Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 78 (1.10.1891)
- Date
- 1891-10-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1490 bei seinen vorzüglichen Et gen s ch aften aller Art auch noch vom Glück begünstigt ist, einen unermeßlich großen Reichthum zu besitzen, nnx rÄnjn min U’so «V '21 nyi hipd mv'v (59 a pw). „Von Moscheh bis Rabbi war Niemand, bei welchem die Wissenschaft der Thora mit solchem Ansehen und Reichthum in einer Person vereinigt gewesen wäre." Es erübrigt noch den letzten Absatz unseres Spruches in nähere Betrachtung zu ziehen, nnx a1?! yxttn ptr Tiyn i?ap 110 «n 5xi. „Saget nicht, nehmet meine Ansicht an, denn sie sind dazu befugt, nicht Du." Wir vermuthen, daß dieser Theil für sich ein ganz selbständiger sei. Schon deßhalb scheint er nicht zu dem vorhergehenden Satz zu gehören, weil, sobald der einzelne Richter sich noch zu zwei Genossen zugesellen sollte, um eben nicht als Einzelrichter zu sungiren, das Aufdrängen seiner Meinung beweisen würde, wie wenig Ernst es ihm mit der vorgegebenen Bescheidenheit wäre. — Wir erwähnten schon früher, daß Rabbi die Reicheren verehrte. Der Talmud knüpft an diese Mittheilung 2220 '2-, folgende Erklärung: P HBS1 ION D'p^N 2lv' *1B2 82N BTHT2 p noxi non» jora D’p5x ’jb5 5ttr 'OO'X innsr .lmsr Selbst nach Raschi's Kommentar ist diese ntem schwer in Verbindung mit dem vorangehenden „rai 222D zu bringen. Der berühmte R. Hirsch Chajes in seiner ntrnn ’2Til? nmpn verbreitet über diese Stelle ein merkwürdiges Licht. Es liegt im Charakter der Menschen, allmählich sich in höhere Kreise und Stufen zu schwingen. Reichthum war und ist von jeher ein mächtiger Faktor, sich in der Gesellschaft emporzubringcn. Aber öfters glauben die Reichen, ihr Besitz schon gebe ihnen das Recht in rein wissenschaftlichen Dingen sich geltend zu machen. So meinten auch jene Reicheren, denen „Rabbi" die ihnen gebührende Ehre erwies und die er mit aller Zuvorkommenheit in seinen Gemächern empfing, dadurch schon seien sie berechtigt in Sachen das Wort nehmen zu dürfen, in welchen sie wenig oder gar keine Schulung hatten. — Dieser Art Ueberhebung entgegenzutreten, scheint Rabah b. Mori mit feiner nam beabsichtigt zu haben. — „Rabbi ehrte die Reichen." Er wollte ihnen damit zu verstehen geben: Ihr seid dazu berufen, Wohlthätigkeit zu üben und Liebe zu Pflegen. — Unseres Rabbi's und Seinesgleichen Aufgabe dagegen ist es, im emon n'a — sich niederzulassen und dort vor Gott n"2 mit seiner Lehre sich zu beschäftigen. Wenn die ganze Welt dies thun wollte; PliTBW' p nöNl NON D’p^X nbiy attr Wer würde dann diese Liebesdienste üben, die zur Wahrheit führen, welche aber nur vou denen recht gepflegt werden können, die im Besitze des erforderlichen Vermögens sind. — Wahrlich Eure Aufgabe ist keine kleine; sie ist erhaben genug, um Euch das Hinübergreifen in unfern Aufgabenbereich entbehrlich zu machen. In diesem Sinne wendet sich R. Jsmael an die Reichen des Volkes, welche, ohne sich den tiefen und weitausgreisenden Studien der Thorawissenschaft hingegebeu zu haben, es gewagt hatten, um Rlchterstcllclk sich zu bewerben. (Siehe '2 't pnrm) nnx x1?! yxtcn pt? ’njn i^2p noxn 5xi. „Ihr, saget nicht, nehmet meine Meinung an — dazu sind jene berufen, nicht Du." — Hochachtung vor dem befugten Mandator des Rechtes und Werthschätzung der echten O'O2n will R. Jsmael mit seinen Sprüchen einflößen und warnend erhebt er seine Stimme, um diejenigen, die zwar zu den Spitzen der Gesellschaft zählen, denen es aber an der gründlichen Durchbildung mangelt, davon abzuhalten, sich in Richter- und wissenschaftlichen Stellungen einreihen zu lassen; ihr schöner und alleiniger Beruf sei vielmehr idh nöxi Recht und Gerechtigkeit zu üben.*) Zeitttngsrrachrichteu mrd Correfpvndeuzen. D e n i s ch l a n d. Hamburg, 27. Sept. Die hiesige Polizeibehörde untersagte den Antisemiten auf Grund des Hamburger Vereinsgesetzes die Abhaltung jeder ferneren öffentlichen Versammlung. Dieselben berufen deßhalb auf Mittwoch eine Versammlung des deutschen Vereins nach Altona ein, wo Liebermanu- Souuebcrg gegen 30 Pfg. Entree über den Einfluß des Judenthums sprechen wird. Sternberg. Unser ehrenwertster Herr Pastor Weichmann hat es leider unterlassen den Bibelvers, Spr. Sal, 15, 2, zu beherzigen und ist in Folge dessen mit dem Strafrichter in unangenehme Berührung gekommen. Sein Dienstmädchen wollte sich die Freiheit nehmen zu dem gleichfalls ehrenwertsten Herrn Mendel Schwarz in ein gleiches Dienstvcrhältniß zu treten. Hat ja nichts ewige Dauer, was unter der Sonne!M, warum sollten die Mägde ewiglich an derselben Scholle haften? Doch der Herr Pastor glaubte, daß man doch nicht von einem „anständigen evangelischen Pfarrhause *) Wir schließen hiermit unsere Betrachtungen über die Sprüche der Väter für dieses Jahr, um sie mit Gottes Hilfe im nächsten Jahre fortzusetzen.