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Der Israelit · 1891-07-02 · Heft 52 (2.7.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 52 (2.7.1891)
Date
1891-07-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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960 sere Weisen (Sanhedrin 102 b.) und sie antworten: Einmal bewies er, daß er noch Ehrgefühl hegte für das Buch Gottes. Als nämlich Ben Hadad, der Fürst Aram's, ihn nöthigen wollte, die Thorarolle preiszugcben, da folgte Achab dem Rath von Israels Aeltesten und lehnte es ab, dieser Afforderung Folge zu leisten. — Keiner war wie Achab, heißt es in den heiligen Büchern, so willig und feil zur Ausführung desjenigen, was den Augen des Ewigen mißfiel, und doch verkündet Rav Nachman eine ihm überlieferte Tradition, daß die Uebertretungen Achabs im Gleichgewicht gehalten wurden von seinen guten Regungen. Denn mit seinem Vermögen erfreute er diejenigen, welche sich mit dem Studium der heiligen Lehre befaßten. — So lange bet Achab das Gefühl für die Thora noch rege war, so lange die damit in Verbindung stehende Menschenliebe in seiner Versorgung der crasn ’To^n noch zum Ausdruck kam, so lange lebte bet Israel die Hoffnung, daß Achabs Gesinnung sich wiederum dem Gesetze Gottes nähern würde. Erst, als er sich von seiner Frau, Jsebel, Tochter des Zidonierkönigs, so weit verführen ließ, daß er auf die Pforten Samarias schrieb: „Achab wurde zum Gottesleugner", erst dann war jede Hoffnung zur Besserung und Bekehrung verloren. Im 'bvv Brno wird R. Jose's Spruch angeführt und ungefähr in derselben Weise gedeutet, wie wir ihn zu erklären versuchten. Dort heißt es: "HD*? nn« }X3D X*VT ION Np"! *1 OXT ->bx -im *in ^w wjn note o^aon x^tf •njn n’tpx-i 'n rwv» *ibx ne&ttn 'n nx*v ncon nwi nos ra d^'ix noiöi nD3n inx3 D’Viptf njni nesrw N313B »u mmn nx n33Bn i?3 noix ’dv '3 pum .rnnan by R. Jos4 spricht: Es ist bewiesen, daß Erkenntniß, nm, ganz wie Weisheit, .iv3ki, geeignet sind, zur Ehrfurcht Gottes zu führen, daß beide gleichwerthig sind: mit anderen Worten, durch Erziehung, durch Entwickelung des Verstandes kann man zum mcp byz, zu einem gottesfürchtigen Menschen erzogen werden. — Aber auch diejenigen, deren angeborene Liebe zu Gott aus Mangel an Erziehung nicht ausgebildet und daher nicht rege gemacht wurde, können durch NB3N, Gelehrsamkeit, Forschung in den Büchern der Offenbarung es dazu bringen, fromme, in den Gesetzen bewanderte Menschen zu werden. Salomo behauptet njn nw 'i nsn*, Ehrfurcht vor Gott sei Frucht der Erkenntniß — und David: sie sei Frucht der Weisheit. — Nicht bestreitet Salomo die Meinung seines Vaters. Salomo erkennt an, daß auch nvon, Gelehrsamkeit, zur rwr führt; aber nicht minder nyn, das dem Menschen angeborene, durch die Erziehung entwickelte Ekennen prägt nx3' ein. Einen negativen Beweis, lehrt Salomo, — nnd der bthb weist bedeutsam auf dessen Worte hin — geben die vH»«, die Ntchtwollenden, die Gleichgiltigen. „im d^’ix idibi nasn". Diese verschmähen die Gelehrsamkeit und die für das schlummernde Gefühl so nöthige Zurechtweisung, pum riBD, wie das Mischnawort uns belehrt: .nman by -didb ibu rrnnn nx toöh *73 -idix w ,mi R. Jose's Spruch war: Alle, welche die Thora verehren, aus welchem Born diese Ehre geschöpft wird, ist einerlei, 133 an ^3; wer nur immer die Thora ehrt, wird es selbst zur Ehre bringen können, aber: NI'ILN isu nwin mk SSnari Wem gilt wohl dieser zweite Theil unseres Spruches? Ist es uns klar, daß der erste Theil vorzüglich den *61 Nnwi n^’B pyo», den nicht Gesetzestreuen gegolten, um an ihr Ehrgefühl zu appclliren, so dürfte der zweite Theil vornehmlich den sich Gesetzestreue Nennenden gesagt worden sein. So lesen wir im mm 'q tmo n-mn nNun ‘rso i« tr« „Ein Mann oder ein Weib, wenn thun werden von allen Sünden gegen Menschen — Untreue zu begehen gegen den Ewigen — es verschuldet sich dieselbe Person." by 130B lew rrnnn nx n33Bn ^3 3bix ’dv 'n un by nnao ibu rrnnn nx (VbnBn) n*3Bn ^31 nv-on .l^p* N131 N33X H33B '3 ‘W nl'3371 Darauf sagt R. Jose, hiermit stimmt der Text überein, wie es heißt: (Samuel I, 2.30) denn, die mich ehren, ehre ich wieder und die mich nicht achten, müssen gering geschätzt werden. — .“rarx ix «rx oixn nxan ^3B *3. Wo die mm den Menschen mit irx bezeichnet, ist immer ein nriBiBi pnx ein frommer, ausgezeichneter Mann gemeint. Wenn ein solcher *-,313 Dixn nxBn sich dem geringsten Menschen gegenü b e r verschuldet — begeht er schon eine Untreue gegen Gott —, seine Person ist mit Schuld belastet. Eine Geringschätzung der Menschen von Frommen begangcn — sie führt zur Untreue. Deßhalb behauptet R. Joss, daß der hier in der Thora gewählte Ausdruck auf Geringschätzung der Thora Hinweise. — Wir frugen uns, kann es wahr sein, daß auch Fromme, Gesetzestreue, die Thora gering achten würden? Bnxn nxu>n ^>3B und wir müssen leider bekennen, auch sie lassen sich Uebertretnngen in dieser Beziehung zu schulden kommen. Werden die Thora und ihre Vertreter wirklich hoch gehalten, warum gehört es dann so sehr zu den Seltenheiten, daß der Sohn des mit irdischen Gütern gesegneten Frommen sich mit der Tochter eines D3n tdVd vermählt? Warum stehen die Fälle nur vereinzelt da,

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