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Der Israelit · 1891-07-02 · Heft 52 (2.7.1891) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 52 (2.7.1891)
Date
1891-07-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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968 Aus Ungarn, 26. Juni. Die Antworten Sr. Majestät auf die Ansprachen der jüdischen Deputationen in Fünfkirchen und Fiume glänzen wie milder Sonnenschein, welcher das Herz eines jeden liberalfühlenden Menschen erwärmt und die Geister erleuchtet; die wahrhaft königlichen Worte, in welcher sich auf's neue die erhabene, humane Gesinnung unseres treu geliebten Königs offenbart, werden in dem Gemüthe aller seiner jüdischen Unterthanen den dankbarsten Empfindungen begegnen. Die Judenheit Ungarns wird immer mit erhöhter Freude der zwei Tage gedenken, an denen ihr solch herzliche Kundgebungen Seitens Sr. Majestät zu Theil wurden. Noch mehr als die bereits mitgetheilte Antwort in Fünfkirchen erfreuen uns folgende Worte, welche der allen seinen Unterthanen mit gleicher Liebe zugethane Kaiser-König Franz Josef, auf die Ansprache des Präsidenten der israelitischen Gemeinde in Fiume erwiederte: „Mit besonderer Befriedigung nehme Ich den Ausdruck der treuen Anhänglichkeit entgegen, den Sie im Namen dieser israelitischen Gemeinde äußerten. Ich interc s sire mich ^lebhaft, um Ihre Verhältnisse, die unter dem Schutz der bestehenden den Konfessionen Gleichberechtigung gewährenden Gesetzen, so Gott will, immer mehr blühen werden." Leopold Großberg. England. London, 26. Juni. Gestern Abend der hielt Chief Rabbi eine Empfangs-Soiree, zu der die ganze Gemeinde durch öffentliche Bekanntgebung eingeladen wurde. Die Räume der Portman Rooms in Bakcrstreet (woselbst früher das berühmte Wachskabinet der Madame Tuffand war), füllte sich mit Besuchenden aus allen Klassen und Ständen der großen Gemeinde, und ein Jeder war durch die Gesellschaft, sowie die musikalische Unterhaltung verbunden mit reichlicher Bewirthung erfreut und begeistert. Der Chief Rabbi und seine Gattin empfingen die Aermsten wie die Reichsten mit gleicher Liebenswürdigkeit. Mrs. Adler ist, wie bereis früher erwähnt, die Tochter des durch seine edlen Thaten rühmlichst bekannten seligenSalomonJoseph tort, und man kann von ihr mit Recht sagen, daß diese echte, würdevolle Dame (a thourough Lady) ihrer jetzigen Stellung in jeder Hinsicht Rechnung zu tragen versteht. Am nächsten Dienstag wird der Grand-Rabbin von Frankreich, Monsieur Zadoc Kahn, die Gemeinde empfangen. London, 26. Juni. An die Stelle des vorigen Alderman Sir Henry Jsaacs, (im vergangenen Jahre Lord Mayor) der sein Amt niederlegte, wurde wieder ein Glaubensgenosse, (Mr. Samuel) als Aldermann gewählt. London, 26. Juni. In der jüngsten Generalversammlung der deutschen Synagoge (Spital-Square) wurde Herr H. Berliner als Präsident gewählt. Derselbe begleitete schon einmal dieses Amt in früheren Jahren. Rußland. Krakau, 27. Juni. Zahlreiche russische Juden, die hier angekommen, mußten auswandern, ohne ihre Geschäfte abwickeln zu dürfen, da General Gurko ihre Gesuche um Fristverlängerung nicht übernehmen wollte. Griechenland. Aus Athen wird geschrieben, daß, trotzdem keinerlei Anzeichen auf eine Wiederholung der Unruhen auf den Ionischen Inseln hindeuten und zuverlässige Personen sich durch den Augenschein von der Wiederkehr normaler Verhältnisse überzeugt haben, doch die fluchtartige Auswanderung der Juden in großem Maße anhalte. Zante sei von Juden ganz verlassen; angeblich seien nur zwei Familien zurückgeblieben. Aus Corfu seien nach übereinstimmenden Berechnungen von den dort befindlichen 7000 Juden 2500 ausgewandert, und jeder abgehende Postdampfer nehme noch neue Flüchtlinge auf. Unter den Auswanderern befänden sich die wohlhabendsten Mitglieder der Corfioter Gemeinde. > Vermischtes. Homburg v. d. H. Unter den hiesigen jungen Mädchen herrscht augenblicklich eine fieberhafte Thätigkeit. Dieselben wetteifern mit einander, angeregt durch die hierher gelangten Briefe der bekannten „Schneeball-Collekte", zu Gunsten der russischen Juden, eine möglichst große Summe in ihrem Bekanntenkreis zusammenzubringen. Nach den Bestimmungen dieses Briefes soll der Empfänger diesen zweimal abschreiben und an zwei Freundinnen schicken; letztere sollen dasselbe thun u. s. w. Entgegen diesen Bestimmungen, wurde der Brief an die meisten jungen Mädchen hier vertheilt, die nun persönlich ihre Bekannten um milde Gaben für genannten Zweck angehen und auch recht gute Resultate erzielen. Die zusammengebrachte Summe wird auf einmal dem Comite in Berlin übersandt, wodurch viel Spesen erspart werden. Wegen seiner Einfachheit verdient dieses Verfahren auch in anderen Gemeinden Nachahmung. Wien, 5. Juni. An der gestrigen Enquete über die Organisation der isr. Cultusgemeinde in Wien in der niederösterreichischen Statthalterei nahmen Statthalterei- Vice-Präsident R. v. Pfersmann als Vorsitzender, Statthaltereirath Baron Marx als Referent, die Vertreter der Cultusgemeinde in Wien, die Herren Wilhelm R. v. Gutmann, kaiserlicher Rath Klinger, Gustav Simon und Dr. Alfred Stern, für die Cultusgemeinde in Sechshaus die Herren Gottlieb Taussig und Wilhelm Pollak, für Währing Emanuel Hofmann und Eduard Berger und für Hernals S. Rosner und Dr. Weiner Theil. Bon dem Referenten Baron

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