Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 50 (25.6.1891)
- Date
- 1891-06-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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940 In ettvas andern Lauten ihn loben, In etwas andrer Form zu ihm beten, Darum haben sie Das uns Methan!" — — — Daru nt? 0k uv d ar tr »r? So wird Gott Euch retten, Der der Seinen nimmer vergißt! — — — „Gott soll uns helfen?' Er hat geschaut die Schmach, Er hat geduldet die That - Gott hat uns o e r l as sen! Was können wir gegen sein Gebot? Uns bleibt ein Weg nur: Verzweifeln und sterben!" — — — Nimmer, Ihr Dulder, sei dies das Ende! Ans zu den Wolken hebet den Blick; Wie diese dunklen, flücht'gen, zerreißen: Schwindet das Unheil, das Menschen uns schaffen; Wie vor des Windes Wehen sie weichen, Schwindet das Dränen der Erdengötter! Aber die Sonne bleibt, Aber die Sonne strahlt Leuchtend herab vom ewigen Himmel; Und so strahlt Euch das Auge des Einen, Wahren, Ewigen, Unerforschlichen. R. S ch m i d t - C a b a n i s. Dev st l i & w a n. Von H. Berger. — Alle Rechte Vorbehalten. Scheich Mchmed Ali war ein grausamer Mann; seine Sclaven fürchteten, seine Untergebenen haßten, seine Vorgesetzten schätzten ihn. Rücksichtslose Energie gepaart mit thierischer Wildheit, satanische Bosheit vereint mit unendlicher Geduld, wenn es galt, ein Ziel zu erreichen, Gewissenlosigkeit und Untreue selbst den eignen Verwandten gegenüber, hatten ihn zu dem gemacht, was er war, ihn eine Machtstnfe erreichen lassen, die ihm gestattete alle seine Wünsche zu verwirklichen. Und Mehmed Ali hatte viele Wünsche. Bald gelüstete cs ihn nach dem Lieblingspferdc jenes reichen Gutsbesitzers, bald hatte die junge Frau eines angesehenen Kaufmannes seine Sinnlichkeit erregt, bald ließ er die Braut eines niederen Beamten seinem Harem einverleiben — kurz, es verging kein Monat, ohne daß eine ungeheuerliche Gewaltthat des Grausamen ruchbar geworden wäre. Mochten sich die Geschädigten beklagen — ihre Klagen erreichten nur taube Ohren und die Gewalt triumphirte über das Recht. Wie viele Dolche auch schon geschliffen worden waren, noch keiner hatte ihn je getroffen; wie manches Geschoß auch schon auf ihn gerichtet worden war, keines hatte noch je sein Ziel erreicht; Mehmed Ali war und blieb der Schrecken aller. Am meisten litten unter seiner Grausamkeit die wenigen Inden, die in seiner Provinz wohnten, obschon man ganz leise sich zuflüsterte, daß auch er einst als Kind in den Bund Abrahams ausgenommen worden sei. Sie mußten alle möglichen Steuern entrichten und fanden trotzdem kein Recht und keinen Schutz. War ein Wunder, daß sie ihm aus dem Wege gingen und ihn haßten mit ganzem Herzen! War es zu verwundern, daß sie in den Unglncksschlägen, die ihn trafen, eine gerechte Vergeltung, die Hand Gottes sahen? Eines Tages ritt der Scheich mit seinem Gefolge durch die Stadt. Wer den Grausamen heranstürmen sah, suchte sein Heil in rascher Flucht und für wen es zum Fliehen zu spät war, der warf sich nieder und berührte mit seiner Stirne die Erde, denn so verlangte es das Gesetz. In rasendem Ritt durchflog die Calvacade die engen Straßen der Stadt und als sie die letzten ärmlichen Hütten hinter sich hatten, zügelte der Scheich sein edles Roß und rief einen seiner Begleiter an seine Seite. „Sage mir, Omar," begann er, „wie denken meine Unterthanen von mir? Was spricht man von meiner Regierung?" Omar verneigte sich gegen seinen Herrn und sprach in unterwürfigem Tone: „Möge Allah Dich segnen! Hoher Scheich! Dein Volk ist zufrieden und glücklich." Ein spöttisches Lächeln umspielte die dünnen Lippen des Schrecklichen; „und was spricht man von mir, Omar?" fragte er leise. „Man segnet Dich und betet zu Allah, um ein langes, ruhmreiches Leben für Dich." Wieder erschien das Lächeln auf dem Antlitz des Scheich. Man hatte sich einem Olivenhaine genähert, dessen kühler Schatten zur Ruhe einlud. „Wem gehört dieser Hain?" fragte der Scheich nun seinen Begleiter. „Er ist Dein Eigenthum," entgegnete Omar erblassend, „und wird von dem Juden Jussus für Dich verwaltet.' Ein schallendes Gelächter war die Antwort des Scheich. Als das Lachen vorüber war, sprach er: „Du bist ein angenehmer Gesellschafter, Omar. Ich schenke Dir zwei edle Hengste, nun lasse uns den Hain besichtigen und den Juden Jussuf, diesen Giaur, meinen Verwalter, aufsuchen.