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Der Israelit · 1891-07-30 · Heft 60 (30.7.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 60 (30.7.1891)
Date
1891-07-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1125 Als Text hatte er die Worte Mose's: 'n *ips' nt *wn .myn by vrx ieo ^2^> nnnn 'n my rmn c>x'2' Vni d'xv ivtv omsl? «2’ nyn dh4? yx law ^^2, seiner Predigt zu Grunde gelegt, und betonte namentlich die Bemerkung Raschi's zur Stelle bwd oäji iwna xLi', daß der Rabbiner immer mit gutem Beispiel vorangehen müsse. Um der Landbevölkerung den Inhalt der Rede zugänglich zu machen, haben die Vorstände beschlossen, sie dem Druck zu übergeben. — Wünschen wir, daß die Hoffnungen, mit welchen Herr Dr. M. sein neues Amt angetreten hat, sich auch voll und ganz erfüllen mögen. Psw ^a my ^2 lyo»* \yt&, daß alle Mitglieder der Gemeinde seinen Worten lauschen und — sie auch in Thaten umsctzen. Würzburg, 20. Juli. Heute hielt dahier der israel. Lehr er verein für das Königreich Bayern seine jährliche Generalversammlung ab. Die Betheiligung war eine sehr erfreuliche und die Verhandlungen wurden in sachgemäßer und parlamentarischer Ordnung geleitet und geführt. Der Vormittag war dem geschäftlichen Theil gewidmet und lieferte die Rechnnngsablage ein sehr günstiges Resutat. Der Verein konnte im verflossenen Rechnungsjahre seinen Verpflichtungen an Unterstützungen ausgiebig Nachkommen und erzielte einen nicht unbedeutenden Ueberfchuß zur Mehrung des Fonds. Für den Nachmittag waren zwei Vorträge vorgesehen, von denen der eine den Entwurf eines Lehrplanes für die israel. Religio n s schu l e von Nußbaum-Wiesenfeld, der andere die Aufgabe der Re ligiousschule und die Vor- und Fortbildung des isr. Lehres von Mannheimer - Harbnrg zum Gegenstand hatte. Beide Vorträge konnten als gediegene Arbeiten bezeichnet werden und finden allscitige Anerkennung, in den meisten Aufstellungen und Vorschlägen auch Annahme, so namentlich, daß eine vermehrte Stundenzahl für den Religionsunterricht an den Religionsschulen wünschenswerth und zu erstreben sei. Im Ganzen bekundete die Versammlung ein sehr lobenswerthes Standes- und Berufsinteresse. Möchte der junge Verein, der so Erhabenes bezweckt und das geistige und materielle Wohl seiner Mitglieder zu fördern sucht, auch ferner blühen und erstarken; möchte aber auch dessen Wirksamkeit durch immer größeren Anschluß an ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern gefördert werden! Italien. Rom. Das Eomitö für die russischen Juden beschloß die Errichtung von Subcomites in allen Provinzen, ferner die Publication von Schriften, um zu zeigen, daß Italien durch eine Unterstützung der Vertriebenen nur gegen die grausame Intoleranz und die Vergewaltigung der Gewissen protestirt. Vermischtes. Liegnitz Zur Austreibung der Juden aus Rußland wird der „Voss. Zig." geschrieben: Die Austreibung der Juden nimmt ungeschwächten Fortgang und hat auch an Grausamkeit in keiner Weise nachgelassen. Leider geht auch mit der Austreibung der Unglücklichen eine Ausbeutung Hand in Hand. Unter dem Vorgeben, die Ausweisung außer Kraft zu setzen, werden ihnen von den unteren Polizeiorganen Gelder abgenommen, und dies so lange fortgesetzt, bis alle Mittel erschöpft sind, und schließlich geht die Ausweisung erst recht vor sich. So werden die letzten Habseligkeilen zusammengepackt, und es wird versucht, in das Nachbarreich zu gelangen. Einen regulären Auswanderungspatz zu erlangen, erfordert sehr viele Kosten, die der Betreffende nicht erschwingen kann, somit sind die Vertriebenen darauf angewiesen, durch mehrere Wochen eine Gelegenheit zu erspähen um heimlich über die Grenze zu kommen resp. sich durch irgend welche Bestechung über die Grenze zu schmuggeln, meistentheils werden sie jedoch dabei ertappt und sind froh, wenn sie, ihr Gepäck im Stiche lassend, sich und den Ihren das nackte Leben retten. Deswegen ist der größte Theil der Auswanderer von Allem entblößt, und man sieht dieselben in zerlumpter Kleidung, mit schmutziger Wäsche, voller Jammer und Elend. Die Zahl der Vertriebenen an der russisch-österreichischen und polnisch-russischen Grenze dürfte sich wöchentlich auf 1000 Personen belaufen von denen der kleinste Theil mit eigenen Mitteln reift. London, 29. Juli. Der „Agentur Dalziel" wird aus Washington von gestern gemeldet, die Ver. Staaten-Regierung habe am 27. Juli telegraphisch die offizielle Information erhalten, daß der Zar aus Verwenden der Ver. Staaten „zeitweise" eine Milderung der Maßregeln zur Vertreibung der Juden angeordnet habe. Feuilleton. «-> Die Sihwestern. Von H. Berger. (Nachdruck verboten; alle Rechte Vorbehalten.) S3 Seh haschaar lad-ai zadikim jowauu wau; so stand in verblichenen Lettern an der kleinen Pforte zu lesen, durch welche man in den israelitischen Friedhof zu Z. gelangte. Es war ein trauliches, lanschiges Fleckchen Erde, dieser Friedhof, so recht geschaffen zum Ruhen und zum Träumen. Süße Ruhe, stiller Friede lagerten auf den mit Taxushecken und wilden Blumen überwachsenen Gräbern, deren Leichensteine wie bleiche Gesichter aus dem grünen Laub der Hecken hervorlugten. Und sie bedurften der Ruhe und des Friedens, die müden Waller, die nach Vollendung ihrer irdischen Laufbahn hier im Staube ruhten, denn das Leben der Meisten von ihnen war Mühe und Arbeit, Drangsal und Elend gewesen und erst der Tod hatte ihnen die lang ersehnte Ruhe gebracht. Diese Ruhe wurde durch nichts gestört. Abseits vom Wege, auf einer kleinen Anhöhe, fern vom Leben und Treiben der Menschen lag der Gottesacker, dessen Pforten sich höchst selten öffneten, um einen müden Wanderer, der von des Lebens Last hier Ruhe

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