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Der Israelit · 1891-08-20 · Heft 66 (20.8.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 66 (20.8.1891)
Date
1891-08-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1246 und siehe, es zeigen sich im heiligen Reiche des Nordens, ja auch in mancher antisemitischen Sphäre Deutschlands die sichersten Spuren mittelalterlicher Bildung oder vielmehr Unbildung, wenn nicht gar urzeitlicher Verrohung und Verwilderung. Wie sehr beweisen doch diese Erscheinungen, daß der Weg zur allgemeinen Tugendhaftigkeit und wahren Bildung ein sehr steiler, der nur schrittweise zurückgelegt werden kann. Und wo wären denn überhaupt die Beweise, daß sich das Prophetenwort wirklich schon erfüllt habe? Ist etwa der Wellfriede zur Thatsache, die Anerkennung und Verehrung des einzig unsichtbaren Gottes auf der ganzen Erde zur Wahrheit geworden, oder gibt es nicht noch auf der Erde mehr Polytheisten als Monotheisten? Oder hat vielleicht der Sündentrieb in der Menschheit an Kraft verloren, sind die Verbrecher aller Art und aller Orten verschwunden? Wohnt der Wolf friedlich beim Lamm und spielt der Säugling ungefährdet an der Basiltskenhöhle? Nicht die Erlösung von einer Erbsünde ist es, welche die Propheten verkünden, mo' wonn jt8 »3. „Der Mensch geht an seiner eigenen Sünde zu Grunde", diese muß weichen, wenn das wahre Heil erstehen soll. Es kann uns demnach die Länge unserer Lcidensnacht, die fortgesetzte Verkennung unserer Rechte, die wir von verschiedener Seite noch erfahren, nicht wankend machen, unsere Hoffnung nicht erschüttern, und so lange wir nicht sehen, daß sich die Glücksverheißungen in demselben Maaße erfüllt haben, wie wir auch den Leidenskelch bis zur Neige geschlürft, so lange werden wir nicht aufhören, zu hoffen, so lange werden wir der Einlösung des göttlichen Versprechens noch entgegensehen. Schöner und anschaulicher kann dieser Gedanke nicht ausgedrückt werden, als in folgender Midraschstelle: pnv vko 2"2 ^38 .7'nw p '27 78 dtw nw ->1281 22120 22122 ni? 2221 njdejo n^os? *po^ 2"27o ,->28 pu 08 nmE nui\n8 *pi *p -7 ntny 08 mein pi p r6 rvmptp idjbj .uwb onwi dp 2:ho7 )b *£21 “7on 2202/p i7 "p2i -pon “jnon ,27 nnowi nnw 2ioopo rm 227L8 ]V2i nru8nci noa nrvm ,“V8 nun 0'8 21^1 dp njno^ pwm 282ipi 222122 28'uioi r->nms 2201 “12b riDJ2:cp 08 npm 201028 *pi -2 2itny 08 21212 *pi *p nn2in22 to ,27 208 -£02 82 o’O’b .2202:20 nrvn td y? po “✓02 orw1*? 2208 ,ooc72 pi8 73 '7 2:202 -'8 202 08 -2 .’203ty 01228 222 '7 22:i 23221P 22120 22122 87078 020 >02 2'2O2 '2 027 pDWl '“282V' 228 fJlD 210182 |V31 JTU8201 j’313 ]21 ,123^8 2112 0'8 “iy D3D inJPOLS' pb’Dl l’NJSJIOI 22122 l'2lp1 221^220 '227l 221'O:2 '22^-7 l'O23^ 022122 02^0 '2221 0228 '22'2O21 02'78 '20L1 : 2122L' 2^1822 pp X2'I0 2207 .l'02p0 1'2, ,022122 '2272221 02:202 1'82 D30 202 08 03 782L"7 2"3p2 D2^ 2018 22JST “2212 '7l7'8 y"BQ2 1027 D’ODW 121 C0S72 pW /2 '7 ]’81 ,'27 78 3'5P8 281 ,208J *pb .m0182 01238 222 0^ “2212 ’7l7 208 212 pi ,22122 2811 208^ 2212 878 281 '2 iotp 0'22'01 17 S*ni8 p by .'oyn '222k^r 18 »ynpyw .'Ul ^8212 yDK' D’70181 DT3 D’OyB „Dies nehme ich mir zu Herzen." Rabbi Abba sagte im Namen von Rabbi Jochanan, dieser Vers ist durch ein Gleichniß verständlich. Ein König heirathete eine vornehme Dame und verschrieb ihr eine große Morgengabe und sagte zu ihr, viele Brustgewänder und Purpurgewänder schenke ich Dir. Hierauf verließ sie der König, ging übers Meer und verweilte dort lange. Da kamen .die Nachbarinnen und kränkten die Verlassene, indem sie sprachen: Verlassen hat Dich der König, er ist übers Meer und kehrt nicht mehr zu Dir zurück. Da weinte und seufzte sie. Sie ging in ihr Gemach, öffnete den Heirathsbrief und fand darin geschrieben all' das Viele, was ihr der König versprochen. Sofort war sie getröstet. Nach langer Zeit kam der König und sprach zu ihr: Ich muß Dich bewundern, wie Du meiner so vieler Jahre warten konnicst. Da sprach sie: O, König, hättest Du mir nicht einen Heirathsbrief geschrieben und gegeben, meine Nachbarinnen hätten mich zn Grunde gerichtet. Ebenso kränkt man Israel und spricht zu ihm: Euer Gott hat Sein Antlitz von Euch gewendet und Seine Majestät von Euch entfernt, Er wird nicht wieder zu Euch zurückkehren. Israel weint und seufzet bei solchen Worten. Gehen die Israeliten aber in die Lehru. Bethäuser und lesen in der Thora, in der geschrieben steht: „Ich werde mich wieder Euch zuwenden, Euch fruchtbar machen, Meine Wohnung unter Euch nehmen und unter Euch wandeln", dann sind sie getröstet. Wenn dann einst die verheißene Erlösung eintrifft, spricht Gott zu ihnen: „Ich bewundere Euch, wie Ihr so vieler Jahre Meiner hofftet." Sie aber werden sprechen: „Ja, o Herr! Hättest Du uns Deine 2212, Dein geoffenbartcs Wort nicht gegeben, wahrlich die Menschen hätten uns irre gemacht." Darum heißt es: 'ob bi* 2^8 28i, dieses, nämlich die 2212, das Wort Gottes, die prophetische Verheißung, die verbriefte Erlösung, führe ich mir zu Herzen. So sagt auch David: „Wenn nicht Deine Thora meine Erholung, ich wäre zu Grunde gegangen in den Tagen meines Elends." Darum hoffen wir Sein und rufen täglich: Höre, Israel,. Das ist also die unversiegbare Trostesqnellc Israels, aus der es stets neue Hoffnung und neues Vertrauen schöpft. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Mainz, 19. August. Wie wir mit Freude vernehmen, ist von der Schrift „Der Blutaberglaube bei Christen und Juden" von Prof. Hermann Strack (Verlag von Beck in München, 60 Seiten, Preis 1 Mark) soeben ein zweiter

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