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Der Israelit · 1891-10-01 · Heft 78 (1.10.1891) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 78 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1484 sige Bürger vertreten. Vor der neuen Synagoge angekommen, überreichte eine junge Dame mit passender Ansprache dem Herrn Bürgermeister den Schlüssel, den Bau damit dem Schutze der Stadt übergebend. Herr Bürgermeister Fischer nahm den Schlüssel entgegen und denselben dem Herrn Rabbiner Dr. Frank überreichend, sprach er: „In dieser Zeit des Materialismus sei es ein erhebender Gedanke, daß man auch Gotteshäuser baue. Er übernehme den Ban in den Schutz der Stadt und wünsche der isr. Gemeinde, daß ihr neues Gotteshaus derselben allezeit zum Segen gereichen möge zum Ersätze für die großen Opfer, die die Gemeinde zur Erbauung ihres Gotteshauses gebracht. Erreiche das neue Gotteshaus an Pracht auch nicht den Tempel Salomos, so kann die Gemeinde dennoch stolz auf dasselbe fein und für die Stadt Eschweiler sei es eine Freude, Bürger mit solchen Gesinnungen zu den ihren zählen zu können. Er hoffe, daß das schöne Einvernehmen unter den Konfessionen Hierselbst durch diesen Bau immer noch mehr befestigt und gestärkt werde." Nach dieser schönen Ansprache öffnete der Herr Rabbiner die Synagoge. Nach den üblichen Umzügen und Gesängen hielt Herr Rabbiner Dr. Frank die Weiherede, die fast 5U Stunde dauerte und 'einen mächtigen Eindruck auf alle Zuhörer machte. Den Schluß der Feier bildete der Abendgottesdtenst, der von Herrn Cantor Blumenthal-Köln in Verbindung mit seinem Chor geleitet wurde und äußerst feierlich war. Der Morgengottesdienst wurde von den Herren B.-Köln und Höchster-Eschweiler abwechselnd gehalten und sprach während desselben Herr Rabbiner Dr. Frank über die Pflichten der Juden, in einer fast ^ständigen Rede, die ebenfalls tiefergreifend war. Besonders hervorzuheben ist die allgemeine Theilnahme der christlichen Mitbürger; der weitaus größte Theil der Stadt hatte Festgewand angelegt. H. R. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«. Ausweis der bisher vom Curatorium der Baron Hirsch-Stiftung bewilligten Beiträge: Bewilligte Jahrespräliminarien für die Schulen Tarnow fl. 4500, Neusandez fl. 4200, Boryslaw fl. 2400, Kolomea fl. 6000, Chrzanow fl. 4200, für die Schule Buczacz bewilligte Lehrergehalte fl. 1600, für die Handwerkerschule sKrakau bewilligte Jahrespräliminare fl. 14.000, für Schule Brody einmalige Subvention fl. 3500, Stipendien für 10 Lehramts-Candidaten in Wcstgalizien fl. 1230, 15 Stipendien für Lehramts-Candidaten und 5 Stipendien für Kindergärtnerinnen in Ostgalizien fl. 3000, Stipendien für Schüler der Gewerbeschule in Bielitz pro 1890—91 ca. fl. 1170, 14 Stipendien für Schüler der Gewerbe-Schule in Bielitz pro 1891—92 fl. 2700, Stipendien für Gewerbeschüler inCzernowitz pro 1890—91 fl. 500, Diverse Gewerbestipendien für Westgalizien fl. 290, zur Unterbringung von 115 Handwerkerzöglingen in Ostgalizien fl. fl. 6200, Subvention für 2 Gewerbe-Abendschulen in Ostgalizien fl. 700, [für 10 Weber - Schüler in Gliniany fl. 1030, zur Bekleidung armer Schulkinder in Sambor und Sadagora fl. 500, zur Anstellung eines Religions-Lehrers in Sadagora fl. 500, Verwaltungskosten für Krakau und Lemberg pro 1890 fl. 2419, diverse einmalige Subventionen fl. 850; zusammen fl. 61,489. Prag, 27. Sept. Bei dem gestrigen Empfange des. israelitischen Cultusvorstandes Dr. Arnold Rosenbach er und des Ober-Rabbiners Dr. Ehr enf eld bat dieser, den Segensspruch für den Kaiser sprechen zu dürfen. Der Monarch willfahrte dieser Bitte, und Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld sprach den Segen in hebräischer und deutscher Sprache. Als der Kaiser bei Dr. Rosenbacher über die Verhältnisse der Cultusgemeinde in Prag sich näher erkundigte und Dr. Rosenbacher unter Anderm antwortete, es würden täglich in dreißig Synagogen Prags für das Wohl des Monarchen und der a. h. Dynastie Gebet gesprochen, sagte der Monarch: „Ich weiß, daß die Israeliten sehr patriotisch sind. Insbesondere haben die Israeliten Prags diesen Patriotismus stets bewährt." Holland. Amsterdam. Zwei jüdische Professoren wurden zu Rectoribus Magnificis an den Universitäten in Amsterdam und Groningen erwählt. An der ersteren Professor Dr. B. I.Stockvis und an letzterer Professor Dr. B. Simons. Rußland. Krakau. In unserer israelitischen Gemeinde findet derzeit eine heftige Agitation gegen den Cultuspräses AlbertMendelsburg statt. Derselbe hat seine Söhne taufen lassen, und ist es gewiß eine Absonderlichkeit, daß ein solcher Mann an der Spitze der israelitischen Eultusverwaltung stehen will. England. London, 27. September. In der am Montag stattgehabten Sitzung des „russisch-jüdischen Comitö's" wurde beschlossen, dem „deutschen Centralcomitv" in Berlin 5000 L. zu Unterstützungszwecken für die russischen Auswanderer zu überschicken. Letzteres hatte hierher berichtet, daß seine Fonds beinahe erschöpft seien; in den Monaten Juli und August habe es für 22542 Flüchtlinge 1125000, M. verausgabt. Da der „Mansion House Fonds" von 1882

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