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Der Israelit · 1891-08-13 · Heft 64 (13.8.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 64 (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1194 ein dauerndes Obdach bietet, dann begleitet sie diese trostreiche Verheißung Gottes und ist ihnen Stab und Leuchte auf der Wanderung in eine ihnen unbekannte Zukunft. Sie wissen nicht, wo jenes glückliche Eiland liegt, und die Brüder, die zu ihrem Beistand bereit' sind, vermögen nicht, sie auf den rechten Weg zu weisen. Sie vertrauen aber aus Gott, der sie geleitet, wie Er die Väter geführt durch Todesschatten und Grabesdüster hin zum sichern Port. Darum ivm w! Gott ist es, der euch Trost spendet, Er verläßt Euch nimmer, er steht euch bei. Wer wagt es, an Seiner Weisheit, an Seiner Gerechtigkeit, an Seiner Liebe zu zweifeln? Wer aber vermag die Pfade zu ergründen, auf welchen Er die Menschheit dem Ziele entgegenführt, das Er gesteckt? Dieses Ziel hat Er enthüllt, wie aber die Gänge der Geschichte zu diesem hinleiten, können wir rückblickend wohl begreifen, für die Zukunft aber nur ahnen. wös «mp ^p. „Gottes Stimme ruft: in die Wüste!"2) wandere wiederum in die Wüste hinaus. Israel, in die ll'vyn imo, — mit diesem Rufe verließ es sein Land und trat die große, tausendjährige Wanderung an, um in der Leidensschule für seine hohe Aufgabe erzogen zu werden, um auf dieser Wanderung überallhin die Saat der Gotteserkenntniß auszustreuen, „um den Weg Gottes zu ebnen", 't *7*11 ud. Und ein Rückblick auf den in dieser Wüste von Israel znrückgelegten Weg lehrt doch, daß er nicht vergeblich gewesen. Samenkörner der einzigen von Israel durch die Kreise der Menschheit getragenen Wahrheit sind doch überall in den Acker der Menschheit gefallen und haben dort Wurzel gefaßt. Die Botschaft von der Liebe und der Gerechtigkeit ist doch überallhin gelangt und hat die Gemüther erwärmt und die Geister erhellt, wenn auch noch nicht in der ganzen Tiefe verstanden und im vollen Umfange erfaßt. Es ist doch Israel das Mittel geworden, um vorzubereiten, daß endlich: uw Va, „jedes Thal sich erheben, jeder Berg und Hügel aber nieder, jedes Gekrümmte zur Fläche und die Klüfte zur Ebne werden und dann offenbar werde die Herrlichkeit Gottes, daß alles Fletsch sehe, daß Gottes Mund ist, der gesprochen." Und sollte nicht auch die Wanderung in die Wüste, zu welcher Hunderttausende von Israel sich im gegenwärtigen Augenblicke anzuschicken haben, nicht auch diesem Werke der Heiles-Aussaat gelten?? Sollte es vielleicht im Weltplane Gottes liegen, der Diaspora, dort, wo sie sich ihrem priesterlichen Berufe entfremdet, und das Bewußtsein und Beispiel eines wahrhaft jüdischen Lebens geschwunden, einen neuen Geist einzuhauchen durch die Gottesfurcht der Hunderttausende, die um keiner anderen Schuld willen zum Opfer einer fanatischen Barbarei geworden, als daß sie Gott und der von Ihm gebotenen Pflicht nicht die Treue brechen wollen?? nn n« pn '0. Wer will sich ermessen, Gottes Geist zu bestimmen und in Seinen Plan einzudringen?- Wie düster auch die Gegenwart Israels erscheint, es weiß doch, daß „Gottes Mund gesprochen", daß Er es zum Werkzeug ausersehen, um der Menschheit das Licht zu bringen. Es ist Gott, der zu ihm gesprochen: (3nw 'vip. „Stehe auf und leuchte! denn dein Licht ist gekommen und die Herrlichkeit Gottes ist über dir aufgegangen. — Denn siehe, wohl umhüllet Finfterniß die Erde und Nebel die Nationen, über dich aber strahlet Gott hin, und Seine Herrlichkeit zeigt sich über dir; — Völker gehen nach Deinem Lichte und Könige bei dem Scheine Deines Morgenroths!" Und weil es Gott gesprochen, so bleibt es das unverrückte Ziel der Geschichte, und so bleibt Israel das Werkzeug in Gottes Hand zur Verwirklichung dieses Zieles. “impB \iDKn. So heißt die Sendung Israels: nhv, der Friede, d. i. die vollendetste .Harmonie des Meuschenwesens in allen seinen Ausstrahlungen mit dem Willen Gottes, — das Gottesreich auf Erden. Wann dieses anbrechen wird, wann Israel zur vollen Höhe seiner Aufgabe sich emporgeschwungen und sich dort dauernd zu erhalten gelernt haben wird, wann die Menschheit in diesen wahrhaftigen Bifcp eintreten wird? — — ruffns nnjn /tai 'irr, „Ich, Gott, zur rechten Zeit — werde Ich es rasch geben." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Br. Mainz, 4. August. Im antisemitischen Lager und in der ganzen antisemitischen Presse ist es Gebrauch, Thatsachen zu behaupten, die nicht zu erweisen sind, Folgerungen zu ziehen, die aller Logik spotten, kurz es mit der Heiligkeit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, wenn es gilt, Juden und Judenthum zu verunglimpfen. Gegen diese Kampfesweise protestirten von jeher solche Leute, die mit dem Heiligsten, mit der Wahrheit, kein frivoles Spiel zu treiben gewohnt sind, gegen diese Weise zu streiten protestiren wir, die wir uns in den Dienst der Wahrheit seit jeher gestellt haben und da wir es für ein verdienstliches Werk halten, die Lüge, wo sie uns auch entgegentritt, aufzudecken, 2) Jesaja, 40, 3. 3) Jesaja, 60, 1, u. f.

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