Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1891)
- Date
- 1891-08-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1158 mipD m i22v. „Nicht der Ort ehrt den Mann, sondern der Mann ehrt den Ort." (21 n'jyn.) Der gute Ruf, den Sepphoris bei Lebzeiten dieses hervorragenden Weisen hatte, sollte durch dessen Ableben nicht leiden und es war für die Stadt von unschatzbarem Werth, daß Nmn '-i, den man einfach "01,, nannte, beschloß, seine Residenz nach Sepphoris zu verlegen. Bis jetzt war Beth Schearim der Wohnsitz des Fürsten R. Juda. Eine Körperschwäche veranlaßte ihn, diesen Wohnsitz aufzugeben, und dürften bei der Wahl der neuen Residenz sowohl die gesündere Lage von Sepphoris, als auch die günstige Gelegenheit, welche diese Stadt bot, seinen Wirkungskreis zu vergrößern und sein Ansehen im Interesse des jüdischen Volkes zu erhöhen, mitgewirkt haben. Mit Freuden begrüßten die Sepphortden die große Ehre, welche ihnen dadurch zu Theil wurde, daß das Oberhaupt des damaligen Israel ihre Stadt für seinen Wirkungskreis sich auserkor. Doppelt erfreut waren sie, weil sie dadurch in die Lage kamen, eine Gemeinde-Institution aufrecht zu erhalten, die sonst fast hätte aufgegeben werden müssen. Das Gemeinde-Gesetz in Sepphoris ließ es nämlich nicht zu, daß einer Persönlichkeit, die dort geboren und erzogen war, die Würde eines geistlichen Führers durfte übertragen werden. (Jerus. Taanit, IV, 2.) Man fürchtete, wie es scheint, eine zu große Bekanntschaft und Vertraulichkeit mit den Gemeinde-Mitgliedern könnte der Würde und Autorität des Oberhauptes schaden. — Und wer war nach dem Tode R. Jose's wohl mehr geeignet und berechtigt, das Amt des Vaters zu übernehmen, als eben dessen Sohn R. Jischmael, von dem es nicht nur heißt: n*n 'tion Dips vbüm, daß er diese Stelle in geistiger Beziehung auszufüllen im Stande war, sondern der auch geradezu (84 a. vo) durch seine persönliche Erscheinung imponirte und zu einer derartigen Stellung wie geschaffen ward Wir finden auch trotz dieser glänzenden Eigenschaften oder gerade wegen derselben Charakterzüge von dem Meister unserer Sprüche, die ihn uns als Muster von Bescheidenheit bewundern lassen. Rav Papa erzählt uns: (51a mp) Die Bescheidenheit des Vaters wurde das Erbtheil des Sohnes; „wenn R. Jos« noch leben würde, hätte er sich vor Rabbi gebeugt und R. Jischmael, der seinem Vater um nichts nachstand, documenttrte seine Ehrerbietung vor R. Jehuda Hanassi in derselben Weise." — Es wäre nicht menschlich gedacht, wenn er unter diesen Umständen im eigenen Gemüth gleichgtltig geblieben, wenn ihm nie der Gedanke gekommen wäre, daß ihm das Amt zukäme, welches von seinem Vater solch' eine lange Reihe von Jahren zum großen Vortheile der Stadt verwaltet wurde, und daß diese schon aus Dankbarkeit gegen den Vater den Sohn zu ihrem Führer wähle; aber 'v, »jieo »an 'xeb er blieb „Rabbi" unterthänig und treu. — Einen Moment seines Lebens sehen wir R. Jischmael in einer andern Stellung thätig sein. Im Midrasch (nwp I, 2, 14) wird erzählt, daß R. Jischmael einen Betrüger entlarvt?, der sich als Traumdeuter ausgab und den Leichtgläubigen das Geld aus der Tasche zu locken wußte. Von dieser Geschichte hörte Kaiser Lucius Skptimius Severus, welcher, nachdem er seinen Mitbewerber um den römischen Thron, Pescenius Niger besiegt hatte, sich noch einige Zeit in Asien aufhielt, nnd ernannte unfern R. Jischmael zum Polizei-Jnspector. — Schon früher war ein Freund von ihm, R. Elieser b. R. Schimeon nämlich, der ebenfalls Beweise seiner großen Menschenkenntniß geliefert hatte, vom Kaiser zum Prohegmon ernannt worden (83 a Njri» *03) und wenn wir in den Gesetzen, die Lucius Severus proklamiren ließ, lesen, daß die Juden, denen ein Staatsamt übertragen wird, vom Dienste am Sabbat befreit sind und sonst wann und wo die jüdische Religion den Dienst untersagt, diesen nicht zu üben brauchten, so dürfen wir gewiß annehmen, daß dieses Gesetz R. Elieser und R. Jischmael die Anregung verdankt. — Doch nicht allzulange blieb der Letztere in diesem Staatsamte. Eines Tages, so erzählt der Talmud, erschien ihm der Prophet Eliahu und rieth ihm unter Hervorhebung der Gefahren, deren er sich bei Weiterführung einer solchen Thättgkeit aussetze, dieselbe aufzugebcn. Diesem Rath Gehör schenkend, finden wir ihn bald wieder unter Rabbi's Hörer und Genossen. Von dessen Seite wird ihm alle mögliche Ehre zu Theil. — Wie hoch „Rabbi" seinen Freund und Schüler R. Chija auch schätzte, so sagte er von 'n seinem Freund und Rathgeber: ’je6 'Ol' N"n „Wenn R. Chija in mein Prioatzimmer eingelassen wird, so trete R. Jsmael in meine allerinnersten Gemächer (IX 3 v'nio ^nT). — Von dem theuern Genossen ließ er sich in den Ueberlieferungen des Vaters „R. JosL" belehren (15 ro»). Ja, mehr noch; Rabbi hörte gerne die Zurechtweisungen und Lehren des Freundes, welche dieser aus seinen eigenen Erfahrungen zu Theil werden lassen konnte. (112 b qtidb). — Und doch war hie und da die Haltung der Schüler und Genossen Rabbi's R. Jsmael gegenüber nicht immer dementsprechend , so daß Ersterer einmal sich veranlaßt fühlte, darüber seine Unzufriedenheit zu erkennen zu geben. Auf welch' sinnige Weise er dies einzuleiten, wußte, wird uns im ->.->3 's vmo erzählt: v'21 on’Jö^ Non mij/o rwp