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Der Israelit · 1891-09-24 · Heft 76 (24.9.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 76 (24.9.1891)
Date
1891-09-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1438 einschlummern sollte. — Dieser jüdischen Aufgabe sollten wir stets treu bleiben und keinen Moment dieselbe aus den Augen verlieren; wir werden uns dann, je länger, je mehr überzeugen, daß die göttlichen Gebote nur den Segen Israels herbeiführen, Israels Glück befördern. .niXDi rmn onV rann *p'sV baivr n« nai^> napn nun Der Allgütige na will nur Israels Glück, und eben deßhalb hat er uns so viele Vorschriften und Gebote zugeiheilt. Bewundernd schaut der heidnische Prophet von Baals Höhen auf das in der Wüste Moab lagernde Israel herab. — Balak, der Moabiterkönig, hatte Bileam berufen, ein Todesurtheil über Israel zu sprechen. Der heidnische Prophet ist aber nicht im Stande, ein Wort der Verwünschung hervorzubringen. — Jui Gegentheile. apy' nsy njo 'v, so ruft er voller Begeisterung aus; und unsere Weisen commentiren dieses Bileam'sche Wort wie folgt: Wer zählt den Staub Jacobs? Welche Nation auf Erden übt wie Israel schon im Staube der Erde die göttlichen Gebote! (pto BipY) Der einfachste Jude wagt es nicht, ein Stückchen Brot in den Mund zu nehmen, er hätte denn zuvor zehn göttliche Gebote damit erfüllt. Bevor er mit dem Pfluge hantirt, tritt das Gebot an ihn heran, inn' nom nuea tjnnnn nS „Du sollst nicht pflügen mit einem Ochs und Esel zusammen." Beim Säen untersucht er die Samenkörner, um dem Gebote owto jntn *6 „Dein Feld sollst Du nicht besäen mit zweierlei Gattungen", gerecht zu werden. Kommt es zur Ernte, beobachtet er die nwo, ßpto vb rimp „die Nachlese Deiner Ernte sollst Du nicht Nachlesen, sondern dem Armen und dem Fremdlinge überlassen." nnnff, die auf dem Felde vergessenen Garben überläßt er den Waisen und der Wittwe. aks, die Ecke des Feldes erntet er nicht ab; dieselbe bestimmt er vielmehr auf Gottes Geheiß den Mittellosen. Beim Dreschen gedenkt er des Verbotes, i«ra iw oionn, „verbinde nicht dem Ochsen das Maul, wenn er drischt." a nrr-yv ,#« nttryo penn. Kaum hat er den Getreidehaufen aufgestellt, so sondert er die Hebe für den Priester, den Zehnten für den Leviten und einen zweiten Zehnten für die Armen ab oder er bestimmt diesen zweiten Zehnten für die Pilgerfahrt nach Jerusalem. nbn, und hat er den Teig endlich geknetet, so nimmt er als rbn wieder einen Theil für den Priester. So reihet Israel Pflicht an Pflicht, Vorschrift an Vorschrift. — Ist es nicht selbstverständlich, daß der gesetzestreue Jude öfters der Entscheidung bedarf, um sich zu überzeugen, daß er seine Pflicht auch recht erfüllt, daß er warn »y nsiv seine Schuldigkeit Gott na gegenüber gethan hat? Wie viel umfassend muß demnach das Wissen einer Autorität sein, die als ntom mio fungirt! Die Art und Weise, wie die göttlichen Gebote gehandhabt werden müssen, findet in der nmn ns hya», in der mündlichen Lehre ihre Erläuterung. Bis zu Rabbi's Zeiten wurde im Allgemeinen die mündliche Lehre nur „mündlich" gelehrt. Erst „Rabbi" faßte das mündliche Gesetz in die uns bekannte Mischnahlehre zusammen. — Ihm verdanken wir die 6 Mischna-Ordnungen. Die Kenntniß der Mischna erst führt uns zur richtigen Werthschätzung des heiligen Gotteswortcs. In wundervoller Weise bringt Rabbi Tanchuma diesen Gedanken im Midrasch 3D inw zu Psalm XIX zum Ausdruck: Dort heißt es: rsj nanpo nwen 'n nmn, „Die Lehre Gottes ist vollkommen, sie beruhigt die Seele." D'tw vid m das lernen wir aus der Mischna-Ordnung Naschim. Wie das ganze jüdische Eheleben beschaffen sei, wie es zu einem reinen und glücklichen sich gestalten kann, dies wird in der Ordnung D’iw gelehrt. >r® msanc njoxj 'n nny. „Das Zeugniß Gottes ist treu;daffelbe macht den der Verführung Ausgesetzten weise." try-i? vro nr. Das ist die Ordnung Seralm. — Diese Abtheilung der Mischna enthält Vorschriften über ynw nunp und das Gebet. Dort wird uns gelehrt, wie wir unsere Dankbarkeit Gott gegenüber zu äußern, „wie wir für den armen Mitmenschen zu sorgen haben," — „wie wir unseren Boden bearbeiten sollen," „daß wir unsere Kleidung und unser Vieh von jeder verbotenen Mischung fern halten sollen." — Gott na stets vor Augen, — wird jede Verführung kraftlos sein. — Der der Verführung Ausgesetzte wird weise werden. Gottes Zeugniß bewährt sich treu. — 3^ tibimd ants» '*t nips. „Die Vorschriften Gottes sind gerade, sie erfreuen das Herz", nyiv rno m. Das ist die Ordnung Moed. nyie toi n^i naio a w •pna nnesn pa amar? nm. Die Arbeit und die Sorgen des Lebens würden den menschlichen Geist Niederdrücken, jedes höhere Ideal in ihm ersticken, wenn nicht Ruhe und Freude eine angenehme Abwechslung böte. Dafür sind die Feiertage von Gott eingesetzt und dadurch genießt der Jude erst die hohe Bedeutung des menschlichen Lebens. — Diese Abwechslung macht die Krümmungen im Leben gerade. — dyyy dt'no nna 'i niso D’ttiipb pt>in ia D’Dun »ry yndi? o’tnp "NO lr „<8otti§ Gebot ist hell, erleuchtet die Augen." — Die Mischna- Ordnung Kedaschim beweist dieses; hier wird gelehrt, was zu genießen erlaubt oder verboten, was heilig und ungeweiht ist. Der Weisen Augen, die

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