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Der Israelit · 1891-08-31 · Heft 69 (31.8.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 69 (31.8.1891)
Date
1891-08-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1611 die in 3 Kurse vertheilt sind. Das Lehrpersonal besteht außer dem bereits erwähnten Vorstande aus den Herren: Lazarus Gedaljah Ehrenreich, 2. Lehrer, Otto Zuber, 3. Lehrer, Volksschullehrer Vitus Gehles, 4. Lehrer, Religionslehrer Tinhaunes und M. H. Wechsler, 5. Lehrer. Deßhalb erscheint der Wunsch und die Bitte nicht unbescheiden, daß von den ehemaligen Schülern der Anstalt, deren dieselbe bereits über 1500 hatte, ein jeglicher einen kleinen Beitrag leiste, damit die Jubelfeier seines Bildungsheims, seines zweiten Vaterhauses, in dem er so manche freudige, angenehme Stunde seiner Jugendzeit verbrachte, sich zu einer würdigen, zu einer diesem nunmehr ein halbes Jahrhundert hindurch bestehenden Lehrhause im vollsten Sinne des Wortes gebührenden gestalten möge! O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Prag, 25. August. In den „Narodni Listy" erklärt Julius Gregr unter Aufrechthaltung der ihm von dem Interviewer der „Kreuz-Zeitung" in den Mund gelegten Worte, daß er (Gregr) an dem gleichzeitig publizirten Programm des Antisemiten Schneider keinen Antheil, mit Schneider nie gesprochen habe und ihn überhaupt nicht kenne. Carlsbad, 16. August. Der Bevollmächtigte des Baron Hirsch, Herr A. White, ist in Begleitung des Rabbiners Dr. Bloch aus Jarotschin von hier nach Petersburg abgereist, um der russischen Regierung den Plan zur Errichtung eines Central -Auswanderungs-Comites in Petersburg und von LokalcomitLs in der Provinz vorzulegen, nach deren Bildung die Auswanderung der Juden aus Rußland eine feste Organisation erhalten wird. Frankreich. Paris. Am 21. August vollendete Joseph Derenbourg das 80. Jahr seines Lebens, eines thatenreichen und ruhmvollen Lebens. Er ist ein Deutscher von Geburt, (aus Mainz) und wanderte nach Paris, wo er ein großes Feld wissenschaftlicher Thätigkeit für seinen reichen Geist und seine umfassende Gelehrsamkeit fand. Was seine deutsche Heimath ihm damals nicht gewährt hatte, ward ihm in Frankreich zntheil. Er wurde zum Professor ernannt und zum Mitglied des „Institut" gewählt. Gleich Munk verbindet er deutsche Gründlichkeit mit französischer Formgewandtheit und Klarheit. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorragend. Er erweiterte die wissenschaftliche Kenntniß der talmudischen Literatur und zeichnete sich als Bearbeiter jüdisch-arabischer Werke aus. Die Revue äes LItuäes juives zählt ihn zu ihren fleißigsten und bedeutendsten Mitarbeitern. Im hohen Lebensalter beschäftigt ihn die Herausgabe der arabischen Werke des Gaon Saadja ben Joseph zu dessen 1000. Geburtstage, der im Jahre 1892 eintreten wird. Wir wünschen Herrn Derenbourg einen glücklichen Lebensabend. Rumänien. Dr. C. Bukarest, 19. August. Wie in der Dorfgemeinde Mileanca 80 Bauern schriftlich gegen die Ausweisung von Israeliten protestirten, so haben jetzt die Vorsteher mehrerer Dörfer im Bezirke Dorohoj beschlossen, die ihnen zugehenden Präfektorial-Befehle betr. Ausweisungen nicht mehr .auszuführen, indem sie es vorztehen ihres Amtes entsetzt zu werden, als friedliche und unschuldige Menschen dem Elend zu überantworten. Ihr Entschluß wird unterstützt durch mehrere Großgrundbesitzer, wie Calimach, Stroici rc. die ihrerseits erklärt haben, daß sie den Ausweisungen aus ihren Territorien sich widersetzen werden, da sie eingesehen, daß es auf eine Geldspekulation der betheiligten Amtspersonen abgesehen ist und nicht ein ökonomisches Bedürsniß. An der Spitze der Ortsschulzen steht der von Mit o c. Wir wollen indeh abwarten, wie lange der edle Anlauf aushält. — Wie nöthig man uns Israeliten in Rumänien in allen Lebensthätigkeiten hat, zeigt der Fall des kürzlich verstorbenen Joel Hand, Präparator und Konservator am phisikalischen Institut des Lyceums und der Universität in Jassy. Derselbe war 28 Jahre in obigen Eigenschaften im Staatsdienst, weil man ihn brauchte und keinen christlichen Ersatz hatte. Er wurde 79 Jahre alt und hinterließ zwei Söhne als Aerzte. — Der Orden „Bne-Brith" („Zion") in derselben Stadt beabsichtigt ein Nachtasyl ohne Unterschied der Konfession zu errichten und bat den Stadtrath um unentgeltliche Einräumung eines städtischen Lokals zum gedachten Zweck. Dies wurde abgeschlagen mit der Begründung, daß der Magistrat allein ein Asyl einrichten darf (er thut es aber nicht!) und er einem Verein zu wohlthätigem Zwecke nicht (?) zu Hilfe kommen brauche (weil es nämlich ein jüdischer, der sogar für Christen bedacht ist!) — Rußland. Petersburg, 22. August. Zur Frage der Auswanderung der russischen Juden schreibt die „Nowoje Wremja:" Man meldet aus der Provinz, die Auswanderung der russischen Juden sei in der letzten Zeit ins Stocken gerathen; man treffe auf den Straßen bereits seltener auf die Parthien der Auswanderer, und auch ihr Zustrom nach Berlin, Wien und London sei jetzt bereits sehr viel weniger stark. Griechenland. Athen, 14. August. Die von den Jonischen Inseln geflüchteten Juden kehren dorthin wieder

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