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Der Israelit · 1891-09-28 · Heft 77 (28.9.1891) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 77 (28.9.1891)
Date
1891-09-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1470 0» seinem Vermögen geschädigt worden, einen hiesigen israelitischen Handelsmann und dessen Söhne und verlangt unter der Drohung mit Böckel und „Reichsherold" die Auszahlung einer bestimmten Summe. Als dem Handelsmann die Sache zu bunt wurde, erhob er Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die denn auch das Strafverfahren einleitete. Bistritz. Die von Ihnen bereits veröffentlichten königlichen Worte, welche die Juden des Bistritz-Natzoder Komitates aus dem Munde des geliebten Herrschers vernommen, werden den Eindruck der allerhöchsten Kundgebungen in den verschiedenen Theilen Ungarns nur noch vertiefen und zu großartigerem Enthusiasmus aneisern. Bon, wenn auch nichtsehr erfreulichem Interesse ist es auch zu erfahren, daß zwischen der israel. Deputation und den übrigen Konfessionen zwei weltliche Deputationen vom König empfangen wurden. Diese Gepflogenheit wird in Ungarn seit Jahr und Tag beobachtet und angeblich, weil die jüd. Konfession in Ungarn noch nicht rezipirt ist. (?) Rabbiner Horovitz hat um Aenderung dieses Gebrauches beim Obergespan Graf Paul Bethlen rechtzeitig Vorstellung gemacht und erhielt von Sr. Hochgeboren auch die Versicherung, daß die Reihenfolge von ihm anders unterbreitet wurde, indem er auch der positiven und rechtlichen Ansicht ist, daß der isr. Religion in die Reihe der andern Konfessionen der Platz gebührt: die Aenderung wurde aber höhern Ortes vorgeuommen, so, daß die jüdische Deputation die vorletzte sein sollte. Der edle Graf gab sich aber damit nicht zufrieden und erwirkte es, daß die jüdischen Vertreter wenigstens unter den erstern weltlichen Deputationen vor dem König erschien. Jedenfalls muß es ein mächtiger Gegner dort oben sein, wenn diese Angelegenheit immer in solch beschämender Art auf die Oberfläche kommt. Ist es denn wirklich so rechtswidrig, wenn eine Religion, deren Tradition selbst dem Könige als gut patriotisch bekannt ist, aus der Reihe der übrigen Konfessionen geschlossen wird, einzig und allein, weil die ssogenannte Recipirung in aller Form noch nicht durchgeführt wurde? — Gewiß, es wird auch in dieser Richtung besser werden. Mit besonderer Genugthuung mag es daher hervorgehoben werden, daß der erwähnte edelgesinnte Graf schon bei seinem hiesigen Einzuge als Obergespan den Wunsch von Vornherein ausgesprochen hat, die jud. orth. Vertretung in die Reihe der anderen städtischen Konfessionen zu empfangen und unterließ es auch nicht, den Rabbiner I. Horovitz gleich den übrigen Stadtgeistlichen mit seinem Besuche zu beehren. Beim Einzuge Sr. Majestät in die Stadt hat auch die isr. Cultusgemeinde zum Zeichen der Huldigung und Verehrung unter einem schönen Baldachin mit einer prachtvoll geschmückten Thora — welche Rabbiner Löw hielt — Aufstellung genommen, während Rabbiner Horovitz zum Empfange an der Eisenbahn mit den Spitzen der Behörden eingeladen wurde. Beim Anblicke der heiligen Thora war Se. Majestät sichtlich angenehm berührt und dankte freundlichst. Rabbiner Horovitz wurde auch an der Eisenbahn vom Obergespan vorgestellt und mit allerhöchsten Ansprachen ausgezeichnet. Die hiesigen Königstage werden den Juden in dieser Gegend unvergeßlich bleiben und bei jeder Rückerinnerung wird man dem allmächtigen Gott danken, daß er uns mit einem TDH in der herrlichsten Bedeutung des Wortes beglückt hat. Gott beglücke die Welt mit vielen solchen Königen! B. N. Venedig. Der hiesige Rabbiner Leone Luzzatto hat in dem ehemaligen Staatsarchive hier ein interessantes Dokument entdeckt. Dasselbe trägt das Datum vom 17. November 1718 und ist von dem Statthalter der Republik Venedig in Corfu, Antonio Loredan, ausgestellt. In demselben heißt es, daß die Juden Korfus bei der Belagerung dieser Stadt durch die Türken emsig mitgeholfen haben, Schanzen bauen, Kanonenkugeln herbeitragen rc. Auch haben die Juden, trotzdem sie durch das Bombardement der Stadt stark in ihrem Handel und an ihrem Vermögen geschädigt wurden, der Republik Venedig dennoch 600 Goldgulden zu Vertheidigungszwecken vorgestreckt. Wenn dann die Belagerer einen Sturm unternahmen, da eilten auch die Juden mit ihren Waffen herbei, um zu helfen, den Feind zurückzuschlagen, wobei sie an ihre eigene Sicherheit gar nicht dachten. mxm Dabbatai Demi. h i st o r i s ch e Erzählung von Vrnst Schwarz. (Fortsetzung.) Die Nachrichten mehrten sich und alle bestätigten das Gleiche, daß ein in Gaza wohnender deutscher Jude, Nathan Benjamin mit Namen, als Prophet erstanden und verkündet habe, daß ein in Smyrna geborener, ihm angeblich noch unbekannter Sabbatai Zewi der wahre Messias sei und demnächst erscheinen werde. An alle Rabbinen des gelobten Landes habe der Prophet Nathan Sendschreiben erlassen, ihnen die Nähe des Messiasreiches eröffnend und die Abschaffung der Fasttage des siebzehnten Tamus und des neunten Aw ihnen anbefehlend, da die Trauer um die Zerstörung Jerusalems aufhören müsse, well der Messias schon unter den Lebenden wandele und ehestens, wie sich aus der heiligen Schrift und der Kabbalah beweisen lasse, des Sultans Krone sich selbst aufsetzen werde. Dieser Messias werde auf einige Zeit verschwinden, um den Propheten Moses, welcher auferstanden, jenseits des Flusses Sambation aufzusuchen, dessen Tochter Rebekka werde er heirathen, dann in Begleitung des Moses die zehn Stämme über den Fluß Sambation leiten, der seine Thätigkeit, Steine auszuwerfen, unterdeß einstellen werde. Der Messias werde auf einem vom Himmel herabkommenden Löwen, dessen Zunge eine Schlange mit sieben Köpfen bilde, und der Feuer sprühe, reitend in Jerusalem einztehen, nachdem er auf dem Wege eine zahllose Menge Feinde durch den Hauch seines Mundes getödtet haben werde. Hierauf

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