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Der Israelit · 1891-05-04 · Heft 34-35 (4.5.1891) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 34-35 (4.5.1891)
Date
1891-05-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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636 Und das mol seiner vielen Mizwos hat ihm beigestanden und es ist ihm gelungen, mit dem heiligen Feuer seines Glaubens zu entzünden viele Altäre in Israel, die noch heute glühen und brennen. Aber dieser gefährliche Gang in das wildbewegte Leben, zu einer Zeit, da die Religionsfeinde, die inneren, wie die äußeren, bestrebt waren, den letzten Gluthenschein in der Asche zu ersticken, war nur dadurch erfolgreich, daß keinerlei fremdes Feuer in ihm brannte, daß kein profaner Gedanke in ihm Raum gewann, da er als Priester schaltete in dem Allerheiligsten. Wäre auch nur die kleinste Blöße an ihm von seinen zahlreichen, erbitterten Gegnern zu entdecken gewesen, er hätte das Heiligthum nicht unversehrt verlassen können. Indessen, wie sehr auch das Auge der Feinde spähte, rein und fleckenlos blieb seine strahlende Gestalt und er ging hinein in Frieden und trat heraus in Frieden. Doch wenn auch dieser Priester hinwegging aus dem Heiligthum, seine Erscheinung wird beispielgebend sein in Juda und neue Priester werden entstehen in dem ewig sich verjüngenden Volke, die in Frieden gehen und in Frieden wiederkehren aus dem Heiligthume. uty ]v uvot. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. v Frankfurt a. M. Der Bericht der israelitischen Religionss chu l e erschien in diesem Jahre später als der aller anderen Sckulen. Entgegen dem gewöhnlichen Brauche hat sie nämlich den Unterricht auch in den Frühjahrsferien fort' gesetzt, „damit auch sie einmal das Glück kenne, zu ausgeruhten und frischgestimmten Kindern zu reden von jenen Wahrheiten und Lehren, die mehr als alle anderen ihr Gedeihen von der Empfänglichkeit, von dem tiefen Erschließen, von einem frohen Entgegenkommen des kindlichen Gemüthes abhängig wissen." Der Erfolg dieses Versuches war ein so guter, daß es von nun an als dauernde Einrichtung gelten soll, im Frühjahr und Herbst an den Festtagen die Schule zu schließen, sonst aber ohne Rücksicht auf die allgemeinen Ferien, soweit möglich, den Unterricht ununterbrochen zu ertheilen. Die Anzahl der Schüler und Schülerinnen der Religionsschule stieg auf 248, an dem Unterrichte im Gymnasium nahmen 43 Schüler Theil. Aus dem Bericht der Verwaltung entnehmen wir, daß S. Majestät der Kaiser und König unterm 3. November 1890 der „Israelitischen Religionsschule" die Rechte einer juristischen Person ertheilt hat. Mit dem Bericht war auch die Einladung zu der am Samstag, den 18. April stattgehabten öffentlichen Prüfung verbunden. Wir hatten hier Gelegenheit, uns von den großen Leistungen zu überzeugen, welche von der Schule sowohl durch ihre gute Leitung als auch durch ihre vorzüglichen Lehrkräfte, welche sie zu besitzen das Glück hat, erzielt worden sind. Klar und verständlich beantworteten die Kinder die Fragen, welche an sie gerichtet wurden, unb die Anwesenden waren von dem Ergebniß der Prüfung sichtlich befriedigt. W. Aus der Provinz Posen, 22. April. Laut einer Verfügung der Königlichen Negierung zu Posen vom Jahre 1882 soll die Dispensation der jüdischen Kinder von dem Unterrichte an jüdischen Feiertagen jeder Zeit erfolgen, sofern deren Eltern oder deren gesetzliche Stellvertreter persönlich oder schriftlich vor Beginn eines Schuljahres ein dahin zielendes Gesuch an den Leiter der Schule unter genauester Bezeichnung des bürgerlichen Datums der betreffenden Feiertage richten. In dem begonnenen Schuljahre fallen acht israelitische Feiertage auf Schultage und zwar Donnerstag, 23., Freitag, 24., Mittwoch, 29. und Donnerstag, 30. April Passa- (Oster-) Fest, Freitag, 12. und Sonnabend 13. Juni, Wochen- (Pfingst-) Fest, Sonnabend, 17. October, Hüttenfest, Sonnabend, 24. October, Schlußfest. Die betr. Dispeusgesuche sind für die Stadt Posen bei Herrn Kaufmann Sal. Bergel (Judenftr. Nr. 31) zu erhalten. Ratibor. Unser Glanbensbruder, Herr Löbel Schlesinger hier, Begründer der weitrenommirten Dampfmehlmühlen- und Preßhefeufabrik, begeht am 10. Mai sein 50jähriges Bürgerjubiläum. Der Jubilar mar früher lange Zeit Mitglied des Stadtverordnctenkollegiums. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Prag. Am 19. v. M. beging der „Israelitische Nächstenliebe-Verein zur Unterstützung verschämter israelitischer Hausarmcr in Prag" sein 50jähr. Jubiläum. Es war der ausgesprochene Zweck des Vereines, den unbemittelten Mitmenschen die schwere Bürde des Lebens zu erleichtern und ihr bemitleidenswerthes Dasein erträglicher zu gestalten. Und dieser edle Zweck wurde unmittelbar nach der offiziellen Gründung dadurch wesentlich gefördert, daß sich dem letzteren in Anerkennung seiner idealen Ziele hohe und allerhöchste Persönlichkeiten als Mitglieder und Gönner zugesellteu. Unter diesen ist als erster der damalige Fürst-Erzbischof von Prag Freiherr Schrenk auf Notzing, sodann der zweite Gubernial-Präsident und Geheimrath Robert Salm zu Reifferscheid, der hochverehrte und allgemein be-

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