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Der Israelit · 1891-05-14 · Heft 38 (14.5.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 38 (14.5.1891)
Date
1891-05-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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713 „mmn hid’" solche Anstalten ins Leben zu rufen. Eine in Szißo abgehaltene Konferenz, an der die Rabbinen der orth. Gemeinden zu A b a u j ß a n t o, Kasch au und Szikßo theilnahmen, beschloß, die Rabbinen der Komitate Abanjtorna, Saros und Szips zur konstituirenden General-Versamnilung nach Kaschau zu berufen. Im Interesse der heiligen Sache wäre es zu wünschen, daß die Generalversammlung auch für die materielle Unterstützung der Zöglinge Sorge trage; denn nur, wenn auch für nvp gesorgt ist, kann einem ersprießlichen Erfolg in min entgegengesehen werden. In T i ß a f ü r e d wurde schon vor mehreren Monaten der Szendrötter Rabbiner, Herr M. Sz o fe r, zum Oberrabbiner gewählt; doch hat derselbe erst dieser Tage die Wahl angenommen. Der „Fünfkirchencr Zeitung", wird berichtet, daß in Siklos unter der christlichen Bevölkerung antisemitische Flugschriften vertheilt wurden, der Oberstuhlrichter habe jedoch, um einer schädlichen Wirkung derselben vorznbreugen, sämmtlich konfiszirt. — Ein toleranter Zug unseres Kultus- und Ünterrichtsministers Graf C s a k y wird von hauptstädtischen Blättern mitgetheilt. Bor demselben erschien nämlich eine Deputatation der isr. Kultusgemeinde zu S z e k ß a r d und richtete an ihn die Bitte, er möge zum Zwecke eines Synagogenbaues ihnen einen dazu ausersehenen Grund anwciscn. Der Minister versprach die Gewährung ihrer Bitte und unterhielt sich mit den Mitgliedern der Deputation aufs Freundlichste. L. G—g. Rußland. Petersburg, 10. Mai. Die Klagen der russischen Kaufleute in Moskau über die schweren Geschäftsverluste in Folge der Judenausweisung dauern der „Köln. Ztg." zufolge fort. Unter den ärmeren jetzt ausgewicsenen Juden befinden sich viele Haustrer, welche den Russen fortlaufend deren minderwerthige Maaren zu hohen Preisen abnahmen und stets pünktlich bezahlten. Jetzt fühlen die Russen schmerzlich den Verlust dieser Abnehmer. Wie verlautet, hat General Gurko einen außerordentlichen Kredit verlangt zur Weiterbeförderung der aus Moskau ausgewiesenen und jetzt vielfach ganz mittellosen Juden in ihre Heimathsorte. In Warschau und Wilna sollen deren viele Tausende sein. England. -6- London, 6. Mai. Da in jüngster Zeit in dem nordwestlichen Stadttheile: „HamxtsterE eine größere Anzahl jüdischer Geschäftsleute wohnen und sich das Bedürfniß zur Erbauung einer Synagoge fühlbar machte; so ersann das Comite zur Beschaffung der hierzu nöthigen Summe ein neues Mittel, um das allgemeine Interesse für dieses löbliche Unternehmen zu erwecken. Es wurde nämlich ein Bazar, (Fancy-Fair) der eine Straße in Jerusalem vorstellen sollte, mit vielen Schaubuden errichtet, in denen allerlei Kunst-, Galanterie- und Spiclwaaren, sowie Bücher, Blumen und herrliche Stickereien, zum öffentlichen Verkaufe feil geboten wurden. Die Lokalitäten in Baker-Street, (Portman Rooms), wo sich früher das berühmte Wachsfiguren-Cabinet der Madame Tu ss a n d befand, boten genügenden Raum, zur Veranschaulichung der mannigfachen Verkaufsgegenstände und der Reiz wurde dadurch wesentlich erhöht, daß die angesehensten Damen als Verkäuferinnen thättg und im orientalischen Style gekleidet waren. Die Baronesse Leopold de Rothschild und ihre Schwester Mrs. Sassoon verkauften Blumen, Mrs. Hermann Adler und ihre beiden Töchter Miss. Nettie und Miss. Ruth Adler, sowie Miss. Phoebe Adler, (die Tochter des Herrn Marcus Adler) verkauften Galanterie-Gegenstände, Miß Ada Ballt n und die Misses H. F. und M. Joseph verkauften Bücher, Mrs. Leon Lewisohn hielt eine höchst interessant arrangirte orientalische Schaubude, Mrs. Herbert Bentwitch und Mrs. David Salomo» hielten ein Magazin für kleine Kinderartikel, welche so viele Abnehmer fanden, daß die Verkäuferinnen schon nach kurzer Zeit Lstr. 200 — lösten. Mrs. Singer (Frau des Revd. S. Si nger) verkaufte allerlei Kunstgegenstände und Mrs. Percy Cast e l l o werthvolle Photographien — die Künstlerin Mrs. Delissa Joseph malte auf Verlangen jeden in ihr Atelier Eintretenden innerhalb 20 Minuten und lieferte stets ein ganz getreues Portrait. Bemerkenswerth war die historische Quelle in Jerusalem, (^n pp) mit verborgenen Schätzen angefüllt, welche Miß Luml ey (Verwandte des Herrn Frank aus Würzburg) für jeden Vorübergehenden, der ein Goldstück deponirte, aus der unermeßlichen Tiefe herausfischte, was natürlich große Heiterkeit erzeugte, besonders als ein galanter Gentleman für ein Goldstück, das er deponirte, einen unbedeutenden Gegenstand aus dem verborgenen Schatze erhielt, der alsdann in seiner Enttäuschung ausrief: „Ich werde nicht wieder geschäftlich nach Jerusalem reisen, außer wenn der Messias kommt." — Der Bazar wurde Dienstag, den 5. Mai, Naäpmittags 3 Uhr, von Lady Rothschild in Begleitung ihres Sohnes Walter de Rothschild, eröffnet; die Grenadierbandc spielte die National- Hymne und Theater-Vorstellungen wurden Abends, unter der Direction des Mr. I. M. Lissack,

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