Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1891)
- Date
- 1891-08-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1182 Absatzgebiete erschlossen haben. Wie ein zeitgenössisches Journal sehr richtig ausführt', hat der ausländische Jude im Ostend in fertigen Kleidungsstücken einen eigenen Handel geschaffen, dessen jährliche Ausfuhr im Betrage von beinahe 5 Mill. Lstr. für sich selbst redet. Diejenigen, welche die Einwanderung beschränken wollen, sollten bedenken, daß andere Nationen das Gleiche thun könnten und daß, wenn diese Politik überall verfolgt würde, wir weit mehr verlieren als gewinnen würden. Wir sollten uns schämen, den verfolgten russischen Juden unsere Thür zu verschließen, so lange Engländer durch Theepflanzungen in Ceylon, durch Ausbeutung der Guanofelder in Chile, durch Baumwollpflanzungen in Egypten, durch Seehundfang in Alaska und durch den Handel mit Central-Afrika ihr Geld gewinnen." Indien. Kalkutta, 27. Juni. Die Juden Indiens haben mit aufrichtiger Freude die Nachricht vernommen, daß an Stelle unseres vor Jahresfrist Heimgegangenen allgemein verehrten Oberrabbiners inmv imxBni moy n'bnx |w 'an uwi umo maa nun dessen würdiger Sohn Dr. Hermann Adler □w rwD ny 'Vnsi 'an Vrun ntwn p zu seinem Nachfolger als oberster Lehrer der Israeliten des sich über die fünf Welttheile ausdehnenden großbritanifchen Reiches erkoren worden ist, und aus tiefstem Herzen riefen wir sogleich: *£on 'rp, da wir überzeugt sind, daß Nnratn njtd ton, der Sohn gewiß in die Fußstapfen 'seines verewigten Vaters treten und gleich diesem seine große Heerde in Treue und Liebe leiten und ihr den rechten Pfad, den sie zu wandeln hat, zeigen wird -pnn rin orb nynr.i na d^». Zwar haben wir Juden Indiens, die wir doch zum größten Theil Sephardim sind, einen ganz andern Ritus als unser verehrter Oberrabbiner und ist es auch noch heute unsere Gewohnheit in jedem schwierigen religiösen Falle die Ansicht der Kanaan Gelehrten Bagdads einzuholen; aber nichtsdestoweniger ist der Oberrabbiner des großbritanischen Reiches die höchste religiöse Autorität für uns, und unser neuer Chief-Rabbi kann überzeugt sein, daß mit derselben Ergebenheit, mit der wir die Ermahnungen und Befehle feines großen Vaters entgegengenommen, wir auch ihm gehorchen werden $>aa yoiw p iru hu uytro ton, so daß er an uns eine treue Heerde haben wird. Wir waren aber auch nicht wenig stolz darauf zu sehen, wie sich die indischen Zeitungen, sowohl die in englischer Sprache, als auch die in den verschiedenen Landessprachen, beeilt haben, ihren Lesern die Kunde zu bringen, daß die Juden Indiens nun einen neuen Oberrabbiner erhalten haben und viele derselben veröffentlichten zugleich auch die Biographie desselben, gleichsam als hätte ein neuer Vicekönig die Regierung unseres Landes übernommen. Wie doch anders war es vor sünfundvierztg Jahren als sein berühmter Vater als Oberrabbiner nach London kam. Damals gab es noch jkeine telegraphische Verbindung zwischen Indien und England und jeder Brief von dorten hierher brauchte mindestens sieben Wochen, bis er in unsere Hände gelangte. Damals wurde auch Indien noch nicht von unserer allgemein geliebten Kaiserin und Königin Viktoria n"n', sondern von der englisch-ostindischen Compagnie regiert und war daher auch der Zusammenhang der jüdischen Gemeinden Indiens mit denen Englands nur ein loser. Heute aber sind wir wirkliche englische Unterthanen und der elektrische Draht bringt uns binnen einer Stunde Nachrichten aus England. Wir betrachten uns daher als wirkliche Engländer und der Oberrabbiner von London ist zugleich auch unser Rabbi und Seelsorger. Auch die Bene Israel in Bombay und Calicut, anerkennen heute die Autorität des Chief- Rabbi von London, und dies thun nicht minder auch die beiden englisch-jüdischen Gemeinden Chinas, die von Victoria (Insel Hongkong) und die von Shanghai. Nun jeder ehrliche und aufrichtige Jude wird Dr. Hermann Adler diese seine hohe Würde gönnen; möge ihm der Allmächtige zu diesem schönen! Amte auch ein langes, ungetrübtes Leben gewähren. .N"Ta jru Dy rvn ntrNa -py 'n rvrv pn Vermischtes. Schrimm, Prov. Posen. Am Sabbat, den 19. Tamus, wurde eine edle, fromme Frau von ihrem diesseitigen Leben abberufen. Frau Adelheit Mittwoch, eine Zierde ihrer Familie, ein Muster jüdischer Frauen, hauchte an diesem Tage im Alter von 74 Jahren ihre reine Seele aus. Ihr inniges Gottvertraueu und ihre aufrichtige, in der Gemeinde fast sprichwörtliche Frömmigkeit machten es ihr möglich, die schweren Heimsuchungen, von denen sie in ihrem Leben oftmals betroffen, mit Geduld und Ergebenheit zu ertragen. Obgleich in ihren jugendlichen Jahren schon Wittwe, verstand sie es, ihren Kindern eine musterhafte Erziehung zu geben, bei deren Ausbildung innige Frömmigkeit und Thorakenntniß mit weltlichem Wissen sich harmonisch paarte. Am Grabe gab Herr Rabüinats-Verweser Schreiber der tiefen Trauer um die Verstorbene beredten Ausdruck. Presiburg, 3. August. Für unsere unglücklichen russischen verfolgten Brüder wird auf Anregung einer orth. Rabbinerconferenz mit großem Eifer und schönem Erfolge gesammelt und sind in kurzer Zeit beim hiesigen Herrn Oberrabbiner Schreiber von ortho doxer Seite 10,000 fl.eingegangen. Die Sammlung währt fort. Aus Ungarn, 30. Juli. Einen schönen Beweis friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Confessionen lieferte eine am 26. in D eös stattgehabte Feierlichkeit. Der Pfarrer per dortigen reformirten Gemeinde, Herr