Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1891)
- Date
- 1891-08-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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«Ml, S-HrMg. M 62, Israelit...... Jeschmun. Zettslhüst W Mdemg D. Geistes mü W. Krdeis lll Ws. GmeMe md Klhsir. Aentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 6. August 5651 (1891). Leitender Artikel. Sprüche der Mater. Viertes Buch. LI. Fortgesetzt von Liepman Philip Pr ins. Frankfurt a. M., 4. August. Der Schleier, welcher unfern Spruch verhüllt, ist von einem eigenthümlichen Gewebe. Seine Fäden sind gesponnen aus den edelsten Regungen, die in dem menschlichen Herzen keimen und welche den Namen führen: Reine Menschenschenliebe und tief empfundene Achtung vor der selbstlosen Verwaltung der staatliche» Ordnung. — Und ein typischer Charakter, mit diesen Eigenschaften ausgerüstet, war der Verfasser unserer Sentenz. .'dv Ta p» npb t<b 'pj by irmw Der Talmud (24 noa) weiß keinen Würdigeren, wie unfern Mischnalehrer zu finden, wenn für den Schriftvers: „Und für den Unschuldigen nahm er keine Bestechung an", nach einem mustergiltigen Beispiel Umschau gehalten wird. Ein solcher Mann war der Meister, mit dessen Lehre wir uns jetzt beschäftigen. Der älteste der vier Söhne, welche R. Jos« den Chalaphta hinterließ, — unter vier Söhnen, von denen der Vater sprach: dtim twdj (rottf 118), „Cedernbäume habe ich gepflanzt in Israel", seine Kinder in Denk- und Sinnesart mit diesem edlen, festen Baume vergleichend, — war es R. Jsmael, der im Stande war, die Lücke auszufüllen, welche das Hinscheiden des Vaters in den Reihen der Gesetzeslehrer zurückließ. "(nj nns?) mn vnox eipo xVötn,, heißt es Von ihm, und .... doch greifen wir nicht vor und lesen wir die Geschichte jener Tage. — Sepphoris, die Stadt, wo R. Josö, der Vater R. Jsmaels, lebte und wirkte, war zu einer großen Blüthe gelangt. Sowohl Gelehrte, wie Laien wallfahrten nach jener Stadt, entweder um den Mann zu sehen und kennen zu lernen, von welchem der Patriarch Rabbi (xm-, x-irp "i) begeistert sprach: ioy lpioo rv*n (67 yvH, „Hättest Du ihn nur gesehen, so würdest Du wissen» daß die Rechtskunde bei ihm ist", oder, weil sie vor dem Forum dieses Gelehrten erscheinen wollten, um aus seinem Munde das Urthetl in Rechtsfragen zu hören: „msa*? Di' 'n inn . . . “jVn ppm pns pnit", (Sanhedrin 32): „Wer nach Gerechtigkeit streben will, pilgere nach Sepphoris zu R. Jose." Und auch aus Babylon, aus jenem Lande, wohin viele Familien gezogen waren, so lange die Hadrian'schen Edikte das religiöse Leben auf heiligem Boden zu ersticken drohten, aus Babylon, sagen wir, wo schon unter Führung des R. Chananja ein Synhedrion getagt, nachdem die dorthin Ausgewanderten sich zu jüdischen Gemeinden orggnistrt hatten, kehrten unsere Glaubensgenossen Zurück, akS sie vernahmen, (63 M2-») cnp mwn Q’hj, daß die früheren Schüler zu bedeutenden Gelehrten sich herangebildet hätten und ließen sich vornehmlich in Sepphoris nieder, wo sie nach den Anordnungen des R. Jos4 ein Betlokal einrichteten (Sota Jerus. VII, 6). Sepphoris, wir wiederholen es, war unter der Führung des R. Josö zu einer Blüthe gelangt, worüber selbst der Urheber dieses Aufschwungs ausrtef: (75 3*3) nrn^ien nw» nx 'nw mn. „Ich habe Sepphoris in seiner Blüthe gesehen." Jetzt begreifen wir die Trauer, welche die Schreckenskunde, R. Josö habe seine irdische Laufbahn vollendet, seine reine Seele weile in himmlischen Sphären, in dieser Stadt erregte. Wir verstehen jetzt den Gedanken des Künstlers, der ein Bild dieser Großstadt entworfen — Sepphoris trauernd über dem Hinscheiden seines großen Lehrers — die Dachrinnen überströmen lassend von blutgefärbten Thränen seiner Einwohner. (25 d. pp lyio.) — Sonst hat kein Dichter ein Klagelied uns hinterlassen, worin das Leben dieses großen Mannes besungen wäre, aber unter den vielen Lehren, die R. Josö überliefert, ist uns eine geblieben, in welcher der Tanait — unbewußt eine Skizze von sich selbst gezeichnet, cnx x^n hmd cnx bw D^pv nb