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Der Israelit · 1891-04-09 · Heft 29 (9.4.1891) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 29 (9.4.1891)
Date
1891-04-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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546 Gewalt an Stelle der verborgenen List treten, die Hoch- und Landesverrätherei der Juden war erwiesen, man konnte ihnen nun mit dem Schwert den letzten Rest geben. „Möge Gott auf Euch herabschauen und richten", sprechen daher die israelitischen Deputirten zn Moscheh und Ahron, „daß ihr uns in Verruf gebracht habt in den Augen Pharaos und in den Augen seiner Diener, das Schwert in ihre Hand zu geben, um uns zu erschlagen." (II. B. M., 5, 21.) So vereinigten sich Volk und König, List und Gewalt, niedere Habgier und hohe Politik, um dem Volke der Kinder Israel seine erste und schwerste Verfolgung zu bereiten. — Wenn daher die Hagadah schel Peßach das Wort: onsran unx ijm, die Egppter machten uns schlecht, oder behandelten uns schlecht, in seiner ganzen Tiefe uns veranschaulichen will, so lenkt sie unsere Aufmerksamkeit auf diese ersten, listig gesponnenen Fäden und auf die grundlosen Verdächtigungen, mit welchen man dann leicht alle spätere Mißhandlungen rechtfertigen zu können glaubte. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Oorrefpondenzen. Deutschland. Mainz, 7. April, pxo nsy na nyw ^>ip □'pma Die schreckliche Verfolgung, die plötzlich über unsere Glaubensbrüder in Afghanistan hereingebrochen, veranlaßt uns, die uns über diese traurige Angelegenheit zugegangene Correspondenz, die wir hier gleich folgen lassen, der besonderen Aufmerksamkeit der Großen und Mächtigen unseres Volkes im Abendlande, zumal im englischen Reiche, das doch über Afghanistan eine Art Schutzherrschaft ausübt, anzuempfehlen, in der Hoffnung, daß es ihnen vielleicht gelingen dürfte, dieser Verfolgung ein rasches Ende zu bereiten: “p rpn -tosm. Kalkutta, im März. DS'tyj D’-ijn os'jno mx naai D3T3 Q3/poi „So sollet ihr es (das Passahlamm) essen, euere Lenden umgürtet, euere Schuhe an eueren Füßen und eueren Stab in euerer Hand" und so werden heuer auch wirklich unsere Glaubensbrüder in Afghanistan, das bekanntlich ein anp pp, ein nächster Nachbar Rußlands ist, ihr Paffahfest feiern. Wie nämlich indische Blätter melden, haben die Afghanen, deren Emir Abdurrahman Khan schon seit Wochen aus dem Krankenbette dahinsiecht und der daher die Zügel der Regierung nicht mehr so fest halten kann wie früher, plötzlich begonnen, die in der Provinz Herat angesiedelten Juden aus ihren Wohnplätzen zu vertreiben, indem sie dieselben fälschlich beschuldigen, daß sie mit Rußland in Verbindung steyeN und das Vaterland au das Moskowiterreich verkaufen wollen. Die so plötzlich mit ihren Familien ins Elend getriebenen Juden sind nun gezwungen, die russische Gastfreundschaft, die für die Juden bekanntlich nicht allzuverlockend ist, in Anspruch zu nehmen, welche ihnen mit mißvergnügter Miene auch gewährt wird. Nebstdem halten die Afghanen auch am Amu-Darja scharfe Wacht, damit aus Bokhara und Russisch-Turkestan, wo die Juden jetzt auch nicht auf Rosen gebettet sind, keiner derselben diesen Fluß überschreite, um so in Aghanistan Zuflucht zu suchen. So ist für die Juden Afghanistan plötzlich eine Hölle geworden, und steht leider zu befürchten, daß diese Judenverfolgung, wenn ihr nicht bald ein Halt zugerufen wird, auch nach Persien hinüber greifen und auch auf unsere dortigen Glaubensbrüder Jammer und Elend häufen werde. Nicht nur die mohamedantschen, sondern auch die indisch-heidnischen Blätter verdammen auf's Schärfste diese Judenverfolgung. So schreibt die persische Zeitung „Farhan" wörtlich: „Die Jehud (Juden) stehen uns Moslims gegenüber nicht fremd, da sie doch Abkömmlinge Jbrahim's (Abraham's) sind, den auch wir, wie unseren Vater verehren, und dann waren sie es doch, denen Gott die Tawrat (Thora) gegeben, damit sie deren Lehren überall hin verkünden sollen. Wir müssen daher die Jehud als unsere Brüder betrachten und sie ruhig in unserer Mitte leben lassen. Der indische „Ranzat" schreibt hierüber: „Schon seit nahezu dreitausend Jahren leben Hudi (Juden) unter den hinduschen Völkerschaften und stets ersreueten sie sich daselbst der vollsten Ruhe. Dieselben sind ihrer Friedfertigkeit und großen Wohlthätigkeit wegen bekannt, und stören sie überhaupt kein Volk in der Verehrung seiner Götter. Und dieselbe Duldung, die wir Hindu für unseren Cultus und unsere Heiligthümer fordern, die gewährten wir auch stets den Hudi. Der indische „Getock" schreibt wieder: „Die Puschtu (Afghanen) mögen nur ihre Blicke auf unser Reich (Hindostan) richten und sie werden sehen, daß hier die verschiedensten Völker und die verschiedensten Culten ruhig neben einander bestehen und sie alle gedeihen. Das sollten nun die Puschtu beherzigen und auch nachahmen." Worms. Am Ostermontage fand in dem hiesigen Festhaussaale in Anwesenheit der Staats¬ und städtischen Behörden und vieler hiesiger und auswärtiger Bürger das 50jährige Jubiläum des hiesigen Gewerbevereins statt. In dem von dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn Brauer-Akademie- Direktor, Dr. Schneider, verlesenen sehr ausführlichen Bericht über die 50jährige Geschichte des

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