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Der Israelit · 1891-04-06 · Heft 28 (6.4.1891) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 28 (6.4.1891)
Date
1891-04-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX11. Jahrgang. LeUlige;u M 28 ürs, Jsrnpltt & Irschurun" «II IM)I ■ *——M———B——W——■————ÜI—■—11 Leitender Artikel. UercK SchiraH. Fortgesetzt von Liepman Philip Prins. (Der Lobgesnng des Meeres.) Frankfurt a. M., 1. April. XIX. Es war am dritten Schöpfungstage, da sprach Gott: L'vn 11p', die Wasser mögen sich versammeln, und, p \ti, also geschah es. (mp heißt ein Concentriren von Stoffen in einem Punkte, siehe Hirsch Pentateuch-Commcntar.) Die Neigung, die jedem Wassertropfen innewohnt, von allen Bergen und Höhen in die Tiefe zu dringen, um sich endlich wieder mit anderen in ein gemeinsames Bett zu sammeln, diese Eigenschaft bildet die Verwirklichung des allmächtigen Gottcswortes, das 0'QN 11p' gesprochen und damit für alle Zeiten dem Wasser seine Richtung gegeben. — Nachdem das Wasser sich gesammelt hatte, nachdem sämmtliche Gewässer in ein gemeinsames Bett vereinigt zusammenhielten und ein Bild des oib», des Friedens darstellten, da war es, nach dem Ems, zuerst seit dem Anfang der Schöpfung das Wasser, welches das Lob Gottes verkündete, denn Friede ist das höchste Lob G-ttes yb n^ij? bw irvna rbnno D"Dn jo r6ij> n"3pn bw idV?'F>. Das Loblied des Wassers äußert sich in den Worten: ihn 'n onea, „der Mächtige im Himmel ist Gott," damit andeutcnd, daß der Friede nur durch die Eigenschaften Gottes: Liebe und Wohlthätigkeit, erhalten wird. Wenn die D\rc, die Priester, den mit dem Worte □£&' endenden Segensspruch ausgesprochen haben, ist es Brauch, daß die Gemeinde spricht: .oito “ppi abv nnx miaja pw onca tin „Mächtiger im Himmel, dessen Ruhm Seine Kraft bedeutet, Du bist Friede und Dein Name ist Friede." ist das Endziel der sittlichen Weltordnnng, \jjian npnsa, und wenn wir den oinoa IHN wieder in der Menschenwelt auf den Fittigen des Dito wünschen, nrap, dann kann dieser Wunsch nur durch Wohlthätigkeit befestigt werden. Das Wasser hat zuerst auf den Weltfrieden hingedeutet, und Gott spricht: Wie herrlich wird es sein, wenn der Mensch diesen Lobsprnch verkünden wird. In einer anderen omo - Stelle lesen wir, daß die Wasser trauerten, nachdem die oberen Wasser sich von den unteren getrennt hatten und das; die unteren Wasser gewaltsam sich empordrängten, um in der Nähe Gottes zu weilen. Aber der Schöpfer sprach: Beruhigt euch, weil ihr zu Meiner Ehre euch erheben wolltet, so sollen die oberen Wasser erst dann das Loblied anstimmen, wenn ihr dazu die Erlaubniß gegeben. Wir glauben auch in diesem Erna die Verhältnisse des socialen Lebens dargestellt zu finden; sind doch die untersten Wasser das Bild der Schwächeren und der Untergebenen im Kreise der Menschheit. Sie werden uns weinend und klagend vorgeftellt, weil die obersten Wasser sich von ihnen geschieden, weil eine jrp, eine Wölbung entstanden ist, welche dieser Absonderung den prägnanten Ausdruck gab. Diese ypn sollte aber die Leidenschaft erregen und die unteren Wasser zur Erhebung erwecken, sich eine höhere Stellung zu erringen. Die p'pn bildet die Scheidewand; die.obersten Wasser gleichen den Machthabern aus Erden, einerlei ob sich diese Macht in körperlicher oder geistiger Ueberlegenheit oder in Uebermacht des Besitzes kundgibt. Die Schwachen suchen eine höhere Stufe zu erreichen. Ihr beunruhigt euch über die Kluft, welche im socialen Leben die unteren von den oberen Schichten absondert; aber beruhigt euch, ruft eine höhere Stimme den Untergebenen zu, auch die nach eurer Meinung Höherstehenden sind mit ihrem Loblied den Ohren Gottes nicht näher getreten; erst, wenn ihr Befriedigung gefunden, wenn Liebe und Wohlthaten der oberen Wasser euch Ursache zu loben gegeben haben, dann dürfen auch sie das onva ihn au§= sprechen. Zwei Opfer bilden das Merkmal der Befriedigung und des geschlossenen Friedens zwischen den oberen und den unteren Wassern. Der Bund des Salzes, nte wipri *panp hi by, „bei allen deinen Opfern sollst du Salz darbringen", und das o'v.n *]idj, das Wassergießopfer des Wasserschöpfens an dem freudigsten Festtage, Danno» cno, während des Sukkothfestes; in der Zeit, da ihr die Früchte und das Getreide in den Speichern gesammelt, soll Wasser aus dem Altar ausgegossen werden. Unsere Weisen sehen in diesen beiden Geboten die Symbole der Wohlthätigkeit und des Friedens. Bei den Opfern nehmet Salz, pnvo nbnnw jono Draei. Salz reinigt und macht das Bittere schmackhaft, und so sollst du auch immer Salz auf den Altar der Liebe streuen, non pov rte (Fol. 62 b. maira). „Die Liebe, die Wohlthätigkeit ist das Salz des Vermögens." Wohlthätigkeit lindert das bittere Leiden der unbemittelten Brüder, und das

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