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Der Israelit · 1891-08-03 · Heft 61 (3.8.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 61 (3.8.1891)
Date
1891-08-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1151 znspüren. Tag mib Nacht sind sie thätig, um der immensen Arbeit Herr werden zu können. Mit aufopfernder Hingabe walten sie ihres schwierigen Amtes, mit Ilmsicht und Sachkcnutniß, denn viele sind dabei, die bereits in früheren Jahren in dieser Angelegenheit tbätig waren. Sie haben cs erreicht, daß in einer streng rituell geführten Volksküche hunderte (zuweilen 600) von Hungernden täglich von schmackhafter Speise gesättigt, daß sämmtliche Flüchtlinge, wenn sic sich als solche legitinriren können, lvährend ihres hiesigen Aufenthalts verpflegt, und dem sog. großen Comite Angeführt werden, das ihre Ueberführung nach überseeischen Plätzen beschafft. Mit ihnen in Verbindung steht das Bekleidungseonlitö für russische Inden, das bis jctzt gegen 6000 Personen bekleidet hat. Gegen diese jnngen, unerfahrenen Leute wendet sich Ihr Herr Correspondcnt. Vielleicht hat derselbe kaum noch einen Finger gerührt, um unseren russischen Brüdern beizustehen. Wenn irgend einer der Hilfesuchenden hart abgefertigt worden ist, so ist es nicht Sache eines Außenstehenden, Nichtwifscnden, es zu verdammen. Wahrlich, solche Nörgeleien fehlen noch in solchen Zeiten. G. (Wir überlassen es unserem Korrespondenten, sich hierüber zu rechtfertigen. Ned.) Ans Oberschlesieir Fabrikbesitzer Heinrich Friedländer in Nenbydsch o w (Böhmen) in den 60er Jahren in Groß-P et er Witz, Kreis Ratibor, dann als Fabrikbesitzer in Ratibor wohnhaft, ein Sohn der vor 10 Jahren in Oppeln verstorbenen Dame des Louifen-Ordens 1. Klasse: Julie Fried! and er, hat sowohl in Neubydschow als in der Nachbarstadt Chleunetz die Denkmale der in den Spitälern ihren Wunden aus der Schlacht von Königgrätz erlegenen Oesterreicher, Preußen und Sachsen auf eigene Kosten renovirt. Aus dieser Veranlassung fand am 1. v. M. im Beisein des Bezirkshanptmanns, des Offizierkorps und geladener Gäste eine erhebende Feier statt. Herr Friedländer brachte auf die verbündeten Kaiser von Deutschland und Oesterreich ein Hoch aus. Frankfurt a. M, 22. Juli. In demselben Maße, als sich die Bedrückung der Juden in Rußland und die Hetzereien in anderen Ländern der-, stärken, werden auch immer noch Stimmen gegen solches Gebahreu laut aus Kreisen, auf deren Unterstützung die Hetzer sonst zu rechnen Pflegen. So haben sich in letzter Zeit wiederholt höhere Geistliche der katholischen Kirche und protestantische Prediger (insbesondere in England) gegen die unwürdigen Hetzereien ausgesprochen. Es liegt uns nun in dem Wochenblatte des „Cape Argus" vom li. Juni ein neues Zeugniß solcher Toleranz vor, welches der Ncv. D. P. Fan re, Prediger der Free Protestant Chnrch in .Kapstadt, in einer Predigt abgelegt hat. Dieselbe enthält eine kurze Geschichte der Judenverfolgungen, wobei der protestantische Geistliche nicht ansteht, zu erklären, daß die Juden im Mittelalter nur in einem einzigen Lande Frieden und Wohlstand genossen — das war das von den Mohamedanern beherrschte Spanien. Seitdem dieselben aber Vertrieben worden, seien die Juden stets und überall bedrückt worden. Der Redner geht dann im Einzelnen auf die Vorwürfe ein, welche man den Juden macht, um eine cxceptionelle Behandlung derselben zu begründen, worauf eine Aufzählung der Vorzüge der Juden und derjenigen Errungenschaften folgt, welche die Welt ihnen verdankt. „Wir insbesondere," so sagt Herr Faure, „welche die Menschen nicht nach ihrem Glauben oder ihrer Nationalität beurtheilen, sollten freundlich, edel und gerecht allen gegenüber sein, mögen sie nun mit uns den Glauben theilen oder nicht, unsere Sprache reden oder nicht, von unserem Blute sein oder nicht. Das Band gemeinsamer Brüderlichkeit verbindet uns Alle, und die Juden waren die Ersten, welche diese Wahrheit entdeckten und verkündeten. Sie sind ein sehr schwer gekränktes Volk, und doch sind sie ein Volk, welchem die Welt ebensoviel, wie irgend einem anderen Volke verdankt." O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 21. Juli. Gestern, Montag, feierte die österreichische Kriegsflotte den 25. Jahrestag der Seeschlacht bei Liffa, in der sie die vom Admiral Grafen Persano befehligte italienische Flotte gänzlich aufs Haupt geschlagen und sich dafür mit ewigem, unvergänglichen Ruhme bedeckt hatte. Nur wenige von den Helden, die an diesem ruhmvollen Tage für ihr österreichisches Vaterland gekämpft, geblutet und gesiegt hatten, befinden sich noch am Leben, von denen die meisten wieder hier in Wien wohnen. Gestern kamen nun diese Veteranen wieder zusammen, um diesen historischen Tag festlich zu begehen und befanden sich darunter auch zwei Israeliten, die Herren Adolf Kohn und Israel Braun, von denen Ersterer jetzt Trödler in dem hiesigen Stadtviertel Margarethen und Letzterer Möbelhändler ist. Herr Kohn hatte die Schlacht auf dem Holzschiffe „Adria" mitgemacht und HerrBraun auf dem vom Viceadmiral Petz befehligten Linienschiffe „Kaiser", dessen Hauptaufgabe es war, die feindlichen Schiffe anzurennen und sie mit seinem Sporn in den Grund zu bohren. Während des Kampfes wurde das Deck des „Kaiser", das aus Holz war, von einer feindlichen Kanonenkugel in

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