Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1891-04-09 · Heft 29 (9.4.1891) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 29 (9.4.1891)
Date
1891-04-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448122-2448151--31932-2479755
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

560 hebräischen Schriften. Die Preise sind recht mäßig. poun Versuche über Israels Lebensideen im Geiste des Agadischen Schriftthums von Rabb. Jos ep h Nobel, Halberstadt. Heft 1, 189 S. Wir haben die Ehre Herrn Rabbiner Joseph Nobel persönlich zu kennen und haben uns oft im Gespräche mit ihm an seiner w-nv- und Agada-Erklärung erfreut. Bei der bekannten Frömmigkeit und Gelehrsamkeit des Verfassers war nur Gutes und Tüchtiges zu erwarten, und es genügt hier zu sagen, daß diese Erwartung nicht getäuscht wird. Das Werk verdient Verbreitung und wird sie auch bei Allen finden, die den Geist des agadischen Schriftthums kennen lernen wollen. Sittenlehren und Lebensideen sind aus diesem Buche in reichen Maße zu schöpfen. Pr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 6. April. Herr H. Frees, 375 Harrow Road, London W., sandte uns ein hebräisches Alphabet, welches er, um einem schon lange gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, für den Gebrauch der Blinden nach Brailles System abgefaßt hat. Wir haben die feste Ueberzeugung, daß es nur bekannt zu werden braucht, daß nunmehr die hebräische Schrift den Nichtsehenden zugänglich gemacht worden ist, um von unseren leidenden Glaubensgenossen, zu deren Besten Herr Frees diese Arbeit unternommen hat, mit Freuden begrüßt zu werden. Das Alphabet ist von den größten Autoritäten für klar, deutlich und leicht verständlich erklärt worden. — Die täglichen Gebete, die in dieser Schrift niedergeschrieben, sind bereits im Druck erschienen; die Druckkosten hat einer der hervorragendsten Mitglieder der Londoner Gemeinde, Herr F. D. Mocatta bestritten. Aus Schmieheiw (Baden) wird uns geschrieben: Anläßlich der Uebersiedelung nach Hamburg des Bezirksältesten und Gemeindevorstehers, Herrn Moritz Durlacher in Kippenheim wurde demselben von den Bezirksgemeinden Altdorf, Diersburg, Ettexhetm, Friesenhetm, Kippenheim, Nonnenweier, Rust und Schmieheim (Offenburg und Lahr waren nicht vertreten) durch Delegirte dieser Gemeinden eine Adresse überreicht. Nachdem Herr Bez.-Rabb. Dr- Rawicz an der Spitze der Vertreter in warmer und ergreifender Rede die feierliche Handlung etngeleitet hatte, verlas er mit sichtlich erregter Stimme die in Inhalt und Ausführung wohlgelungene Adresse. Es sollte dies ein bescheidener Tribut der Anerkennung für die Verdienste sein, die sich Herr Durlacher in beispielloser Uneigennützigkeit als Bezirksältefter erworben. Herr Durlacher war und ist ein Vater der Armen, ein Ernährer der Hilflosen. Mit Treue, Eifer und unerschütterlich.er Festigkeit waltete er während zahlreicher Jahre seines Amtes. Die Erwiderung des Herrn Durlacher gipfelte in dem Jedermann zu Gemüthe redenden Bekenntnisse, daß ihm alles das, was er geleistet, lediglich sein Pflichtgefühl eingegeben habe, und was an guten Werken ihm nachgerühmt werde, nichts weiter als der Ausdruck der Pflicht sei, wie sie das einmal übernommene Amt und das Verhältniß des Menscken zum Menschen für ihn involvire. An dieser Stelle sei noch der Ansprache gedacht, die Herr Bürgermeister Kalt von Kippenheim zur Seite des Hrn. Rathschreibers und eines Mitglieds des Gemeinderaths an den Gefeierten richtete und die lautes Zeugniß von dem friedlichen Einvernehmen und dem gemeinschaftlichen Zusammenwirken der Vorsteher der politischen und israelitischen Gemeinde ablegte. O e st c r r. - U n g a r. Monarchie. Aus Ungarn, 3. März. Dem „Zs. H." werden aus Preß bürg folgende zwei Fälle berichtet, die über die religiöse Gesinnung des neologen Rabbiners Dr. David daselbst keinen Zweifel mehr obwalten lassen. Derselbe, Rabbiner der neologen Gemeinde, hat daselbst eine Frau, die nur behördlich als Wittwe erklärt wurde, mit einem Herrn T. getraut. Die orthodoxe Gemeinde, an die sich das zu trauende Paar zuerst wandte, wies dasselbe zurück, da sie die Frau in Ermangelung näherer Beweise über den Tod ihres Gatten für eine nwx hielt. Herr Dr. David kümmerte sich jedoch nicht darum. — Der andere, noch skandalösere Fall ist Folgender: Voriges Jahr starb ein Herr, Namens T., eine Wittwe und ein aus ihrer Ehe entstammtes Kind hinterlassend. Der Bruder des Verstorbenen wollte die Wittwe heirathen und fand auch einen Reform-Rabbiner in Oesterreich, der seinem Wunsche zu willfahren sich erklärte, unter der Bedingung, daß die zu vollziehende Trauung in Ungarn verkündet werden würde. Der Heirathskandidat wandte sich nun an Dr. David, der diese dem jüd. Religionsgesetze zuwiderlaufende Trauung im Tempel der Reformgemeinde zuPreßburg öffentlich verkünden ließ. Diese Verkündigung ermöglicht es, daß die in Rede stehende Ehe von der Regierung als legal anerkannt werden wird. — L. G-g.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.