Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1891-06-25 · Heft 50 (25.6.1891) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 50 (25.6.1891)
Date
1891-06-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448122-2448168--32320-2480160
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

923 „Als Organ des Kreises Ihrer Zuhörer, „welche den ganzen Winter über Ihren geistvollen „Talmud-Vorträgen mit gespannter Anfmerksam- „kcit und lebhaftem Interesse lauschte, erlaube „ich mir zunächst unseren innigsten Dank auszu- „sprechen und Ihnen die Versicherung zu geben, „daß wir ernsthaft bestrebt sind, Ihren Pfaden „zu folgen und uns die gründliche nach Wahrheit „strebende Methode Ihres d"km anzueignen, „so weit es unsere schwachen Kräfte gestatten. „Durch Ihre lebhafte den Verstand anregende „und das Herz erquickende Vortragsweise haben „Sie in verhältnißmäßig kurze Zeit bewirkt, daß „in unseren Kreisen ein frisch pulstrendes Leben „und ein warmes Interesse für das ernste Stu- „dium unserer heiligen nun erwacht ist. Möge „es Ihnen vergönnt sein, unser Frankfurt, welches „einst die hohe Schule der nmn war, aufs neue „zu einer Pflanzstätte derselben zu erheben. Möge „die Saat, die unser unvergeßlicher Rabbiner „Hirsch >'8? in jahrelangem unermüdlichen „Schaffen und Wirken zu so herrlicher „Blüthe gebracht, nun unter Ihrer Leitung zur „vollen Frucht sich gestalten. Das Wort un- „sercr Weisen, daß die rvnn stets zu ihrem „früheren Heim zurückkehrt, möge auch durch Sie „sich erfüllen. Die mm, welche einst unser großer „Lehrer bw -,vrn niwj 'n von Frankfurt nach Un- „garn verpflanzte, werden Sie, als mittelbarer „Schüler desselben, alsdann dem heimathlicheu „Boden wieder zurückerobert haben. „Als sichtbares Zeichen unserer dankenden „Anerkennung und Verehrung bitten wir Sie die- „fcs o"v aus unseren Händen zu empfangen. „Mögen Sie ro» Dnpyi hno ny in voller Gesundheit daraus lernen und lehren." Hierauf wurde ein prachtvolles Wilnaer d"», welches am Freitag im Hause des Herrn Rabbiners uutergebrac^ war, überreicht, worauf der Herr Rabbiner sichtlich erfreut seinen Dank in einige sehr geistreiche Erklärungen zum Wochenabschnitt kleidete. Vielleicht werde ich Ihnen solche, wenn Sie cs wünschen, demnächst einmal mittheilen, denn sie waren so klar durchdacht und ursprünglich, daß sie es verdienen, erhalten zu bleiben. Halberftabt. Als am 1. April die Trauerbotschaft von Moltke's Tod die deutschen Gauen durchzuckte, erbebte auch jedes jüdische Herz über diesen Verlust unserer Nation, und auch die Jünger der hiesigen Polyhymma brachten ihren Schmerz in poetischen Ausgüssen zu ergreifendem Ausdruck. Unter diesen befand sich auch ein patriotischer Israelit unserer Stadt, Herr H. I chen h äus er, Buchhalter im Hause Aron Hirsch u. Sohn. Sein tiefempfundenes Gedicht: „Zu Moltke's Hingang" fand ungelheilten Beifall und gelangte auch zur Kenntniß Sr. Majestät des deutschen Kaisers. Vor kurzer Zeit nun traf aus dem kaiserlichen Eivilkabinet ein Schreiben ein, das dem jugendlichen Dichter unter warmer Anerkennung die Nachricht brachte, daß Seine Majestät von dem eingcsandten Gedichte Kenntniß zu nehmen geruhte. — Gestatten Sie mir noch die Mlttheilung, daß es den aufopfernden Bemühungen unseres hochverehrten Herrn Rabbiners und des löblichen Gemeinde- Vorstandes gelungen ist, von allen Gemeindemitgltedern beträchtliche Monatsspenden für unsere unglücklichen russischen Glaubensbrüder zu erwirken, daß sich der Wohlthätigkeitssinn dabei im schönsten Lichte gezeigt hat und auch angesehene christliche Mitbürger das edle Werk gefördert und unterstützt haben. wr. Hamburg. Zwölf der bedeutendsten Buitergeschäfte, Nichtjuden, erlassen in den öffentlichen Tagesblättern einen Aufruf, worin es n. A. heißt: „Es ist leider eine nicht zu verleugnende Tdatsache daß trotz der strengen polizeilichen Controlle und vieler Bestrafungen, wegen des Verkaufs von Mischbutter und Margarine dieser unreelle Handel noch immer betrieben wird, weil die geringen Strafen dem lockenden Verdienste gegenüber entschieden nicht hoch genug bemessen sind, um die betreffenden Uebertrcter von fernerem Mischen abzuschrecken?c." Wir können also den gesehtrcuen Glaubensbrüdern nicht genug wiederholen, beim Einkauf von Butler überaus vorsichtig zu sein, und dem löbl. Oberrabbinat nochmals unser Ersuchen vorzubringen, doch Sorge zu tragen, daß neo Butter unter Rabbinatsaufsicht, wie dieses in Holland geschieht, hcrgestellt, wird. Würzburg, im Juni. Einen wiederholten Beweis, welcher Rücksichtnahme die isr. Confession sich Seitens der Kgl. ba!r. Staatsregierung resp. obersten Schulbehörde zu erfreuen hat, können wir aus der jüngst erfolgten h. Ministerialentschließung entnehmen, wonach auf Angabe Sr. Ehrw. des Herrn Distrikts- Rabbiner Bamberger dahier bestimmt wurde, daß diejenigen israel. Schuldienstexpektanten, welche die Anftellungsprüfung in diesem Jahre mitzumachen haben, am 12. Oct. wegen des auf diesen Tag fallenden Versöhnungstages von der Thcilnahme von der Prüfung befreit sind und die betreffenden Arbeiten nachliefern können. Gott segne unser Bayerland und dessen weise, gerechte Regierung! Das dahier schon früher bestandene Hilfs-Eomite für die unglücklichen ruff. Glaubensgenossen hat sich aus den jüngsten traurigen Anlässen bedeutend verstärkt und entwickelt eine sehr rührige, erfolgreiche Thätigkeit in Stadt und Umkreis. Es find bereits schon hohe Summen eingegangen, auch solche ihrem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.