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Der Israelit · 1891-04-09 · Heft 29 (9.4.1891) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 29 (9.4.1891)
Date
1891-04-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. Zweite Beilage „i M 29 bts „Israelit L Ieschurun" Literarische Wundschau. 8. Zum bevorstehenden Peßachfeste bringt uns die Verlagsbuchhandlung von I. Kaufs mann in Frankfurt a. M. eine zweite Auflage der man von I. M. Japhet. Schon die erste Auflage erfuhr eine überaus günstige Kritik; sowohl formvollendete und sinngetreue Uebersetzung wie auch das Verständniß fördernde Anmerkungen machen das Buch zu einem werthvollen, das ganz dazu geeignet ist, die Feier der Sederabende zu einer weihevollen und das Gemüth anregenden zu gestalten. Ebenso wird der Notenkundige die musikalischen Beilagen als eine willkommene Zugabe zu dem schönen Buche begrüßen. Die vorliegende zweite Auflage, die sich an Schönheit der Ausstattung der ersten ebenbürtig zur Seite stellen darf, ist nun nicht ein nur einfacher Abdruck der ersten; wer den Verf. kennt, weiß, daß er sich mit dem einmal Gegebenen nicht begnügt, daß er stets bestrebt ist, an seinen Werken zu bessern, zu erweitern, zu vervollkommenen, und so hat auch diese Auflage manche Erweiterungen und Aenderungen aufzuweisen. Zu den letzteren zählen wir, die weitmöglichste Ausmerzung von Fremdwörtern in der Uebersetzung, ohne aber daß der Vers, einen nicht zu billigenden „Purismus" bethätigt hätte. Die Erweiterungen bestehen in größerer Ausführlichkeit grammatischer Bemerkungen, sofern sie die^Uebersetzung begründen sollen, wofür wir dem Vers, recht dankbar sind. Der Preis des schön ausgestatteten und kräftig cartonirten Buches beträgt 70 Pf. und ist in seiner Art unstreitig das billigste Buch dieses Zweiges der liturgischen Literatur. — In demselben Verlage erschien!auch soeben das dritte Heft der von Dr. S. Gelbhaus herausgegebenen „Mittelhochdeutsche Dichtung in ihr er Beziehun g zurbiblischrabbi n ischen Literatur." Was wir bei Besprechung der ersten beiden Hefte zu bemerken hatten, müssen wir hier wiederholen. Eine allgemeine Sentenz muß noch keine Beziehung zum Talmud haben, wenn sie sich auch dort findet, und wenn, wir dies festhalten, liefert das vorliegende Heft „lieber den Parcival Wolframs von Eschenbach" wenig Ausbeute. Reicher ist allerdings die Beziehung zur Bibel, die aber auch bei einem so vorwiegend religiösen Gedicht, wie es der Parcival ist, nicht zu verwundern ist; man darf sich füglich nur wundern, baß der Verf. nicht mehr als die angeführten Stellen auffinden konnte. Ob es nothwendig ist, da wo der Dichterausdrücklich auf biblische Erzählungen Bezug nimmt, wie z. B., wo er vom Apfelbiß der Frau spricht, auf die Stelle in Genesis zu verweisen, lassen wir dahingestellt. Von besonderm Interesse ist aber die Einleitung zur vorliegenden Schrift, in welcher der Zusammenhang der Graalsage mit jüdischen Legenden wie auch die Mittelsperson nachgewiesen wird, welche aus dem jüdischen Kreise Anschauungen, welche die Entstehung der Graalsage begünstigten, in die christlichen trug. Allein das Zurückführen des Wortes Graal auf ist sowohl sprachlich als sachlich sehr gewagt. Es liegt durchaus kein Grund vor, die bisherige Ableitung aus dem Keltischen, Schüssel oder Becken, als eine falsche zu verwerfen. — Wir machen auf den soeben erschienen Katalog Nr. 17 der Buchhandlung von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. aufmerksam. Derselbe enthält 14 Nummern an Handschriften und 2163 Nummern an Druckwerken. Er bietet eine reiche Auswahl an seltenen älteren Werken, darunter solche, die anderweitig nicht mehr aufzutreiben sind, wie auch an neueren AKW Ihchack Elchanan Spelttor, Rabbiner von Konmo. Einer der bedeutendsten Talmudgelehrten unserer Zeit. mt t:)Ä-;.nV

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