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Der Israelit · 1891-04-06 · Heft 28 (6.4.1891) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 28 (6.4.1891)
Date
1891-04-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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536 Vermögen der Besitzenden wird erst durch dieses Mittel erhalten und zum Genüsse geeignet gemacht. Btto mc nh nnai (Fol. 356 b., rrt>2'), „der Bund des Salzes deutet auf die Eigenschaft des Friedens." Und D’on -poj? Es würde uns zu weit führen, wollten wir eine Darstellung von der allgemeinen Freude geben, die in der heiligen Stadt bei der Feier des Wasserschöpfens herrschte. nnot? nto >6 naN'itrn rva nnct? nsa Nptr ’D vö»a. „Wer diese Freude nicht geschaut, hat nie eine Freude gesehen" (nmD 'de) und asn 'h n^i naNittn rva t.nd m'ND m’Nttf D’^ii'3. „Man fand kein Haus in Jerusalem, in das nicht das Licht der Festhalle drang." Nur wo ein Gefühl Alle beherrscht, wo kein Unterschied von Rang und Stand das Leben hemmt, wo Wohlthätigkeit, freundliches Entgegenkommen und Liebe die Kluft, die den Mensch vom Menschen trennt, ausgeglichen, dort allein kann eine Stimmung herrschen', wie dieselbe bei dem d'dh *pdj znm Ausdruck gekommen. Die dritte uns durch den Midrasch überlieferte Geschichte, in der das Loblied des Meeres erwähnt wird, behandelt Begebenheiten aus dem Leben des Kaisers Hadrian. — Nicht den antijüdichen Geist, welcher den genannten Kaiser des römischen Reiches (im 2. Jahrh.) beherrschte, theilt uns der Midrasch hier mit; unsere Weisen wissen Intelligenz und Mildthätigkeit selbst bei unseren Gegnern zu schätzen, und geben uns davon in zwei Begebenheiten ein treues Bild. Die Weltgeschichte weiß von einer siebenjährigen Reise des Kaisers zu berichten und der Midrasch theilt uns mit, daß Kaiser Hadrian sich dreieinhalb Jahre damit beschäftigte, Kabel in den Ocean zu legen, und daß er nach dieser Frist eine Stimme hörte, die ihm sagte, man glaube, er zähle bereits zu den Tobten. In unseren Tagen, der Zeit des Telegraphs und des Fernsprechers, erscheint uns diese Erzählung des Midrasch nicht mehr so unwahrscheinlich, wie unseren Altvordern, und es ist ja immerhin möglich, daß Hadrian schon Versuche auf naturwissenschaftlichem Gebiete gemacht hat. In der zweiten Erzählung wird mitgetheilt, daß der Kaiser eine Taucherglocke anfertigen ließ. Auch Tauchapparate sind erst seit 300 Jahren bekannt, und der tcnno schreibt diese Erfindung dem Kaiser Hadrian zu. — Was erzählt wohl das Meer? fragte Hadrian seinen Taucher. Hast Du Schätze gefunden, um meine Reichthümer zu vermehren? „Nicht nur, daß wir Dir Schätze bringen, sondern das Meer belehrte uns, dieselben zu behalten." — Nicht in dem Besitze der Meeresschätze liegt der Werth derselben, sondern in deren Verwendung. Wie wir uns auf dem Boden des Meeres befanden, hörten wir das Meereslied 'n Dnoa -ihn, „hocherhaben int Himmel ist Gott." Der größte Schatz, welchen der Mensch sich auf Erden erwerben kann, ist die Gottähnlichkeit, Gottes Geschöpfen Liebe zu erweisen, wohlthätig zu sein, seinen Mitmenschen gegenüber. Dies lehrt uns das Meereslied. Betrachten wir einmal den Wortlaut des Lobliedes, mit dessen Erklärung wir uns beschäftigen, /i DDoa -ihn* d1 nati'o dhhn om c"d m^pa „Vom Tosen vieler Wasser wurden immer mächtiger die d* himd." .'l DHB3 IHN „Hocherhaben im Himmel ist Gott." Woher das Getöse des Meeres? Wodurch entsteht dieser tosende Lärm, welchen das Meer hören läßt? Das Wasser rauscht nur, wenn es auf Widerstand stößt, oder wenn es von einer Höhe herabstürzt. (Siehe Hirschs Psalmeommentar XOlll, 3.) Sowohl der Sturz der in das Meer fließenden Ströme (dh-j im Text 3), wie die d' nat^o, die brechenden, fallenden Meereswogen verursachen dieses Geräusch. Mit anderen Worten, das Geräusch, welches das Meer verursacht, entsteht durch nnru den Sturz der Ströme und na^a □’ die brechenden Meereswogeu. '2-i und aatp sind auch Ausdrücke für Bedrängniß und Leiden. . '-i Dnoa -ihn hören wir das Meer lobpreisen. Nur Gott im Himmel, der Allmächtige, nur Gottes Eigenschaft, ihn, kann Heilung bringen all' dem, was »an und “□&? ist, Allen, welche in Noth und Krankheit, Armuth und Leiden ihre Stimme erheben. Die heilige Sprache hat für Meereswogeu zwei Worte und zwar b: und nawo. d»^ sind die steigenden , DHat^D sind die fallenden Wogen. Die steigenden Wogen sind cs, die die fallenden im Gleichgewicht erhalten. Und wie herrlich ist des Propheten Wort (Jesaja 48, 18), der die Wohlthätigkeit mit den steigenden Wogen vergleicht und in dem Ausüben der göttlichen Wohlthätigkeit die Herstellung des Weltfriedens beschreibt.' .OH '^>:d -jnpnyi anja »,ti nat^pn wh „Möchtest du doch Meine Gebote befolgen, so wäre dein Friede dem sanft dahinfließenden Strome gleich, dann sei aber deine Wohlthätigkeit gleich den steigenden Meereswogen." (Fortsetzung folgt.)

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