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Der Israelit · 1891-07-23 · Heft 58 (23.7.1891) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 58 (23.7.1891)
Date
1891-07-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1086 geisternden Worte darin mächtig nachhallen und die Zuhörer zum Beifall, der sich gar nicht aufdringlich zu äußern braucht, hinzureißen vermögen, kann es auch nicht ansbleiben, daß sie nicht nur freudig seinen Ermahnungen lauschen, sondern auch den stillgefaßteu Vorsätzen die That folgen lassen. Was den Stoff der Vorträge anbelangt, so bietet sich dem Lehrer eine fast erdrückende Menge dar. Er rede zu seinem Auditorium von der Wichtigkeit und Heiligkeit der göttlichen Gebote und von dem beseligenden Gefühl der strengen Pflichtausübung, spreche von der Bedeutung der Fest- und Feiertage, von der Wonne und der Festesfreude, die sie in der Brust jedes Gläubigen wie mit Zaubcrmacht schaffen, beweise an drastischen Beispielen aus der Geschichte die ewige Jugendkraft, den nie versiegenden, ewig frisch sprudelnden Quell unserer heiligen Religion, ihre Lauterkeit und hohen sittlichen Momente, stelle Vergleiche an zwischen dem heiteren, stets in harmonischen Akkorden ausklingenden Gemüthsleben des gläubig Frommen, dem die Religion das allein treibende Moment für sein Thun und Lassen ist und dem freipendelnden, von centrifugalen Kräften vom festen Stützpunkt abgelenkten Ungläubigen; er ermahne sie unablässig zur Ausübung werkthätiger Liebe, predige Verträglichkeit und Friedfertigkeit und warne vor den häßlichen Lastern des Neides und Geizes. (Schluß f.) rr i? pickt über die 10. Iayres-Derjammtung des südwestdeutschen Weröandes israelitischer Lehrer und ßultusöeamten. Wittlich, 1. Juli 1891. Der Einladung des Vorstandes obigen Vereins zur Jahresversammlung am 17. und 18. Mai im „Pfälzer Hof" zu Trier hatten fast sämmtliche Mitglieder Folge geleistet. Der Vorsitzende Herr Eppstein-Hoppstädten begrüßt die Mitglieder sowohl, als auch die erschienenen Herrn Rabbinen aus Trier und Birkenfeld und die anivesenden Vorstandsmitglieder der Synagogen - Gemeinde Trier. Er bat den vom Gemeindebnnd delegirten Herrn S e n d e r-Tholeg, dem Bunde den Dank der Versammlung zu übermitteln für das Interesse, das er unfern Bestrebungen entgegenbringt und das er auch in diesem Jahre wiederum mit einer Subvention von 100 Mark bethätigte. Herr Sender-Tholeg begrüßte die Versammelten namens des D.-J. G.-B. zu Berlin, und wünschte, daß die Verhandlungen den Schulen, den Gemeinden und den Lehrern Segen bringen möchten. Er forderte seine Collegen auf, die hochherzigen Bestrebungen unseres Kaisers nicht allein durch Worte, sondern auch durch die That kräftig zu unterstützen und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät. Herr B ä r m a n n - Trier bewillkommnete die Versammlung namens der Gemeinde Trier; erwies treffend auf das Wohlwollen der Königlichen Regierung zu Trier hin, die israelitischen Schulen zu öffentlichen zu erheben, damit ihre Lehrer die mit einer solchen Stelle verbundenen Wohlthaten genießen und wünschte den Arbeiten der Konferenz den besten Erfolg. Den Schluß der Begrüßungen bildete die Rede des Oberrabbiners Herrn Dr. Baßfreund-Trier, der seiner Freude Ausdruck gab, schon schnell nach feinem Amtsantritte dahier einer Lehrerkonfereuz beiwohnen zu können. An eine Midraschstelle anknüpfend, verbreitete er sich über die Bedeutung des Lehrerftandes und den Werth der Konferenzen. Nach dem Berichte des Kassiers, bem Decharge ertheilt ward, erfolgte die Vorstaudswahl, die nach Antrag des Herrn Heß-Saarwcllingen durch Zuruf erfolgte und eine einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes ergab. Hiermit war Punkt 1 der Tagesordnung erschöpft und es erhielt der 2. Vorsitzende, Herr Redacteur Nuß b aum-Trier das Wort zu seinem Referate: „Kann der systematische Religionsunterricht mit dem biblischen Geschichtsunterricht verbunden werdend" Der beifällig aufgenommene Vortrag des Referenten stützte sich auf folgende, nach lebhafter Debatte von der Versammlung aufgenommenen Leitsätze: 1. In der Schule erhält das Kind die ersten religiösen Begriffe aus dem bibl. Geschichtsunterricht. 2. Der bibl. Geschichtsunterricht muß nach dem Herbart- Ziller'schen Princip so vertieft werden, daß der Zögling die religiösen Wahrheiten erst innerlich erlebt und dann erlernt. Nur dadurch wird der Glaubenssatz der Ausdruck eigener Ueberzeugung. 3. Erst aus der Oberstufe werden die gesammelten religiösen Begriffe und Wahrheiten zum System verdichtet, es tritt der systematische Religionsunterricht ein. Um 8</2 Uhr wurden am andern Tage die Verhandlungen wieder begonnen unb zunächst bestimmt, daß die nächstjährige Konferenz am 5. und 6. Juni kn St. Johann-Saarbrücken ftattfinde und folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Auf welche Weise läßt sich das Ceremonial- Gesetz für das sittliche Empfinden des Kindes

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