr die nationale Hoheit unter den Nationen, die bei allen andern vom „Schwerte" getragen ist. Es kommt die Zeit, wo das von dir hochgetragene Prinzip so siegreich hoch hervorleuchtet, daß alle deine Gegner ihre gegensätzliche Vergangenheit verleugnen, und du die Höhen aller menschlichen Bestrebungen besteigst, die sie alle auf anderm Wege vergebens zu erzielen gesucht." — .•pnn io*niöa by nnw i? i'wx uwia’i Die Feste sind zu Ende, die die Einleitung zu dem großen Hymnus bilden wollen, der aus der Harmonie aller gottgcweihten Momente des ganzen kommenden Jahres sich Zusammensetzt. Was uns auch das Jahr bringen wird, wie immer sich unser Geschick gestalten wird, mit der Thora im Arm wollen wir allezeit uns vor Gott wissen und die Treue, die wir ihr gelobt, durch die freudige That besiegeln. Dann — aber auch nur dann — wird uns der Feste voller Segen zu Theil, um den wir gefleht: -pyio nana nx UN'stm. Was wären wir, was wäre die Menschheit ohne die Thora, die uns den Pfad zeigt, der zum Paradiese führt, das sich der Menschheit auf Erden wieder eröffnet, wenn sie sich endlich entschließen wird, ihrer Lehre rückhaltlos zu folgen und sie zur einzigen Grundlage für die Gestaltung aller menschengescllschüftlichen Verhältnisse zu nehmen. Ist doch Israels einziger Beruf, Träger der Thora zu sein und durch die hingehendste Treue als Verkünder ihrer Lehre und Prediger ihres Geistes der Menschheit voranzuleuchten. Und die Thora hat ihren Gang durch die Reihen der Jahrtausende angetreten, jenen Siegeszug durch die Geschichte, den Moses mit den zuversichtsvollen Worten, die Flucht der Zeiten weithin überschauend, begleitete: 7>jdö idw i'a'x isim, daß vor ihrem Eintritt endlich alle Feinde des Gottesreichs auf Erden weiche« werden, daß ihr Gesetz, das Gesetz des Rechts, ihre Lehre, die Lehre der Liebe, ihr Geist, der Geist der wahrhaftigen Gottesfurcht, alle Mächte der Gewalt, des Hasses, der Selbstsucht, der Menschenvergötterung überwinden werden, so daß endlich die gesammte Menschheit, die Myriaden der Erdbewohner, sich Israel anschließen werden in der unbedingten Anerkennung und Huldigung Gottes, und Gott einziehen wird als der alleinige Herr und Meister in den Kreis der Myriaden der Tausende Israels: ^x-itr 'vbx nmn 'i naw. Zu einem Tohu Wabohu würde die Welt zurückgesnnken sein, wenn das Schreckliche möglich wäre, daß die Menschheit der Thora verlustig ginge. Sinnig spricht darum das tiefe Wort jüdischer Weisheit: tri lx-oity •pc tr abiy nxnn1? iiaap onai rwttf ltoaj “naan »Dam minn mtoanV natpnea "hym po naarnoa iby rrtra bttr ibim anpön rrm bxiL"i nnxn . . (* .mx-ianS Sechs Dinge seien der Weltschöpsung voranfgegangen; zwei waren geschaffen und vier lagen in dem göttlichen Schöpfungsplane, geschaffen zu werden; die beiden Ersteren sind die Thora und der Thron der Gottesherrlichkeit, die vier Letzteren: die Erzväter. Israel, das Gottesheiligthum und der Name Moschiachs. Ist doch die Thora nichts anderes als die Anweisung des Weltschöpfers an den Menschen „Adam", an Seinen „Statthalter", den Er über alle Geschöpfe gestellt, wie er die von Gott geschaffene Welt, wie er die ihm anerschaffenen Kräfte und Fähigkeiten zu verwalten und zu verwenden habe nach dem Willen des Weltschöpfers, nichts anderes als das Gottesgcsetz für ides Menschen Schaffen und Wirken, als die Gotteslehre von den irdischen Dingen, als der Gottesgedanke von des Menschen Aufgabe. Nicht aus des Men- I schen Geist ist die Thora entstanden, sie ist göttlich 1 und nicht an Raum und Zeit gebunden, wie un- | abhängig von Raum und Zeit der allmächtige j Schöpfer der Welt über Seiner Schöpfung waltet, j wie der Thron der Gottcsherrlichkeit erhaben ist über der irdischen Weltensphäre. Und weil Gott 8 in Seiner unendlichen Liebe seine Welt nicht preis- | geben will dem Jrrthum und Wahn des mit der 8 *) 'x nwna ,mai I