Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 50 (25.6.1891)
- Date
- 1891-06-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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für 'sÄtthodoxe Muderrll-unr-Ä lNr. S. SS. Juni 1891,] mm ii ,m «WEHM®; Äus dem Drolog zum Wobtthütigbeitssest für die Gpfer russischer Älaubensversolgung in Aerlin. elch' ein Knäuel menschlichen Elends rollt Tort aus unsere friedliche Flur heran?! -^Welche Lawine von Elend walzt sich £|V\ Unseren blühenden Gauen zu?!! Ä Weinende Kinder, \\ Der sorgenden Mutterhut Jach entrissen; Schwache Matronen, des stützenden Männer, zu Greisen darniedergedrückt IStabes bar. Durch die bleierne Wucht der Roth; Weiber, das Haar zerrauft Und die Brüste zerfleischt, Mit den stieren, zährenzerfressenen Augen vergeblich Nach der Spur ihrer Söhne suchend! Sagt, wer seid Ihr, Unselige? Redet, welch Schrecknis; hat Euch betroffen?! Hat die brandende Flnth Eure Aecker ertränkt?f Hat der brausende Sturm Eure Hütten zerstört? Hat des Feuers gluthfauchender Odem Euer Erbe zu Asche versenkt? Hat der berstende Leib der Erde Gierig verschlungen Euch Gut und Hab'?!- - - „Wehe, was forschst Du? Weh', warum fragst Du? Nimmer der Elemente Haß Kann so grausamen Spruch vollziehen: Blind zerstören sie, Blind vernichten sie Mit ihren Opfern sich selbst zugleich! Sehenden Auges vermag nur der Mensch So gegen Seinesgleichen zu wüthen!"- Dann hat des Krieges höllische Geißel Also von Haus und Hof Euch vertrieben, Hat Euch verjagt aus dem wohnlichen Heim, Hat Euch rechtlos und mundtodt gemacht?! Aber wie ist mir? — ich meine, es ruht ja Rings in der Scheide das scharfe Schwert; Nirgend umher in den Landen loht Jenes Dämons furchtbare Fackel, Deren Flamme allein Fließendes Menschenblut löscht?! — — „Nicht hat der Krieg, der Bölkerverderber, Uns in die Fremde hinausgetrieben, Nicht unsre Hütten ein Gegner zerstört! Brüder sind dieses Unheils Erzeuger, Sprossen der eigenen Scholle haben Uns der bleibenden Stätte beraubt, Haben das Kind von der Mutterbrust, Haben das Weib vom Gatten gerissen; In die Oede, in Hunger und Elend Wandern wir auf des Landesvaters, Auf des eigenen Herrschers Geheiß!" - — — Und warum? Was habt Ihr verbrochen? Habt Ihr „ihn", den Gesalbten, geschmäht? Habt Ihr das Reich dem Feinde verrathen? Habt Ihr verletzt das heil'ge Gesetz? Welchen unaussprechlichen Freveln Droht solche Sühne — um Gotteswillen?! — „Wehe, Du sagst es: um Gottes willen Sind wir geworden, wie Du uns siehst! Weil wir den Einen Gott, den alleinigen, Ihn den Schöpfer von Himmel und Erde, Unfern Gott und Euren und ihren, Etwas anders als sie bekennen,