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Der Israelit · 1891-07-30 · Heft 60 (30.7.1891) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 60 (30.7.1891)
Date
1891-07-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1118 sind, um alle oder einen Theil der Zwecke dieser Stiftung auszuführeu, und diesen Commissionen, sobald solche angemessen organisirt sind, soviel von dem Fonds von 2,400,000 Dollar auszuzahlen, als sie jeweilig für zweckdienlich erachten, zugleich auch das genannte Kapital zinslich anzulegen, um dasselbe für die Erfordernisse und Zwecke der Stiftung bereit zu halten. 3. Ich bewillige dieses Kapital von 2,400,000 Dollar, soviel jedoch davon ausgenommen, als für den in dem ersten Artikel hier genannten Zweck aufgeweudet worden ist, den genannten Vcvollmächtigten und deren Nachfolgern auch hauptsächlich zu dem Zweck der Verwendung seitens der Kommissionen, die, wie vorhin bemerkt, einzusetzen sind, für die Erziehung und Unterstützung jüdischer Einwanderer und deren Kinder ans Europa, vornehmlich aus Rußland und Rumänien. 4. Der Wirkungskreis dieser Commissionen soll sich erstrecken auf: a) Gewährung von Darlehen an Einwanderer aus Rußland und Rumänien, welche Ackerbauer und Ansiedler in den Vereinigten Staaten sind, gegen Sicherheit auf beweglichen und unbeweglichen Besitz; b) Bestimmung hinsichtlich der Beförderung der für die Ansicdlung designirten Einwanderer nach ihrer Ankunft in eine amerikanische Hafenstadt unter Berücksichtigung des Alters, Standes und der Fähigkeit nach denjenigen Orten, von welchen vorausgesetzt werden kann, daß die Verhältnisse des Arbcitsmarkts oder die Anwesenheit von Freunden der Einwanderer für deren Ansicdlung daselbst die Aussicht auf Erlangung einer selbstständigen Existenz eröffnet; e) Veranstaltungen für die Ausbildung der Einwanderer in Handwerken und Unterstützung derselben während dieser Ausbildung, Gewährung von Werkzeugen und Zubehör, wie auch sonstige Beihülfe zur Gewinnung einer Existenz; d) Veranstaltungen für die Vervollkommnung Erwachsener und Jünglinge unter den Einwanderern, durch welche arbeitsame und anstellige Personen lohnendere Beschäftigung erhalten können, sei es durch Zahlung des Unterhalts während der Lehrzeit, sei cs durch Gewährung von Unterricht an Erwachsene und Minderjährige in Gewerbeschulen oder auf irgend eine andere dienliche Weise Beisteuer und zeitweilige Unterstützung; e) Gewährung von Unterricht in der englischen Sprache, der Einrichtungen und der Gesetze der Vereinigten Staaten, in technischer Ausbildung u. s. w., sowie Errichtung von Spezialschulen, Werkstätten und anderen angemessenen Vorkehrungen zur Förderung solcher Unterrichtszweige; f) Gewährung von Unterricht in Landwirthschaft und verbesserten Methoden des Ackerbaues, 4 Unterstützung der Ansiedler mit Werkzeugen u. dgl., | praktische Beaufsichtigung solchen Unterrichts u. s. w.; l g) Zusammenwirken mit bereits bestehenden \ Institutionen in den verschiedenen Districten der J Vereinigten Staaten, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, ganze oder theilweise Hülfe und I Unterstützung an Personen zu gewähren, die den | hier ins Auge gefaßten Kategorien augehören; 1 h) auch in anderer Weise als hier angedeutct ist, für die Ausbildung und Erziehung der Einwanderer zu wirken, wie cs den hier genannten! Bevollmächtigten, deren Nachfolgern und den Com-! Missionen jeweilig zweckmäßig erscheinen sollte. I (Schluß folgt in der ersten Beilage).! Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. | Berlin. Von den Erträgnissen des am 18. Juni in der Philharmonie zum Besten der russischen Vertriebenen stattgehablen Wohlthätigkeitsfcstes sind bis jetzt an 148 Familien Geld-Unterstützungen \ gewährt worden, damit dieselben nicht mittellos ihre! neue Heimath betreten. Ferner sind 75 Familien durch Zuwendung von größeren Beträgen davor bewahrt worden, nach Rußland zurückgeschickt zu werden und wurde ihnen ermöglicht, die Reise nach Amerika und Argentinien antreien zu können. Diese Zuwendungen sind von einem Mitgliede des Comitss in den Sichtungs'Orten Myslowitz, Oswiectm und Krakau unter Mitwirkung des dortigen Comites erfolgt. In letzterem Orte wurde auch von demselben eine regelmäßige Speisung der Vertriebenen cingeführt, sowie Mittel zur Begründung einer Suppenanstalt zurückgclassen. Der noch vorhandene Fonds wird weiter in derselben Weise verwendet werden. Hamburg. Folgende Bemerkungen aus einem Artikel der hiesigen „Reform" haben auch für die Leser Ihres geschätzten Blattes Interesse: Es war ein doppeltes Verdienst, das Herr- Stöcker und sein Busenfreund Herr Prof. Adolf Wagner seiner Zeit auf Grund der von ihnen inscenirten und geleiteten Berliner antisemitischen Bewegung für sich in Anspruch nahmen. Sie wollten den Freisinn vernichtet und die Sozialdemokratie lahm gelegt haben. Diese schönen Träume haben die Berliner Reichstagswahlen niemals bestätigt. Die Stimmen der Sozialdemokraten in Berlin haben dauernd zugenommen und der Freisinn behauptet wenigstens den Manen des Herrn Stöcker gegenüber ungeschwächt sein Feld, während das edle Brüdcrpaar Stöcker-Wagner immer mehr von der Bildfläche verschwindet.

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