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Der Israelit · 1891-08-13 · Heft 64 (13.8.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 64 (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1197 leugnete und erklärte: „Des hat der Andere than." Das Beweisverfahren gestaltete sich infolge dessen ziemlich langwierig und der Vorsitzende unterließ es nicht, zu wiederholten Malen die außerordentliche Rohheit der drei minorennen Antisemiten in scharfer Weise zu rügen. Schließlich wurde durch mehrere Zeugenaussagen festgestellt, daß es Kapella gewesen, der Vogel den Schlag ins Auge versetzt; Vogel deponirt, daß sein Auge noch immer nicht gebrauchsfähig sei und er durch mehr als 30 Tage die Schule nicht besuchen konnte. Auf Grund der Ausführungen des öffentlichen Anklägers, Staatsanwalt-Substitut Schwab, wurden sohin Kapella zu drei Monaten Kerkers verurthcilt, Frey und Ambüchel aber freigesprochen. Holland. Amsterdam. Das bedeutendste Journal Hollands, die Amsterdamer Handelszeituug, veröffentlicht den Ausruf eines Comites, welches sich in Amsterdam zur Unterstützung der russischen Juden bildete. Diesem Comittz, an dessen Spitze der ehemalige Bürgermeister von Amsterdam, G. van Thienho v e n, der Berather der Königin-Regentin und gegenwärtige Minister-Präsident, steht, gehören die ersten Persönlichkeiten Amsterdams, unter ihnen mehrere christliche Geistliche: Dr. P. Deetmanu, Dr. E. Laurill ard, Dr. M. A. Perk und Andere an. In dem Aufrufe wird der barbarischen Verfolgung der Inden in Rußland erwähnt und darauf hingewiesen, daß von jeher Holland das Land der religiösen Toleranz, das Land, welches sich der um ihres Glaubens willen Verfolgten angenommen, gewesen sei. Dem Beispiele Amsterdams folgend, sind auch in anderen größeren holländischen Städten derartige Hilfscomitös in Bildung begriffen. Türkei. Konstantinopel, 20. Juli. Ein Jradc des Sultans regelt die Einwanderungsfrage in der Art, daß es für jeden einwandernden Israeliten einer besonderen Erlaubniß der Regierung bedarf. Den bereits Ansässiggewordenen ist ein besonderer Termin bewilligt worden, um diese Erlaubniß nachträglich etnholen zu können. Einige Kapitalisten haben inzwischen große Landstrccken angekauft, um die Gelegenheit zum Ansiedelu zu bieten. Das Sandschak von Gaza wird ein Hauptplatz für die in Aussicht genommenen jüdischen Kolonien abgcbeu. Im Allgemeinen ist die Ansicht in Regierungskreisen vorherrschend, man solle die Juden in allen Theileu des türkischen Reiches gleichmäßig ansiedeln, dagegen ihnen einen überwiegenden Einfluß in Palästina nicht einräumen und daher den Masscnznzug nach diesem Lande verhindern. 'Rumänien. Dr. C. Bukarest, 31. Juli. Nach und nach bestätigt sich, was ich Ihnen schon über die Triebfeder der „Motion Aßlan" geschrieben. Die Zeitung „Resboiul W." sagt z. B. ganz offen: „Die im moldauischen Landestheil wohnenden Israeliten hielten sich in ihrer Existenz bedroht und es wimmelte schon von der Sorte Apostel, welche versprachen die Israeliten gegen V o r h e r z a h l u n g zu vertheidigen." Und die „Lupta": „Die Majorität war gegen die Kommissionswahl, weil man zu den Deputirten, die auf der Lifte standen, kein Vertrauen hatte. Man sah, daß es sich nur um eine neue Exploitirn ng, und skandalösester Art, handelte. Einige sagten ganz laut, daß man in Botoschani und Dorohoj schon angefangen habe (unter den Israeliten) für die „Spezial-Kommission" Geld zu sammeln...." Wie ich Ihnen geschrieben, hat freilich die Vertagung der Wahl bis zum Herbst auf die im vollen Gang befindliche Chikanirung der rumän. Israeliten keinen Einfluß; die Regierung glaubt der enlsessettcn antisemitischen Strömung durch allerhand Administrativ-Befehle Konzessionen machen zu müssen und die Unterbeamten haben den — Nutzen davon. Darüber äußert sich „Timpul" verschleiert: „JmTausch(gegendieKomm.-Vertagung) werden wir sicher „Uebercifrigkeit" seitens von Beamten mit üblen Ge wo hnheiten („Bakschisch"!) zu regiftriren haben...." In der That kommen von allen Ecken und Enden Nachrichten über sonderbare Vergewaltigungen. So z. B. sind 4 isr. Militärs aus dem Bezirk Dorohoj, welche laut ihrer Papiere bis 1893 Reservisten sind, in Bukarest eingetroffen, um sich über ihre Ausweisung zu beschweren. In P l o j e s ch t i verhaftet der Bahnhofs- Polizeikommissär jeden Israelit „der ihm nicht gefällt"; so geschah's dem bekannten bukarester Kaufmann Isaak Schwarz. Von den Jassyer Vorstädten Copou, Galata, Socola 2C. die plötzlich als Dörfer gelten, werden isr. aktive Soldaten, mit I0tägigem Dienst, vertrieben, so daß ihre Kommandeure sich beschwerten, daß ihre Regimenter um 30°,/y reduzirt würden. Einige rumän. israel. Thcatcraktenre, die im bulgarischen Rustschuk Vorstellungen gegeben, wurden bei ihrer Rückkehr nach dem rumänischen Giu rg in (nur diesseits der Donau) zurückgewtesen. Daß wirkliche Ausländer mit bulgarischen und österreichischen Pässen ebenfalls 'zurückgewiesen wurden, nur nebenbei; unter den rumän. Israeliten aber, die getrieben werden, sind solche, die mit Steuerzetteln und Papieren Nachweisen, daß sie seit über 60 Jahren Grnndstück-Eigenthümer von Vater auf Sohn sind. Und solche werden als „Vagabunden" ausgewtefenl In Bacau werden

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