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Der Israelit · 1891-08-27 · Heft 68 (27.8.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 68 (27.8.1891)
Date
1891-08-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1282 •wvy -,22V '2i,f „daß und wie Rabbi den mit Retchthümern Gesegneten Ehre erwies." Dieser Handlungsweise Rabbi's lag, wie uns bei dem edlen Charakter desselben zweifellos scheint, nur ein ganz edles Motiv zu Grunde. Er wollte seine Zeitgenossen auf diese Weise und durch derartige Beispiele anspornen, den Erwerb von Gütern nicht gar zu gering zu achten. — Es gab vielleicht keine Zeit nach der Tempelzerstörung, in welcher das Thorastudium so allgemeiner Theilnahme sich erfreute, wie die damalige. (Bergl. nd*i' 9) rya >v'-iy D’jnnN miro 'poy «p nv^o -inyp nd'ni. Die materiellen Interessen blieben vernachlässigt. Die Kriege mit den römischen Kaisern und die innern Zwistigkeiten hatten nicht nur Israels Wohlstand untergraben, sondern dem Volke die Lust benommen, nach irdischer Wohlfahrt zu streben. Den Dingen dieser Welt wurde wenig Werth beigelegt und alle Kraft und aller Eifer in den Dienst des Thorastudiums gestellt. — Der weise Fürst sah mit Besorgniß, wie die Zeitgenossen, wenn auch aus den edelsten Beweggründen, nur der Vertiefung in das Thorastudium ihre ganze Zeit und ihr ganzes Können widmeten und dem Erwerb irdischer Güter fast feindselig gegenüberstanden, was auf die Dauer für die Erforschung der Thora selbst von größtem Nachtheil sein mußte; "min px ncp yx ox„. Dazu kam, daß Rabbi in seiner Weisheit und Weltkenntniß wohl einsah, daß für die Erreichung von Israels Ideal im Exil der Besitz von Vermögen von der allergrößten Bedeutung ist, um sich in den Augen der Welt Geltung zu verschaffen. — ivix '2-, nr-jö 2W' noVV 2«n *)N. (Mechilta N2, §. 18.) Das Volk mußte in dem Sinne erzogen werden, daß Israel nicht nur Thora lerne, sondern auch geeignet werde, an dem Verkehre der Welt theilzunehmen. Der Abneigung, welcher sich der jüdischen Bevölkerung vor Reichthum und seinen Besitzern bemächtigt hatte, strebte Rabbi dadurch entgegenzutreten, daß er durch die Verehrung der Reichen beispielgebend ward. Er wollte damit zu verstehen geben, daß Reichthum nicht allein nichts Unerlaubtes, sondern etwas Verdienstliches sei; vorausgesetzt, daß er auf die richtige Art erworben, und daß der richtige Gebrauch davon gemacht wird. Mit seiner Verehrung der Reichen verband der „Fürst" sicher die edle Nebenabsicht, dieselben zur Wohlthätigkeit anzuspornen und ihnen nahezulegen, der Noth, in der sich die meisten Zeitgenossen befanden, zu steuern. Keinesfalls wollte er denjenigen Vorschub leisten, die mit dem Reichthum prahlen und daher in den Augen der Menge nur Neid erwecken, statt sich damit Verdienste zu erwerben. Wenn Rabbi daher, wie wir gesehen, es für gut und zeitgemäß fand, zum Erwerb von Vermögen aufzumuntern, so sah er sich andererseits veranlaßt, zur Unterdrückung einer Untugend, die unter manchen Gelehrten eingerissen, Maßregeln zu ergreifen. — Uneingedenk des Vibelwortes ^nrr 1002112 02n „Der Weise brüste sich nicht seiner Weisheit" trugen Manche ihre Gelehrsamkeit zur Schau. — Dem entgegenzuwirken verordnete Rabbi: pitsQ OH’D^rV? xVw '21 nu in« dj/d (iv Ivp ->yiv) Nicht mehr soll die Thora auf der Straße' gelehrt werden. Mit der Thorawissenschaft soll nicht geprahlt werden. Und gegen diese Verordnung, welche außerdem vorzüglich geeignet schien, Israeli Selbstständigkeit vor der Welt mit zu erhalten, daß Israel durch die Inner li chkei t, mit der es der Gotteslehre sich hingibt, gepanzert wäre vor dem Abfall von seiner heiligen Religion und vor dem Aufgehen unter den Völkern, — gegen diese heilsame Verordnung wagte es, R. Chija zu opponireu. Auf Rabbi's Frage, was ihn zu der widersprechenden Haltung veranlasse, gab R.' Chija zu verstehen, Wohlthätigkeit übe man besser im Stillen, aber „pn2 mvvn ronn" Gelehrsamkeit lasse sich nicht in die Zimmer zurückdrängen. Fast möchte es scheinen, als ob in dieser Antwort eine Verurtheilung von Rabbi's Wohlthättgkeits - Hebungläge, welche dieser nur deßhalb öffentlich betreiben ließ, um seinen Standesgenossen mit gutem Beispiele voranzugehen. Aber mehr noch lieferten R. Chija's Söhne einen Beweis, wie wenig Zwang sie sich auflegten, Rabbi's Stellung anzugreifen; denn, obgleich R.' Chija sich wegen seiner widersetzlichen Haltung den Bann zugezogen, unterließen sie es nicht bei Gelegenheit eines Gastmahls in Rabbi's Haus dem Gastgeber den Untergang seiner Herrschaft zu verkünden. ^X1V'2 rfl2N 'N2 '3L» byw ny X2 -IN ]2 V« .(38 p-iruD) nw ^22t? nVu W1;n i^ni „Erstdann, so sprachen sie , wird Moschiach kommen, wenn die zwei Hauptfamilien in Israel ausgehört haben zu existiren, nämlich der Exilarch in Babylon und der Patriarch in Palästina." Ist es ein Wunder, daß Rabbi darauf sagte: „Ihr werfet Dornen in meine Augen." — Bar Kappara, ein älterer Studiengenosse Rabbi's, ein witziger Kopf, wagte es gar über diesen bei seinen Hausgenossen und Freunden sich lustig zu machen, so daß ben Elascha, der Schwiegersohn Rabbi's es nicht länger mit ansehen konnte, und mit seiner Frau plötzlich auf und davon ging. (51 O'Vli). Es wird ferner erzählt: Rabbi feierie die Hochzeit seines Sohnes. — Um den Witzeleien Bar Kappara's enthoben zu sein, ward dieser zu der festlichen Gelegenheit gar nicht eingeladen. Aufgebracht darüber, daß man an ihm vorübergegangen, schrieb Bar Kappara über die Thüre des Festsaales

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